Frage von Reesaa01, 149

Einstellung gefährdet durch frühere Magersucht?

Ich bin am kommenden Monatg zu einer amtsärztlichen Untersuchung vorgeladen. Durch meine Recherche habe ich erfahren, dass eine ehemalige psychologische Therapie ein Hindernis darstellen kann. Ich habe damals als 16-Jährige, also vor ca. 3 Jahren, eine ambulante Therapie gemacht, die allerdings vorzeitig durch die Psychologin beendet wurde, weil sie keinen Bedarf mehr sah, mich weiterhin zu therapieren. Ich bin seitdem nicht rückfällig geworden und habe mit diesem Kapitel eigentlich schon vor längerem abgeschlossen. Als Mindestgewicht wurde damals 47 kg vereinbart, was bei meiner Größe von 163 cm einem BMI von 17,7 entspricht. Ich halte dieses Gewicht, befürchte aber, dass es für den Amtsarzt zu niederig sein könnte. Vielleicht hat jemand Erfahrung in dieser oder einer ähnlichen Angelegenheit gemacht und kann mir diesbezüglich weiterhelfen.

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Antwort
von Willow123, 98

Das kommt vermutlich darauf an, wofür diese amtsärztliche Untersuchung ist.

Für Arbeitsplatz/ Ausbildung? In welchem Bereich?

In einem Beruf, wo du beispielsweise selbst mit magersüchtigen Jugendlichen umgehen musst, wird deine Therapie natürlich von Bedeutung sein, bzw. eine Bescheinigung dass sie soweit erfolgreich abgeschlossen wurde. Aber auch hier bleibt die Frage, woher der Amtsarzt davon wissen soll bzw. warum er dich darauf ansprechen sollte. Generell ist eine abgeschlossene Therapie kein Hindernis, sie wird außer in sozialen Berufen vermutlich niemanden interessieren.

Zum BMI:

Dein jetziger BMI ist ja nun nicht brutal niedrig. Ich war beim Amtsarzt mit einem BMI von mickrigen 16,8 und das war für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich _völlig_ irrelevant.                     

Frage ist eher: Bist du gesund? Kleine zierliche Menschen haben häufig geringe BMIs bei guter körperlicher Verfassung, die Hauptsache sind körperliche Gesundheit und allgemeine gute Konstitution.

Allerdings gibt es zum BMI Vorgaben, für die Arbeit bei der Polizei ist dein BMI in der Tat zu niedrig und dann wirst du aussortiert.

Du siehst, es kommt eben darauf an, wofür genau deine amtsärztliche Untersuchung ist.

Kommentar von Reesaa01 ,

Es geht um eine Ausbildung als Rechtspflegerin, also für den gehobenen Justizdienst

Ja ich bin gesund, die letzten Blutuntersuchungen waren auch alle unauffällig

Habe nur gelesen, dass psychische Vorerkrankungen ein Risiko darstellen, da man ja theoretisch rückfällig werden kann 

Kommentar von Willow123 ,

Ah ok, in diesem Berufszweig kenne ich mich leider nicht aus.

Aber wenn du ansonsten ein gutes Auftreten hast und wie du schreibst gesund bist, dann scheint mir eine Therapie, die schon Jahre her ist und ja nicht von dir abgebrochen wurde, kein großes Hindernis zu sein.

Bei einer Therapie wegen Aggressivität oder Drogensucht oder so würde ich eher aufmerken, aber hier geht es ja um was Anderes und das klingt alles positiv.

Viel Glück weiter!

Kommentar von Reesaa01 ,

Vielen Dank :)

Antwort
von Ronox, 59

Als Rechtspflegeranwärterin wird das kein Problem darstellen, allerdings musst du höchstwahrscheinlich nach dem Studium noch einmal zur Untersuchung, um zu sehen, was sich getan hat.

Antwort
von Apolon, 67

@Reesaa01,

eine psychologische Therapie, bedeutet nicht automatisch, dass man für den Beamtenstatus nicht geeignet ist.

Hier kommt es vermutlich auf deine Tätigkeit an.

Wenn es sich um eine Verwaltungstätigkeit handelt sehe ich kein Hindernis.

Ich habe sehr viele Kunden die eine psycholog. Therapie hinter sich haben und nach einigen Jahren in den Beamtenstatus aufgenommen wurden und zwischenzeitlich schon Beamte auf Lebenszeit sind.

Bei Einstellungen z.B. im Polizeidienst oder Berufsfeuerwehr dürfte es vermutlich damit Probleme geben.

Gruß

N.U.

Kommentar von Reesaa01 ,

Danke für die Antwort

Es geht um eine Ausbildungsstelle als Rechtspflegeranwärterin 

Kommentar von Apolon ,

Wenn du fit bist und keinerlei gesundheitliche Probleme hast, wird vom Amtsarzt auch keine Einschränkung kommen.

Lasse diese Untersuchung einfach über dich ergehen.

Sie ist völlig harmlos.

Diese amtsärztliche Untersuchung muss jeder der bei einer Behörde seine Tätigkeit beginnt über sich ergehen lassen.

Gruß N.U.

Antwort
von grubenschmalz, 62

Die Einstellung ist nicht gefährdet, aber die Verbeamtung.

Kommentar von Ronox ,

Zu Beginn Ihres Studiums wird sie bereits verbeamtet (auf Widerruf). Der BMI sollte jedoch vorerst kein Problem darstellen.

Kommentar von grubenschmalz ,

Mir ist das bewusst, ich bin selber Beamter. Die psychotherapeutische Behandlung ist das Problem.

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