Frage von meinneuesleben, 98

Einteilungen von Depressionen, wer kann mir helfen?

Ich bin grade etwas verwirrt. Gehört eine schwere depressive Episode (F32.2) zu pathologischen Persönlichkeitsstörung?

Oder anders gefragt kann jemand eine schwere Depression haben ohne eine pathologische Persönlichkeitsstörung zu haben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Seanna, 45

Eine Depression ist eine Achse-I-Störung (F30, F40, F50), eine Persönlichkeitsstörung eine Achse-II-Störung (F60).

Achse-I-Störungen sind KEINE Persönlichkeitsstörungen und können isoliert bestehen.

Während Persönlichkeitsstörungen zwar ohne komorbide Achse-I-Störungen bestehen KÖNNEN, dies ist in der Praxis aber quasi nie der Fall, zumal die meisten Achse-I-Störungen als Symptom einer oder mehrerer Persönlichkeitsstörungen auftauchen.

Noch Fragen? Fragen!

Kommentar von meinneuesleben ,

merci! Ich habe allerdings wirklich noch ein paar Nachfragen, weil ich festgestellt habe, dass es sich nicht um eine Persönlichkeitsstörung, sondern um eine Persönlichkeitsakzentuierung handelt. Laut einem Test aus dem Inventar Klinischer Persönlichkeitsakzentuierung (IKP) habe ich keine pathologischen Störungen. Also keiner meiner Werte liegt über 70 und nur wenige fallen im mit 60-65 in den Bereichen überdurchschnittlich (falls dir das etwas sagt). Dennoch habe ich von anderer Stelle die offizielle Diagnose F32.2 (wobei mir das auch nicht persönlich gesagt wurde) das stand nur auf einem Formblatt. Leider weiß ich jetzt nicht, wie diese beiden Aspekte zusammen passen.

Kommentar von Rosenblad ,

Vielleicht noch zur Verifizierung der beiden "Achsen":

Auf Achse I werden alle klinischen Störungen (psychische Störung) und andere klinisch relevante Probleme außer den Persönlichkeitsstörungen (Persönlichkeitsstörung) und geistigen Behinderungen (Intelligenzminderung, geistige Behinderung) zusammengefasst. Diese umfassen: Störungen, die gewöhnlich zuerst im Kleinkindalter, in der Kindheit oder Adoleszenz diagnostiziert werden; Delir (Delirium), Demenz (Demenz, Dementia), amnestische und andere kognitive Störungen (Gedächtnisstörungen, Amnesie); psychische Störungen aufgrund eines medizinischen Krankheitsfaktors; Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen; Schizophrenie und andere psychotische Störungen (Psychose); affektive Störungen; Angststörungen; somatoforme Störungen; vorgetäuschte Störungen; Dissoziative Störungen; sexuelle und Geschlechtsidentitätsstörungen; Essstörungen; Schlafstörungen; Störungen der Impulskontrolle (nicht andernorts klassifiziert; Impulskontrolle, Impulskontrollstörung); Anpassungsstörungen (Anpassungsstörung) sowie andere klinisch relevante Probleme.

Im Bezug auf Depressionen wäre dies als ICD-Klassifizierungen von F32-F33 abzubilden.

Auf Achse II werden Persönlichkeitsstörungen
(inklusive auffallender, unangepasster Persönlichkeitszüge) und geistige Behinderungen erfasst. Durch eine Erfassung dieser Aspekte auf einer separaten Achse soll vermieden werden, dass diese Aspekte - z.B. bei Vorliegen einer auffälligen Achse-I-Störung - übersehen werden. Konkret  können auf Achse II folgende Persönlichkeitsstörungen kodiert werden:
Paranoide, schizoide, schizotype, antisoziale, Borderline-,
histrionische, narzißtisch, vermeidend-selbstunsichere, dependente,
zwanghafte und nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung.

Im Bezug auf eine Persönlichkeitsstörung wäre die dies als ICD- F34 abzubilden.

Kommentar von Seanna ,

Persönlichkeitsakzentuierung bedeutet, dass nicht ausreichend Kriterien für eine Diagnose vorliegen, die allgemeinen Kriterien für Persönlichkeitsstörungen nicht zutreffen oder die Kriterien zwar erfüllt würden, aber das Ausmaß nicht pathologisch ist. // Zusätzlich dazu dass kein pathologisches Ausmaß einer Persönlichkeitsakzentuierung besteht (eine Persönlichkeitsstörung ist nichts anderes als eine extreme pathologische Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen, die jeder Mensch in sich trägt), besteht also noch eine F33.2 - eine revidierende depressive Phase schweren Grades ohne psychotische Symptome. // Oder simpel: schwere Depression ohne Persönlichkeitsstörung, aber mit deutlicher, jedoch nicht pathologischer Ausprägung einiger Persönlichkeitsmerkmale.

Kommentar von meinneuesleben ,

Also noch einmal für Idioten : ich kann die Diagnose F32.2 haben ohne pathologische Persönlichkeits(störung/akzentuierung)?

Kommentar von Seanna ,

JA! Ist sogar mehr Regel als Ausnahme.

Antwort
von Rosenblad, 10

F32.2. steht isoliert für eine Major Depression nach DSM/ICD ohne Klassifizierungsmerkmale einer Persönlichkeitsstörung.

Antwort
von frankwortkunath, 8

Vielleicht hilft Dir dies, wenn ich Dir zeige wieso Du Dich so fühlst. Ein Problem bedeutet immer, dass ich mich am Gedanken der Vergangenheit festhalte. Etwas was meist schmerzhaft gewesen ist. Wieso aber halte ich dann daran fest? Ich möchte es verstehen, wissen was da wirklich passiert ist und was vielleicht auch Andere dazu gedacht haben. Das lässt mir einfach keine Ruhe. Ist das gut für mich, dass ich es wirklich alles wissen und verstehen will? Ja Ist es auch der richtige Weg um es zu verstehen? Nein Wie kann ich lernen alles zu verstehen und künftig meine Probleme zu lösen, so dass ich auch alles verstehe? Ich denke, also bin ich. Ich fühle oft die anderen Menschen, habe Empfindungen und kann diese aber nicht richtig verstehen. Der Grund dafür ist: Ich kenne meine eigenen Gefühle nicht und verstehe mich selbst nicht. Damit ich das ändern kann, schaue ich mir alles in meiner Vergangenheit an, alle meine Phantasien, alle meine Lügen, alle meine Ausweichungen, weil ich so nicht sein will und muss mich dem stellen, wenn ich verstehen lernen will. Wie geht das? Setze ich mich auf einen Stuhl, etwa 2 Meter von der Wand weg und lerne auf einen Punkt zu schauen, so dass dieser NIEMALS verschwommen zu sehen ist, so dass ich diesen immer klar erkenne, lerne ich im Jetzt und der Realität zu bleiben. Wenn ich das mit Atemübungen begleite etwa 10 Sekunden einatmen, erst Bauch dann Brust, 3 Sekunden anhalte, 10 Sekunden ausatme, erst Brust dann Bauch, 3 Sekunden anhalte, dies etwa 10 mal wiederhole jeden Tag aufs neue immer um die selbe Uhrzeit am besten nach dem Aufstehen, dann bin ich bald bereit beim anschauen und beibehalten des Punktes auf der Wand, dabei an meine Erfahrungen zu denken, nur dass ich mit der Klarheit des Punktes (Gegenwart bleiben, im hier und jetzt) lerne es von aussen zu betrachten und somit von meinen Emotionen der Vergangenheit nicht beeinflusst werde. Allerdings verschwindet dann auch mein Schmerz, die bisherige Triebfeder meines Lebens und ich fühle mich erst leer, wie beraubt. Doch in Wirklichkeit habe ich nur mein Schneckenhaus verlassen und bin jetzt offen die Welt zu sehen und die Empfindungen zu verstehen. Denn vorher war ich immer nur bei mir, meinen Problemen, weil ich dachte verstehen zu wollen. Jedoch wollte ich in Wirklichkeit nur EINES. Mich fühlen, meine Seele und mich lieben. Das tue ich dann. Und ich lerne dann was wirklich ist, weil ich die ganze Welt verstehen kann. Alles Liebe, denke es geschieht

Kommentar von meinneuesleben ,

Sorry, aber das hat nichts mit meiner Frage zu tun.

Kommentar von meinneuesleben ,

Außerdem spiegelt das in keinster Weise mein Problem wieder...

Antwort
von derMannohnePlan, 56

Darüber streiten sich die Geister.

Das ist noch nicht völlig geklärt. Was man allerdings weiß ist, dass bei einer schweren Depression der Stoffwechsel im Gehirn nicht optimal funktioniert.

Medikamente können da helfen. Es ist allerdings auch bewiesen das eine Gesprächstherapie den Stoffwechsel im Gehirn zum positiven stark beeinflussen kann.

Kommentar von Seanna ,

Was hat deine Antwort mit der Fragestellung zu tun?

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 17

Ja, man kann eine (schwere) Depression haben, ohne unter einer Persönlichkeitsstörung zu leiden. Dies ist in der Mehrheit der Fälle so. Die meisten Depressions-Patienten leiden nicht zusätzlich unter einer Persönlichkeitsstörung.

Im Gegenzug können viele Persönlichkeitsstörungen Depressionen auslösen. Dies nennt man Komorbidität.

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