Frage von MikeM1982, 69

Einschätzung Beitragsentwicklung PKV realitisch und Krankentagegeldversicherung sinnvoll ?

Hallo, zum 1.1.2016 hat mein Jahresentgelt (2015 ca. 56000 Euro brutto) die Versicherungspflichtgrenze überschritten. Ich (32Jahre) befinde mich in einem Angestelltenverhältnis Ich habe mich nach langem Hin- und her für die private Krankenversicherung entschieden. Auf Grund einer Vorerkrankung meiner Bauchspeicheldrüse ist es mir nur möglich eine Anwartschaft bei der einer PKV geltend zu machen. Bei anderen PKV falle ich durch den Gesundheitscheck. Es ist außerdem nicht möglich aufgrund meiner Vorerkrankung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Bis auf Verdauungsenzyme, die ich zu jeder Mahlzeit einnehmen muss, bin ich gesundheitlich nicht eingeschränkt und gehe von einer "normalen" Lebenserwartung aus. Meine private Krankenkasse macht mir zwei Angebote 410 Euro oder 478 pro Monat. Das zweite Angebot garantiert mir den Beitrag ab dem 65. Lebensjahr um mindestens 335 Euro pro Monat zu senken, macht dies Sinn? Ein Vorteil den mir die PKV nennt, ist das der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages zahlt. Ich gehe derzeit von einer Anhebung des Beitrages der privaten Krankenversicherung um 4% pro Jahr aus,so dass ich zum Renteneintrittsalter ein Beitrag von ca 1500Euro pro Monat zahlen würde, ist das realistisch ? (Vorausgesetzt es kommt zu keinen großen politischen Änderungen des Gesundheitssystems bzw. des Finanzsystems)? Ist diese Versicherung im Verhältnis zu einem Modell gesetzlich versichert plus private Zusatzversicherung zu teuer ? Des Weiteren bietet mir die private Krankenversicherung ein Krankentage von 125Euro an. Der monatliche Beitrag hierfür wäre eigentlich 35 Euro . Durch meine Vorerkrankung kommt ein Risikozuschlag von monatlich 72 Euro hinzu (insgesamt 107Euro) Mir kommt dieses Angebot sehr teuer vor. Besteht die Möglichkeit für mich bei einer anderen Versicherung das Krankentagegeld überhaupt bzw. billiger zu versichern ?

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 22

Hallo, MikeM1982,

gut, dass du diese Anwartschaft gemacht hast.

Klar, fast 500,- EUR sind eine Menge Geld. In der Gesetzlichen Krankenkasse würdest du aber auf Grund deines Einkommens wesentlich mehr bezahlen und hättest geringere Leistungen. Das ist wegen deiner Vorgeschichte bestimmt nicht unwichtig.

Wie hoch die Beiträge im Rentenalter sein werden, kann tatsächlich heute kein Mensch sagen. Deshalb ist die Garantie deinen Beitrag mit 65 zu senken sinnvoll. Denn diese verschafft dir eine gewisse Transparenz und du kannst im Alter viel besser planen.

Meistens kannst du diesen Tarifbaustein sehr flexibel reduzieren oder sogar ganz beenden. Das was du bis dahin angespart hast, wird dir in jedem Fall auf deinen Beitrag angerechnet.

Wie du schon gesagt hast, zahlt dein Arbeitgeber außerdem die Hälfte dazu und du hast sogar noch einen steuerlichen Vorteil.

Eine Krankentagegeldversicherung ist sehr wichtig. Grundsätzlich kannst du eine solche überall abschließen, musst aber auch bei anderen Unternehmen mit Risikozuschlägen o. Ä. rechnen. Es ist immer sinnvoll alles "unter einem Dach" zu haben, denn im Krankheitsfall willst du nicht noch mit Bürokratie belasten.

Viele Grüße aus Wuppertal

Bettina vom Barmenia-Team

Antwort
von Apolon, 30

Hall MikeM1982,

ich versuche mal deine Antworten soweit wie möglich zu beantworten.

Auf Grund deiner Erkrankung wirst du dich nur dort versichern können, wo bereits eine Anwartschaftsversicherung besteht, müsste dann aber auch bedeuten, dass eine Krankheit die nach Vertragsabschluss der AWV hinzu kam, kein Beitragszuschlag erfolgt.

Bei dem 2. Angebot für 478 € vermute ich mal, dass hier ein zusätzlicher Tarif Beitragsentlastung im Alter enthalten ist. Bedeutet der AG beteiligt sich bis an den Kosten.

Nachteil daran ist, wenn du das 65. Lebensjahr nicht erlebst, ist dieser Ergänzungsbeitrag verloren, denn er kann nicht auf deine Erben übertragen werden.

Alternativ kann man natürlich eine andere Altersrücklage wählen, wie z.B. eine Renten-Versicherung - muss dann aber den kompletten Betrag selbst entrichten, was natürlich für den Tarif BEA spricht. 

Wenn tatsächlich unser Vater Staat eine Gesetzesänderung verabschieden würde - wobei jeder in eine GKV wechseln müsste, könnte man diese Beitragsentlastung allerdings auch für Zusatztarife zur GKV berücksichtigen.

Nur daran glaube ich nicht, denn diese erhöhte Kosten, können die gesetzlichen Krankenkassen nicht aufbringen. Auch müssten sie dann alle Kosten für die Forschung von Medikamenten und medizinischem Fortschritt aufbringen. Ergänzend auch die Kosten für alle Beamte übernehmen.

  Des Weiteren bietet mir die private Krankenversicherung ein Krankentage von 125Euro an. Der monatliche Beitrag hierfür wäre eigentlich 35 Euro . Durch meine Vorerkrankung kommt ein Risikozuschlag von monatlich 72 Euro hinzu

Dies ist sehr eigenartig, denn nach deinem Text besteht doch eine Anwartschaftsversicherung und diese beinhaltet auch eine Bedarfsanpassung und somit sollte auch eine Krankentagegeldversicherung ohne Zuschlag inbegriffen sein. Es könnte natürlich sein, dass eine Bedarfsanpassung auf ein Tagegeld von 125 € nicht über die AWV abgedeckt ist.

 Besteht die Möglichkeit für mich bei einer anderen Versicherung das Krankentagegeld überhaupt bzw. billiger zu versichern ?

Nein - den auf Grund deiner Krankheit kannst du bei keinem anderen Versicherer eine Absicherung bekommen.

Gruß N.U.

Antwort
von basiswissen, 26

Norbert Ihrig hat schon das meiste völlig richtig ausgeführt.Ich möchte noch anmerken das "gesunde" Anbieter eine Beitragssteigerung von 2-2,4% haben.  Aber das sind Vergangenheitswerte! Keiner kann sagen was wird.
Unter den gegebenen Voraussetzungen wü´rde ich vom Tarif BEA abraten. zwar geht Dir der Anteil des AG verloren, Du bist aber ungleich flexibler wenn du eine alternative Sparform - z.B. einen breitgefächerten Investmentfond- wählst.. Es bleiben nur die Optionen:Du brauchst die Rückstellungen tatsächlich, dann wird die Alternative wahrscheinlich nicht schlechter sein als der BEA.Du stirbst vor dem 65/67Lj, dann haben zumindest deine Hinterbliebenen was von dem Geld.Du brauchst den Betrag nicht oder nicht im vollen Umfang, dann wird Dir bestimmt eine andere, sinnvolle Verwendung einfallen.Ich wünsche viel Erfolg!

Antwort
von Havenari, 29

Meine Glaskugel funktioniert auch nicht besser als jede andere...

Ich sage nur soviel: nachdem ich etwa in deinem Alter in die private Krankenversicherung eingestiegen war, ergab es sich gut zehn Jahre später, dass ich wieder in die Gesetzliche kam, worüber ich heilfroh bin...

In meinem Fall dürfte die jährliche Steigerungsrate über vier Prozent gelegen haben, was aber natürlich nichts über die zukünftige Entwicklung aussagt.

Antwort
von kenibora, 30

Sorry, aber wer bitte soll, kann und will Dich hier auf diese "Mamutfrage" beantworten.....Hast doch selbst viele Möglichkeiten, unter Vorlage aller Unterlagen, Dich beraten zu lassen!

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