Frage von Ronda4ever, 60

Einige Fragen rund um die Hufpflege...?

Hey,

Also 1. Ich verstehe ja dass Huffett im Sommer kontraproduktiv ist, aber warum wird es auch im Winter verteufelt? Meine Ronda hat im Winter oft total weiche aufgequollene Hufe. Und seit ich wieder so 2× die Woche fette ist die Konsistenz viiieel besser...

Und 2.= diesen Monat konnte mein Opa wirklich NICHTS fürs Pferd bezahlen. Also habe ich TA,Futter,Zähne raspeln, einige Ersatzkäufe übernommen...was dazu führte dass wir jetzt nicht die Hufbearbeitung bezahlen können, die schon Ende Oktober angestanden hätte.

Das ist natürlich sehr schlecht bei einem ehemaligen Rehepferd.

Ich habe eine Hufraspel rumliegen und frage mich jetzt ob ich es vllt doch mit dem Raspeln versuchen sollte. Bis Anfang nächsten Monat müssen wir nich überbrücken. Die paar wenigen gesplitterten Ecken wurden schon mitm Hufmesser entfernt.

Aber man sieht bei den Vorderhufen deutlich, dass diese innen bissl länger sind als außen...

Ich hab aber Angst zuviel oder falsch zu Raspeln..und dass sie dann auf der Sole läuft oder so.

Sein lassen oder selbst Raspel ablegen? Was sagt ihr? Und wenn ja - wie mache ich es?

Antwort
von Punkgirl512, 22

Selber raspeln würde ich an deiner Stelle nicht - dann lieber einen Termin für den Zeitraum machen, wo wieder Geld flüssig da ist. Wenn du einen guten Hufbearbeiter an der Hand hast, könntest du auch fragen, ob du beim nächsten Mal quasi doppelt bezahlen kannst - dann legst du dir im Laufe des Turnus das Geld bereits vorher schon zur Seite, sodass es sicher ist, wenn der nächste Termin kommt. Kommt zwar etwas blöd, sollte auch nicht zur Regel werden, aber dann könnt ihr die Hufbearbeitung vorziehen und einmal später bezahlen. 

Ich habe peinlicherweise schon ein paar Mal bei meiner Huforthopädin vergessen, vorher Geld zu holen. (Ich hab auch schon einige Termine selber verpennt und war zufällig vorher am Stall und nicht die Einzige bei ihr :D ) Da ich nicht ständig Bargeld mit mir führe, habe ich das dann beim nächsten Mal mitbezahlt. Die meisten Leute haben damit kein Problem - anrufen und fragen ;)

Dass die Hufe im Winter bzw. in der Matschzeit etwas aufgequollener sind, ist klar, denn der Boden wird weicher, das Horn läuft sich tendenziell nicht mehr so schnell ab wie bei einem hartem Sommer-Boden. Und das ist auch richtig so - in Extremform nicht, aber das ist schon normal ;) 

Huffett brauchst du auch im Winter nicht - um die Hufe zu härten, musst du einfach nur regelmäßig ein bisschen auf Asphalt laufen. Huffett schadet im Winter wie auch im Sommer, denn der Huf braucht Luft, und keine verstopften Poren. So hälst du zwar das überdrüssige Wasser fern, verstopfst aber gleichzeitig wieder die Poren. Der Feuchtigkeitsgehalt im Huf bleibt sowieso immer derselbe, nur das Horn passt sich den Gegebenheiten an. 

Ein sehr schönes Beispiel, wie schnell das auch gehen kann von mir selbst: 

Mein Pony hatte vor ca. 2 Monaten ein Hufgeschwür. Das entsteht durch Bakterien. Dann gab es noch einen Stallwechsel, dann intern nochmal insgesamt 2 Boxenwechsel (weil er sehr extrem abgebaut hat, als er ganz draußen stand und es ihm definitiv zu kalt war und das Immunsystem durch das Hufgeschwür und den Stallwechsel bereits geschwächt war, deshalb ging es dann wieder zurück in die Innenbox, wo er in der ersten Woche dort auch stand). 

In der Zeit mit dem Hufgeschwür wollte und konnte ich ihn aber auch nicht so arbeiten, wie er es gebraucht hätte. Das Loch ging so tief, dass die Huflederhaut frei lag - täglich desinfiziert, gestopft mit Kompressen, Hufverband drum, Hufschuh drauf. Ging auch gut - nur waren die Hufschuhe 24 Std. drauf und scheuerten dann irgendwann. Also mussten die Schuhe abbleiben und der Hufverband konnte noch so gut getapet werden, er hat nichtmal einen Tag gehalten. Also nur noch täglich desinfiziert und Loch gestopft. 

In dieser Zeit war ich natürlich wenig ausreiten, also lief er nur auf recht weichem Boden: Wiese, Reitplatz. Selbst meine Huforthpädin hat mich gefragt, was denn mit ihm passiert ist, so schlechte Hufe hatte er wirklich noch nie. Plötzlich sammelten sich überall Steine - und normalerweise brauche ich gar nicht erst auskratzen, da fällt eh alles wieder raus. 

Jetzt konnte in den letzten 2 Wochen endlich wieder vernünftig ausreiten gehen. Klar, die ersten 2-3 Ritte waren noch mit recht weichen Hufen. 

Zusätzlich mit einer Futterumstellung (Bedingt durch das geschäwchte Immunsystem) und mehreren Ausritten sind bereits in 2-3 Wochen die Hufe wieder richtig schön hart geworden. 

Die Moral von der Geschicht': Laufe mit ihr im Schritt täglich so viel wie möglich auf Asphalt und die Hufe verändern sich, ganz von allein. Dann brauchst du auch kein Huffett mehr. 

Kommentar von Ronda4ever ,

ok, das leuchtet ein :)

Antwort
von Isipulli, 18

Hallo Ronda4ever,

ad Huffett: Manche Hufe sind sehr trocken und freuen sich über Fett. Doch habe ich in so einem Fall immer Huföl genommen. Das zieht ein und verstopft nicht die Poren. Außerdem enthält es manchmal pflegende Substanzen. Auch das ist allerdings wie ein Medikament nur phasenweise zu verwenden. Es soll nicht zur Daueraktion werden.

ad Raspeln: wo der Huf ausbricht, kannst du ruhig etwas raspeln, damit der Huf nicht noch weiter einreißt. Dabei die Feile von oben nach unten führen und gleichzeitig über die Kante nach "hinten". Wenn du schon mal zugeschaut hast, weißt du vermutlich, was ich meine.

ad Hufpfleger: ich schließe mich der Meinung meiner Vorschreiberin an. Es ist urpeinlich, aber dem Pferd zuliebe würde ich über meinen Schatten springen und den Pfleger fragen, ob er bald kommt, auch wenn du erst später zahlen kannst. Und wenn du es zum vereinbarten Zeitpunkt auch wirklich tust, ist alles ok. Hufpfleger sind auch Tierfreunde ;-)

Viel Erfolg und weiter viel Freude mit deinem Pferd!

Antwort
von kuechentiger, 39

http://louven-blog.com/der-feuchtigkeitshaushalt-des-hufes/

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