Frage von Addy76, 84

Einstigen ins Berufsleben?

Hallo meine frage ist ein bisschen knifflig aber vllt hat ja jemand das selbe erlebt oder macht es grade durch. Also erstmal ich bin gelernter Elektroniker für Automatisierungstechnik (Abschlussprüfung Note 3 also Theorie 4 und Praktisch 1) Ich habe die Prüfung nach 21 Monate Ausbildung im Dezember 2012 Abgeschlossen. Und seit dem habe ich nicht wirklich Erfahrungen in dem Beruf gesammelt. Hatte schon immer mal wieder mit Elektronik was zu tun gehabt aber nicht so das ich sagen könnte ja ich hab es voll drauf. Die Ausbildung hat mir recht viel Spaß gemacht. Nur war die Ausbildung eher auf Theorie als auf Praxis getrimmt. Das sich die Theorie nie richtig festigen konnte. Also halten wir fest ich habe Facharbeiterbrief für Elektroniker für Automatisierungstechnik seit ca. 3 Jahre nicht viel in der Branche gemacht und wahrscheinlich werden da noch 2 - 3 Jahre dazu kommen. Danach habe ich ca 2 - 3 Jahre Zeit mich beruflich weiter zu bilden oder umschulen zu lassen wo es finanziell für mich nichts ausmacht. Meine Frage: ist es sinnvoll für mich eine weiterbildung zum Techniker anzustreben oder ist es eher eine schlechte Idee. Falls es eine schlechte Idee ist Bitte ich um Ratschläge. Aber nicht solche wie kündige dein Job oder ähnliches weil das steht nicht zur Debatte. Danke für die Hilfe

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 33

also ganz so krass wie die rehgiiina würde ich es nicht sagen, aber der techniker ist doch schon sehr tehorielastig. und ohne praktische berufserfahrung wird dir dein technikerschein beim bewerben auch nichts bringen. am besten würde ich sagen, du solltest deine ansprüche mal ein ganz klein wenig herunterschrauben.

energieanlagenelektroniker fachrichtung betriebstechnik z.b. werden hier zu lande händeringend gesucht. da kannst du mit deiner abgeschlossenen ausbildung schon ein ordentliches einstiegsgehalt erwarten.

wenn du dann nach ungefähr 3 oder 4 jahren so weit drin bist, dass es auch praktisch halbwegs sitzt, dann kannst du immernoch darüber nachdenken, deinen techniker zu machen. in der zwischenzeit würde ich mich einfach mal ein wenig fit halten, z.b. in dem du zuschaust, dass du auf arbeit in Projekte eingebunden wirst, wos eher zur sache geht, also z.B. schaltschankbau etc.

lg, Anna

Kommentar von Addy76 ,

Danke auch für deine Antwort. Wie ich bei rehgiiina schon in die Kommentare geschrieben habe geht es mir nicht unbedingt um ein hohes eintiegsgehalt mir reicht ein normales Facharbeiter Gehalt für den Anfang. Es geht mir nur darum die Zeit sinnvoll zu nutzen in der mir es möglich ist mich weiterzubilden und der Zeitraum ist ab Mitte 2019 bis ca Ende 2021. Da ich in diesem Zeitraum nicht mehr arbeite aber weiter Gehalt bekomme auch wenn es nicht die 100% sind reicht es um klar zu kommen. Und die Weiterbildung wird mir von meinem jetzigen Arbeitgeber bezahlt. Also will ich es sinnvoll nutzen.

Kommentar von Peppie85 ,

unter dem sachverhalt ist das natürlich was anderes. darf ich fragen, wie sich die noten zusammengesetzt sind?

unter den umständen wäre das schon sinnvoll den techniker dran zu hängen... nur das wird was die theorie angeht, das wird verdammt trocken und theoretisch...

lg, Anna

Kommentar von Addy76 ,

Also in der Prüfung hab ich die Theorie verhauen haben leider ne falsche Eingrenzung bekommen. Dafür kann aber niemand was und es kammen in der Abschluss Prüfung schlicht weg Sachen die wir weit vor der Zwischenprüfung durchgenommen haben und die Fächer schon vor der Zwischenprüfung abgeschlossen haben. Aber in Meinem Zeugnis hatte ich nur 2 Fächer die schlechter als 3,3 waren und sonst alles besser. Also was Theorie angeht bin nicht wirklich der Fan von aber wenn es sein muss kriege ich das schon hin also bin da eher durschnittlich als schlecht. Hatte auch überlegt in die Vor Kurse zu gehen die meist auch angeboten werden. Die gehen ja auch schon ca. 6 Monate und ich denke da wird man schon gut vorbereitet. Und das gute ist das ich den Techniker dann in Vollzeit machen könnte da ich für diese Zeit nicht arbeiten muss.

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 26

ich habe etwas länger mit meiner Antwort gehadert denn ich will dir nicht alle Illussionen rauben.

Früher gab es den Sklavenhandel. Den gibt es heute auch noch, nur wird es nicht mehr so drastisch genannt.

Siehst doch, du wirst trotz Ausbildung nicht entsprechend eingesetzt!
Wenn du jetzt noch den Techniker machst und auf eigene Kosten, glaubst du dann hätte irgendwer Interesse an dir als Techniker?

Die müssten dich ja dann als Techniker bezahlen. Warum glaubst du gibt es den angeblichen Facharbeitermangel?

Man will ausländische Facharbeiter integrieren die man natürlich billiger entlohnt. Ich habe es erlebt, hatte einige Tests gemacht, mich bei Firmen beworben, Eignungstests gemacht um meine Vermutung bestätigt zu bekommen.

Alle waren interessiert nach dem Test, aber alle sagten den einen Standartsatz, Sie sind überquaifiziert.

Ich grinste und sagte, reden sie doch mal Klartext, sagen sie einfach, sie können zwar viel, aber soviel wollen wir nicht zahlen.

Nochwas, ich verdiente sehr gut, war qualifiziert und organisiert bei der IGM und bekam vom Chef kurz vor Rente noch erzählt, die Firma wäre genötigt etwas mit zu machen was sie nicht wolle.

Diese Neuerung nenne sich ERA. Wenn du nach ERA suchst, wirst du finden, so nennt sich das neue Entgeld_Rahmen-Abkommen.
Intern kam ich an Informationen, wie das abläuft, ablaufen soll.

Alle Arbeitsplätze werden neu bewertet und natürlich nur aus Arbeitgebersicht. Die Löhne und Einkommen werden neu geregelt und zwar vermindert. Wer überqualifiziert ist, bekommt noch weiterhin sein Tariflohn/Tarifentgeld. Sonst wird rutergestuft, weniger bezahlt und vor allem bei Neueinstellungen weniger gezahlt.

Nun kannst du zwar die ERA-Tabellen für die Bundesländer einsehen, runter laden, hast aber keine Vergleiche zu den vorherigen Regelungen.

Nun überleg mal, wenn du überqualifiziert bist durch Techniker, hast du dann eine Garantie auf bessere Arbeitsbedingungen, -verwendung und Entlohnung?

Selbst bei den Gewinnsammelbecken namens Siemens wird Profit nicht nur mit neuer Technologie gemacht. Lese mal diverse Nachrichten. Die bauen tausende Stellen ab um mehr Profit machen zu können.

Ideal wäre noch die Automobilindustrie bzw teilweise Zulieferer, nicht nur Bosch um einen gesicherten und gut bezahlten und deiner Qualifikation entsprechenden Einsatz vorzufinden. Aber selbst die suchen zuerst intern, dann lassen die sich von Leiharbeitsfrimen die Besten anbieten die sie nicht selbst bezahlen müssen.

So ist leider die Realität und deswegen nicht nur ernüchternd. Solcherlei Leuten wie dir zu vermitteln macht keinen Spaß.

Spaß machte die Zeit von 1960 bis kurz vor 2000 noch. Da investierten Firmen sowohl in Technik wie in qualifizierte Mitarbeiter und bildeten auch noch größtenteils aus. Ab 1990 wurde nichts mehr repariert elektronisch, sondern wie bei der weißen Waren nur komplette Baugruppen getauscht. SPS Programme wurden immer komplexer und konnten kaum mehr von guten Mitarbeitern bewältigt werden.

Ich kenne sogar Ingenieure, die nicht ihrer Qualifikation entsprechend bezahlt und beschäftigt werden. Techniker auch, die nicht als Techniker beschäftigt und bezahlt werden.

Was also tun, empfehlen? Ich bin aus dem Arbeitsmarkt raus, hatte eine sehr gute Zeit mitmachen können, aber auch erlebt wie viel sich für Arbeitnehmer verschlechtert hat.

Wenn ich mich mit Firmeninhabern unterhalte was denen so an Ausbildungsniveau angeboten wird, zeigt das nur eine Seite.
Wer kann und will doch noch gut zahlen, wenn fast alles im Ausland viel billiger eingekauft werden kann?

Angenommen ich habe eine große Firma, beschäftige dich zum reparieren von Elektronikkomponenten, dann wäre ich doch billiger dran, die komplette Baugruppe für 20 Euro ein zu kaufen, als dir 200 Euro für 3 Stunden Fehlersuche und beseitigen zahlen zu müssen.

Okay, du wurdest in Automatisierungstechnik ausgebildet. Was hat man dir da vermittelt, was darfst du wissen und anwenden?

Wozu dürfen nur Rechtsanwälte juristischen Rat geben? Wieso werden Chefärzte anders bezahlt als Assistentsärzte usw? Selbst das Wissen ist organisiert. Wozu Bildungsreformen? Erinnert sowas nicht an ERA und Consorten?

Kommentar von Addy76 ,

Erstmal danke für deine Antwort. Mir geht es nicht darum in erster Linie darum das ich danach mehrere tausend Euro verdiene sonder darum das ich diese 2-3 Jahre wo ich halt Zeit habe mich witerzubilden sinnvoll nutze. ich bin für denn Zeitraum finanzielle abgedeckt. Aber auch nur für diesen Zeitraum. Weil das mein jetziger Beruf fördert dass ich nach dem ausscheiden aus diesem Beruf für ca. 2 Jahre weiter Gehalt bekomme zwar nicht mehr 100% aber schon so das ich damit gut klar komme. Und in diesen Zeitfenster passt eine weiterbildung zum Techniker perfekt rein.

Antwort
von Markus1804, 14

Ehrlich gesagt wundert mich das sehr, dass Du keinen anständigen Job findest. Denn deine Profession ist sehr gefragt. Deutschland ist das Land der Automaten. Da ist man als Automatisierungstechniker eigentlich in einem guten Umfeld. Hast Du denn größere Bewerbungsmarathone absolviert ? Oder warst Du auf einer Berufsmesse ? Letzteres ist immer zu empfehlen, da potentielle Arbeitgeber so - ganz informell und unverbindlich - einen persönlichen Eindruck von Bewerbern erhalten und die Chancen für ein gut laufendes Vorstellungsgespräch sehr gut stehen. Egal welche Noten man hat. Denn letztlich kommt es auf die persönliche Chemie an....

Kommentar von Addy76 ,

Du hast das falsch verstanden. Ich bin nicht auf Job suche also in der nächsten zeit erstmal nicht. Lass mich das so erklären, ich stehe in einem berufsverhältnis bis 2019 ich könnte danach verlängern aber das möchte ich nicht. Und nach 2019 bezahlt mir mein Jetziger Arbeitgeber für knappe 2 Jahre weiter Gehalt falls ich Weiterbildungen oder etwas ähnliches machen möchte und ich möchte das gerne nutzen. Und der Techniker passt genau in die Zeit.

Antwort
von rehgiiina, 55

Meine Frage: ist es sinnvoll für mich eine weiterbildung zum Techniker anzustreben oder ist es eher eine schlechte Idee

Mit einer 4 in Theorie ist das eine extrem schlechte Idee.

Da must Du schon deutlich mehr Leistung zeigen und halten können.

Kommentar von Addy76 ,

Das war nur in der Prüfung so schlecht auf den Zeugnissen stand ich immer zwischen 2,0 und 2,5 also nicht wirklich schlecht war nur falsch vorbereitet und prüfungsstress

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