Frage von cazstasgirl94, 107

Einreiten anreiten Pferde?

Hallo heut gehts mal nicht um mein Baby sondern um meinen 2 Jährigen Halbblut Shakespeare

Ich habe ihn mir im Januar '15 gekauft nachdem mein Wallach Winnie 8'14 wegen schlimmer Koliken mit 17 eingeschläfert wurde

Ich habe Winnie mit anfang 15"gekauft" (für 150€ einfach damit er da rauskam) sein fell war verfilzt stand bei schlimmsten wetter und kälte draussen und gut ernährt war er auch nicht

Das wichtigste war natürlich als er zu uns kam er sollte Fit werden sollte mit 16 wollten wir ihn wieder ans reiten gewöhnen alles langsam natürlich ehrlich gesagt war er ein wrack alles neu lernen ich war fürchterlich sauer auf die vorherigen besitzer beim anbinden bekam er panik longieren ging nur im Schritt Sattelzwang Das schlimmste war aber die Trense Wir probierten ein weiches Gebiss ging auch nicht mit einem Westernhalfter ging es einigermaßen und er wurde ein richtig liebes reitpferd dann kam der schlimmste Tag wir mussten ihn gehen lassen

Shakespeare möchte ich wenn es soweit ist gerne weitesgehend selber zureiten Mit Führtraining und desensibilisierung und Vertrauensarbeit fange ich schon an einfach damit er es frühzeitig kennt mit 3-3,5 möchte ich dann richtig anfangen Könnt ihr mir tipps geben und denkt ihr es ist auch bei einem Halbblut (mutter angelo Araber) möglich eine Gebisslose Trense zu verwenden Er ist noch sehr verspielt und stürmisch aber ich will nicht das er jemals solche Panik vor Trense oder Sattel hat

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 41

Wenn Du das bei einem älteren Pferd mit schlechter Erfahrumg geschafft hast, ist es bei einem neuen, welches nichts kennt, viel einfacher.

Sicher kann es nichts schaden, wenn er beim Putzen so allmählich spielerisch schon mal all die Sachen kennen und fühlen lernt, die ihm als Reitpferd später begegnen werden. 

Auch ich würde dem Pferd mit dem Anreiten unbedingt Zeit lassen, bis es wenigstens 3-4 Jahre alt ist. Und wenn er bis dahin schon an alles gewöhnt ist, was so mit dem Reiten zusammenhängt, wenn möglich einen erfahrenen Profi beauftragen. Aber keinen " Möchtegern" ohne Ausbildung.

Das erste Anreiten, also das Gewöhnen ans Reitergewicht, auf- und absteigen,  kann man, wenn man einen zuverlässigen Vertrauten Helfer hat, vielleicht noch selber. Aber die ersten Wochen, wo sich das Tier unter dem Reiter bewegt, sind so prägend! Da wird bei vielen Pferden schon der Vorwätrsdrang erstickt oder Widersetzlichkeit hervorgerufen.


Antwort
von beglo1705, 53

Ich würd ihm noch etwas Zeit lassen. Fang mit der Vertrauensarbeit an, wenn er 3 Jahre ist und lass ihn über Winter in seiner Herde und beginne mit der Gewöhnung an Sattel, Zaum und Gewicht erst im Frühjahr seines 4. Geburtstages.

Zudem ist wichtig, aus der Zäumung (hier evtl. ein Bosal zum Einreiten) und dem Sattel keine Tragik zu gestallten. Den Sattel kann man ohne weiteres mal als Anschauungsmaterial beiläufig beim Putzen oder so in Sicht-u. Riechweite des Pferdes ablegen/aufhängen, sodass das neue Sachen die dann auf dem Tier landen ihren (plötzlichen) Schrecken verlieren.

Bei allem, was du machst, mach es mit Bedacht und in Ruhe und gib ihm Zeit, Vertrauen in neue Dinge (Sattel, Zaum, Steigbügel, die an die Seite klopfen usw.). Um so stürmischer dein Pferd umso mehr Ruhe muss von dir kommen, sonst wirst du immer ein hibbeliges, unruhiges und somit auch  unkonzentriertes Tier unterm Sattel haben.

Antwort
von Boxerfrau, 32

Ein Pferd gebisslos ein zu reiten ist absolut kein Thema. Wieso auch? Es lernt es ja gerade erst. Und das Sidepull z.b wurde ja speziell für das einreiten junger Pferde genutzt. Nun wenn du jetzt genau mit ihm machst und ihn am Boden gut vorbereitest, wirst du beim einreiten absolut keine Probleme haben. War bei mir zumindest so. Ich hab meinen 1 jährig gekauft und war jeden Tag bei ihm, hab ihn jeden Tag ne halbe Stunde aus der Herde geholt und gefüttert, geputzt, hufe sauber gemacht und ab und zu bin ich ein bisschen hin und her gelaufen und dann wieder zurück in die Herde. Mit zwei hab ich das ein bisschen gesteigert, mal bin ich spazieren gegangen und mal in den Roundpen für 10 min, da hab ich immer mal wieder was neues rein, Ball, Plane usw. Und wir haben uns die Sachen angeschaut. Ein bisschen führtrainig usw. Alles mit ruhe und ans Pferd angepasst. Und immer ein bisschen mehr, hab dann auch angefangen ihm Sachen auf den Rücken zu legen, Plane, Pad usw. Und so mit 3 Jahren habe ich ihn ab und zu gesattelt und bin mit ihm Spazieren gegangen oder als Handpferd mit genommen. Im Roundpen bin ich neben ihm hoch und runter gehüpft, hab mich aus Podest gestellt und ihn daran gewöhnt das ich höher bin, hab mich über ihn drüber gelehnt und gestreichelt. Das erste mal drauf gesetzt hab ich mich dann etwa mit 3,5, erst hab ich mich drüber gelegt und eine Freundin hat ihn geführt und dann hab ich mich kurz drauf gesetzt, gestreichelt und gelobt und dann das ganze beendet. Und dann bin ich immer wieder mal vom Podest aus aufgestiegen, kurz sitzen geblieben und wieder runter. Und dann bin ich nach 2 Wochen erst im Roundpen ein paar runden geritten und danach einmal um die Koppel geritten. Und nach etwa 5 Wochen bin ich dierekt mal alleine ins Gelände. Und er hat nie irgend welche Probleme gemacht. Jetzt ist er 4 und ich hatte ihn 2 Monate im Beritt und wir nehmen regelmäßig Unterricht bei dem Trainer. Und das klappt super.

Kommentar von Urlewas ,

Find ich gut.

Antwort
von DCKLFMBL, 41

ja, klar ist es Möglich ein Junges Halbblut Gebisslos zu Reiten! macht keinen Unterschied, die Einwirkung ist nur wo anders und es nervt nix im Mund - das ist das gute daran! aber nimm bitte keine Mechanische Hackamore! die sind Irre scharf.

beim Anreiten solltest du einen Profi dabei haben! Gewöhn ihn an alles (Sattel, Zaumzeug etc.) häng es in Sichtweite, lass ihn immer wieder daran Schnuppern bis man ihn dann Drauflegen kann :-)

Viel Glück!

Kommentar von Urlewas ,

Allerdings würde ich ein junges Pferd an verschiedene Zäumumgen gewöhnen. Nicht mit allem " arbeiten", aber dass er es auch kennt, dass ein Gebis im Maul nichts völlig fremdartiges mehr ist. 

Dann bist Du auf der sicheren Seite, wenn Du später aus irgendeinem Grund wechseln willst. ( falls das Pferd zum Beispiel mal nichts hinter den Ohren tragen kann wegen einem gesundheitlichen Problem im Genick)

Kommentar von DCKLFMBL ,

würde ich nicht machen! ich würde im Notfall Aufhören mit Reiten :-) damit tut man ein Größeren Gefallen als ein Gebiss rein zu stecken!

Antwort
von trabifan28, 39

Meiner Meinung nach sollte das Einreiten von jemandem übernommen werden, der sich damit auskennt und genügend Erfahrung mitbringt. Hast du diese Erfahrung und das nötige Wissen, weißt du was du tun musst und was nicht usw.?

Gerade wenn du nicht willst, dass dein Pferd Panik vor Sattel, Trense o.Ä. hat solltest du das von einem Bereiter machen lassen oder zumindest einen um Hilfe bitten, der dir dabei hilft.

Außerdem finde ich ein Pferd mit 3-3,5 Jahren noch viel zu jung um es einzureiten! Ich an deiner Stelle würde ihm noch Zeit geben um in der Herde seine "Kindheit" zu verbringen. dann kannst du mit 3-3,5 anfangen vom Boden aus mit ihm zu arbeiten und mit etwa 4 Jahren evtl. anfangen ihn, mit/von einem Bereiter ausbilden.

Und um auf deine eigentliche Frage zu kommen... klar kann man ein Pferd auch gebisslos ausbilden. Allerdings sollte man sich auch hier die Wirkungsweisen der versch. Zäumungen ansehen und evtl. einen Bereiter/Trainer um Rat fragen.

Kommentar von Boxerfrau ,

das ein Pferd Panik vor gewissen Sachen bekommt, vermeidet man vorallem dadurch das man es lange genug und vor allem mit bedacht darauf vorbereitet....

Antwort
von sukueh, 62

Ein Pferd ausbilden, sollte meiner Meinung nach nur ein Profi, den Pferdeausbildung ist noch mal was anderes, als "nur" zu Reiten. Bei einem guten Trainer wird ein Pferd weder vor Trense oder Sattel Panik bekommen/haben.

Gerade, wenn man schlechte Erfahrungen für das Pferd vermeiden oder ausschließen möchte, ist es doch meiner Meinung nach sinnvoll, diese sensible Arbeit entweder gleich einem Profi zu überlassen oder sich aber auf alle Fälle Unterstützung vor Ort zu besorgen. 

Die beste Absicht schützt den unerfahrenen Ausbilder nicht vor Fehlern. Hol dir die Tipps also bitte bei einem in der Pferdeausbildung erfahrenen Menschen vor Ort, der dich bei der Arbeit unterstützen kann, wenn du das Pferd schon nicht professionell ausbilden lassen möchtest.

Unsere Pferde stehen jetzt schon sehr lange Zeit in einem Trainings- und Ausbildungsstall. Hier - und auch in meinem reitenden Bekanntenkreis - sehen wir sehr deutlich die Auswirkungen von "irgendwie" Anreiten und professionell Anreiten. 

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