Frage von nickkersten, 74

Einlasskontrolle mit Scanner, Zeiterfassung und aktuelle Personenzahl?wie kostengünstig realisierbar?

Ich möchte den Einlass und Auslass von ca. 300 Personen kontrollieren. Dies soll mittels Barcode geschehen.bei eintritt sollten Daten wie geb. Datum,Name und evtl ein Bild und besondere bemerkungen angezeigt werden. Es sollen Zeitpunkt des ein und Ausgangs der einzelnen Personen protokolliert werden. Gleichzeitig sollte die aktuelle Personenzahl ablesbar sein.

Die Lösung sollte recht kostengünstig sein. Hardware wie Monitore PC und Scanner sind vorhanden. 

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Ist das realisierbar mit geringen Mitteln? Und wenn ja wie?

Vielen Dank 

Antwort
von Trilobit, 44

Vorsicht:
Generell könnten hinter der Datenerhebung erhebliche Datenschutzprobleme lauern, weil ja ziemlich detaillierte Profile erstellt werden könnten, etwa wer wann zusammen mit wem und nach dem Genuss welcher Getränke das Gebäude verlassen hat. Wenn dann auch noch die Daten Minderjähriger betroffen sind, wird das eventuell noch verwickelter. Außerdem könnte die Datenerfassung eine striktere Auslegung deiner Fürsorgepflicht als Gastwirt nach sich ziehen, denn wenn dann doch mal jemand im anschluss an den Besuch deines Lokals zu Schaden kommt, will die Polizei sicher wissen, weshalb dein System nicht spätestens beim zehnten erfassten Schnaps Alarm geschlagen hat.
Nicht abrechnungsrelevante Daten würde ich deshalb erst gar nicht erheben, oder direkt danach anonymisieren und separat speichern. Das ist aber eine Baustelle, um die ich mich im Weiteren nicht sorgen werde, mir geht es im Rest meiner Antwort nur um die technische Realisierung.

300 Personen klingt nach einem mittelgroßen Unternehmen (Mitarbeiter-Anwesenheitskontrolle) oder einer Disco/einem Club (Stammgast-Ausweise; das Geburtsdatum könnte der Unterscheidung dienen, ob Alkohol ausgeschenkt werden darf).

Ich beschränke mich aufgrund des Kriteriums "kostengünstig" auf Letzteres, weil ich davon ausgehe, dass ein Unternehmen mit 300 Beschäftigten sicher andere Prioritäten wie z.B. Ausfallsicherheit und Kompatibilität mit schon vorhandenen Systemen, und auch ein entsprechendes Budget für die Entwicklung einer eigenen (oder zur Anschaffung einer etablierten) Lösung hätte.

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Ich nehme also an, dass du eine Disco betreibst, und ein Barcodescanner samt Rechner und notwendigem Zubehör steht zur Verfügung.
Barcodescanner waren früher meist über spezielle Einbaukarten an den Computer angeschlossen; inzwischen sind das wohl überwiegend Geräte, die USB- oder noch PS/2-Stecker haben und eine Tastatur emulieren. Excel erkennt also nicht, von wo eine Eingabe kommt, d.h. ob der Scanner gerade "12345" gelesen hat oder das auf der sicher immer noch erforderlichen, und daher auch noch angeschlossenen normalen Tastatur getippt wurde.
Das Problem ist also auf die Erkennung von Zeichenketten mit definiertem Format reduzierbar, falls meine Annahme mit der Tastaturemulation stimmt.

In Excel können Formulare erstellt werden, die wie eine normale Windows-Anwendung aussehen, aber innerhalb von Excel mit Hilfe von Makros in der Sprache "Visual Basic for Applications", kurz VBA, gesteuert und ausgelesen werden.
Man kann also eine Eingabemaske bauen und mit Makros die gelesenen/eingegebenen Zeichenketten auf das korrekte Format hin überprüfen, und sie anschließend zusammen mit der Uhrzeit in ein Excel-Arbeitsblatt schreiben. Parallel kann eine Statistik geführt werden, das ist alles kein Hexenwerk.

Das ganze Ding wird von der reinen Entwicklungszeit her zunächst nicht länger als zwei, drei Tage brauchen, das Vorhandensein des Scanners während der Entwicklung vorausgesetzt. Die eigentlichen Probleme fangen trotz ausführlicher Tests erst im tatsächlichen Betrieb an, und dann ist Fehlerbehebung angesagt. Fatal, wenn du dich zu dem Zeitpunkt schon auf das System verlässt - du solltest deshalb eine großzügige Übergangszeit vom alten System (auch wenn es sich dabei z.B. um Bierdeckel handeln sollte) aufs neue einplanen.

"Kostengünstig" ist allerdings eine schwierige Anforderung, weil das zum einen selbst ein relativer Begriff ist (sind dir 100 Euro schon zu teuer, oder beträgt dein Budget für maßgefertigte Software mindestens - realistischere - 500 Euro, was aber auch für die geschilderte Minimalversion immer noch ein Schnäppchen wäre?), und sich zum anderen die später bei der Produktabnahme tatsächlich erwarteten Funktionen deutlich von deiner hier präsentierten Skizze unterscheiden könnten.

Ich habe den Eindruck, dass du selbst nur eine grobe Abschätzung darüber hast, was die Software können muss. Sowas steht üblicherweise im "Lastenheft" (das ist auch ein guter Suchbegriff). Auch über das Budget solltest du dir klar werden, bevor du etwas verbindlich vereinbarst.
Möglicherweise wohnst du in einer Unistadt oder in deren Nähe. Dann kannst du dein Jobangebot etwas detaillierter ausarbeiten und am Schwarzen Brett in der Mensa aushängen, in der Hoffnung, dass ein Student dir das Problem kostengünstig löst. Dann hättest du auch weniger Geld verbrannt, wenn du zunächst mit einer solchen Erfassungssoftware nur Erfahrungen und Wünsche für die nächste Version sammelst, und später diese erste Version durch eine leistungsfähigere, eventuell von einem echten Softwarehaus entwickelte ersetzt. Das ermöglicht dir zu dem geringeren Preis der ersten Version noch Irrtümer und Fehlentscheidungen (z.B. Features, die du bestellst und bezahlst, die sich aber letztlich als fast nutzlos herausstellen), die deutlich teurer geworden wären, wenn du gleich ein Softwarehaus mit ihnen beauftragt hättest.

Antwort
von Trilobit, 53

Bestell mir bitte eine mit.

Danke.

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Oder war das etwa gar kein Angebot, sondern eine Frage? Die habe ich dann wohl übersehen.

Kommentar von nickkersten ,

Entschuldige. Finde die Seite etwas unübersichtlich. Habe die frage editiert 

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