Frage von DieDorade, 108

Eintrag ins Polizeiliche Führungszeugnis ?

Vor ca. 2 Jahren fand eine Hausdurchsuchung in meiner WG statt. Jetzt wird mir 6 mal Handel mit jeweils 20 g  Cannabis und Besitz von zu dem Zeitpunkt 20 g vorgeworfen. Vor kurzem habe ich die Zusage über einen Ausbildungsplatz in einem Sozialen Beruf erhalten und will diese auch unbedingt machen. Das Problem ist dass der Ausbildungträger ein Polizeiliches Führungszeugnis verlang und der Gerichtstermin 3 Wochen nach dem erstmöglichen Antragstermin stattfinden wird. Ich habe mich seit der Hausdurchsuchung meinem Kompletten ´´Kriminellen´´ Freundeskreis abgewandt, bin umgezogen, hab aufgehört zu kiffen und will jetzt eine zweite Ausbildung im Sozialen Bereich machen. Meine Frage ist ob ich mit einem Eintrag rechnen muss oder ob die vielen Gründe meiner Besserung gegen einen Eintrag sprechen, weil mir dieser echt das Genick brechen würde und ich endlich was gefunden habe und sehr motiviert bin.

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von clemensw, 45

Du beantragst das Führungszeugnis also ca.3 Wochen vor Beginn der Gerichtsverhandlung - der Eintrag ins Bundeszentralregister erfolgt aber erst, wenn ein Urteil rechtskräftig wird.

Die Chance, daß also das Verfahren vor Ausstellung des "Führungszeugnisses" (korrekt: Auszug aus dem Bundeszentralregister) endet, ist somit relativ gering. Wahrscheinlich hast Du den Auszug bereits im Briefkasten, bevor Du zu Gericht musst.

Sollte es trotzdem zeitlich knapp werden, kann man die Rechtskraft des Urteils ggfs. durch ein Berufungsverfahren hinauszögern.

Das Problem sehe ich eher an anderer Stelle: 6 x Handel mit je 20g liegt schon in einem kriminellen Bereich, in dem freiheitsentziehende Maßnahmen möglich sind.

Schlimmstenfalls bekommst Du den Ausbildungsplatz und kannst nicht antreten, weil Du im Jugendarrest sitzt :-(

Kommentar von DieDorade ,

Den Handel hab ich bereits durch eine Aussage begründet. Ich hab am meisten in der WG verdient und hab über ein halbes Jahr jeweils 20 g gekauft um es mit meinen  Mitbewohnern zu teilen/verkaufen. Außerdem hab ich angeben dies gemacht zu haben um mir meine eigene Sucht finanzieren zu können. Könnte sich das Positiv auf das Urteil auswirken oder eher genau andersrum ? 

Antwort
von Domenicus, 54

Das Gericht bemüht sich, eine berufliche Zukunft nicht zu erschweren, daher werden Einträge von bis zu 90 Tagen Freiheitsstrafe oder 90 Tage Geldstrafe im "öffentlichen" Register nicht eingetragen.

Sollte man allerdings ein Führungszeugnis für eine Bundesbehörde beispielsweise benötigen, ist dieser Eintrag sichtbar.

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