Frage von Frank11111, 188

Eingliederungsvereinbarung ( EGV ) ablehnen,Hartz 4?

Hallo und Gutentag,

Ich habe Gestern meinen Bewilligungsantrag bekommen und dabei war für mich und meine Frau jeweils einen Eingliederungsvereinbarung die wie Unterschrieben zurückschicken müssen. Hat sich da mittlerweile was geändert so das man die EGV Unterschreiben muss oder ist alles gleich geblieben das man die nicht Unterschreiben muss.

Folgendes steht drin

1.Pflichtverletzungen

  • Ich mich weigere ,in der Eingliederungsvereinbarung / Hilfeverinbarung oder in diese ersetzenden Verwaltungsakt nach §15 ABS 1 SGB festegelegte Pflichten zu erfüllen,insbesindere in ausreichendem Umfang Eigenbemühungen nachzuweisen.

-ich mich weigere,eine zumutbare Arbeit,Ausbildung,Arbeitsgelegenheit nach§ 16d SGB oder eine mit einem Beschäftigungszuschuss nach 16e SGB geförderte Arbeit aufzunehmen,fortzuführen oder deren Anbahnung durch mein Verhalten verhindere.

-ich eine zumutbare Massnahme zur Eingliederung in Arbeit nicht antrete,abbreche oder Anlass für den Abbruch gebe.

-wenn ich mein Einkommen oder Vermögen in der Absicht vermindert habe,die Vorraussetzung für die Gewährung oder Erhöhung des Arbeitslosengeld 2 herbeiführe.

-ich trotz Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis mein etwaiges unwirtschaftliches Verhalten fortsetze.

-mein Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht oder erloschen ist,weil die Agentur für Arbeit das Eintretten eine Sperrzeit oder das Erlöschen des Anspruchs ,nach den Vorschriftendes Sozialgesetzbuches Drittes Buchs festgestellt hat.

-ich die im SGB gennanten Vorrausetzungen für das Eintretten einer Sperrzeit erfülle,die das Ruhen oder Erlöschen eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld begründen.

Bei einer Verletzung dieser Pflichten mindert sich das ALG 2 in einer ersten Stufe um 30 % des für mich massgebenden Regelbedarfs nach § 20 SGB .bei der ersten wiederholten Verletzung dieser Pflichten mindert sich der für mich massgebenden Regelbedarf um 60%.Bei jeder weiteren wiederholten Pflichtverletzung entfällt mein ALG 2 vollständig.

So und bei meiner Frau steht genau das gleiche. Heisst wenn die mir was anbieten würden über Zeitarbeit obwohl ich nicht über Zeitarbeit Arbeiten will,dann kriege ich Sanktionen.Richtig?

Hat sich da mittlerweile was geändert das man die Unterschreiben muss oder nicht.

Würdet ihr die Unterschreiben?

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Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4 & Jobcenter, 164

Unterschreiben müsst ihr die EGV - nicht,dann wird sie euch per Verwaltungsakt mit Rechtsmittelbelehrung zugestellt,dagegen könnt ihr dann einen schriftlichen Widerspruch mit dementsprechender Begründung einlegen !

Der ALG - 2 Bezug ist nun mal kein Wunschkonzert,ihr habt eure Bedürftigkeit nach euren Möglichkeiten zu verringern oder ganz zu beenden,dass es sich dann ggf.nicht um euren Wunschjob handelt spielt dabei keine Rolle.

Ihr habt jede zumutbare Beschäftigung anzunehmen,die euren körperlichen und geistigen Fähigkeiten entspricht und natürlich legal sind.

Antwort
von EstherNele, 178

ALG II zu beziehen bedeutet eben auch, jede Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit wahrzunehmen zu müssen, um deine wirtschaftliche Situation derart zu verändern, dass du weg kommst vom Amt.

Da ist definitiv kein Spielraum für

obwohl ich nicht über Zeitarbeit Arbeiten will,

sondern dann muss man angebotene Arbeiten annehmen, Es sei  denn, du hast wirkliche Gründe (meist gesundheitlicher Art), warum das nicht geht.
Die muss dann aber notfalls bereit sein, vom Amtsarzt bestätigen zu lassen.

Wenn es darum geht, dass jemand einfach keine Lust hat, in einer bestimmten Branche zu arbeiten und dann lieber auf Kosten der Allgemeinheit zu leben (denn ALG II kommt nun mal aus Steuergeldern), dann wäre einem grenzenlosen Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

Ich als Steuerzahler bin der Meinung, soll ALG II bekommen, wer es benötigt - aber nicht, wer bloß nicht arbeiten will.
Viele Leute waren schon mal mit ihrem Job oder ihrem AG nicht besonders glücklich - dann sucht man sich etwas anderes, Fertig.

Wenn du nicht unterschreibst, dass du dich um einen Job ausreichend bemühst oder dich vermitteln lässt, wenn sie dir etwas anbieten - dann finde ich entsprechende Sanktionen durchaus gerechtfertigt.

Kommentar von guppyguppy ,

Na du bist ja wieder so ein Fixniedlich. Da können dann vllt Rollstuhlfahrer eben mal so aufstehen und Fenster putzen, oder Acker umgraben. Was hat ein unter bezahlter Job, ohne dass man etwas machen kann, mit arbeiten zu tun. Ich habe einen Job als Gärtner angedreht bekommen, für 1€/h. ICH SITZE IM ROLLSTUHL. Solche Blödmänner arbeiten auch bei ARGE

Kommentar von EstherNele ,

Siehst du, dass ist eine Info, die du uns vorenthalten hast.

Das genau meine ich nämlich definitiv nicht. Das ist nämlich keine zumutbare Arbeit - nicht für dich !!! 

Mit einer solchen Sache hätte ich dir geraten, eine kurze Info an den Geschäftsführer des JC zu schreiben, dass du diesen Fall - weil eben ein Aufreger schlechthin - zum Beispiel an "sternTV" oder "Akte 2015" schreibst und diesen Fall veröffentlichst.

Ich persönlich hätte es gemacht !!!

Das habe ich auch gar nicht gemeint mit meinem Beitrag. Wenn jemand nachweislich gehandicapt ist oder in irgendeiner Weise in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt - dann soll er auch besondere Fürsorge erhalten und das muss nicht immer in der Form von lebenslang ALG II sein.

Ich habe berufsbedingt mit zwei extremen Lagern zu tun - einerseits Leuten, die trotz einschränkender Bedingungen wie bei dir von den Mitarbeitern im JC nicht adäquat betreut werden, sondern man wirft ihnen noch Steine in den Weg. Sei es aus Inkompetenz oder Mangel an Professionalität.

Aber ich habe eben auch mit denen zu tun, die immer wieder aus Unlust/ Unzuverlässigkeit/ Alkohol aus jeder MAE fliegen, die ganz klar sagen, dass sie min. 2000 € netto erwarten - und das in Hilfstätigkeiten, kein Berufsabschluss, kein Führerschein, sie lehnen selbst Arbeit zwei Schichten ab ("bin ich mit 40 zu alt für"), 40 min Fahrtweg mit Bus sei viel zu lange und und und.

Und (leider) meinen hier viele Fragesteller mit ähnlichen Fragen wie deiner eher ... "Wie mache ich es, dass ich die oder die Arbeit nicht annehmen muss" ... "Wieso soll ich Vollzeit, wenn mit Minijob und ALG II reicht"  ... "Warum soll ich arbeiten gehen, bin 25, habe Rücken. Warum versteht das keiner???"  usw.

Das - nämlich diese Unlust, arbeiten zu gehen in dem Sektor, der dem jeweiligen  Ausbildungs- und Kompetenzlevel entspricht - kann eine Gesellschaft auf Dauer nicht durch entsprechende Sozialleistungen aus Steuergeldern kompensieren.

Ich kann nicht eine Bezahlung wie ein Geschäftsführer erwarten, wenn ich 8.Klasse und einen Teilabschluss im Baugewerbe habe.

Das sind aus - meiner Sicht - die arbeitsmarktpolitischen Problemfelder und -fälle.

Für Menschen wie dich müsste eine hochentwickelte Gesellschaft eigentlich in der Lage sein, ihnen eine Existenz aus eigenem Arbeitsleben zu ermöglichen, indem man die entsprechenden Arbeitsplätze schafft - von mir aus auch unter staatlicher Regie. Unsere Gesellschaft ist es leider nicht.


Ich wollte dir mit meinem Beitrag nicht zu nahe treten. Wenn es passiert ist, dann aus Unkenntnis deiner realen Situation.

Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Aber ich würde auch - wäre ich an deiner Stelle - auf den Tisch hauen, wenn man mich so verschaukeln würde wie dich. Und fordern, dass sich die für dich arbeitsamtlich Zuständigen mal verständigen und dich entsprechend integrieren. Und zwar nicht als "rollenden Gärtner" - sorry!

Der Ein Euro-Job ist ja auch keine Arbeit, es ist eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung.
Ursprünglich mal dazu geschaffen, um Arbeitslose nach Jahren außerhalb des Arbeitslebens wieder an einen Tagesrhythmus ähnlich dem eines Arbeitstages zu gewöhnen, ebenso daran, dass wieder (allerdings erst mal niederschwellige) Anforderungen an sie gestellt werden.

Dass man sich erst mal dazu all diejenigen gegriffen hat, die ohnehin schon eine Tagesstruktur haben (allein erziehende Mütter mit schulpflichtigen Kindern zum Beispiel) ist genauso bekannt wie der Fakt, dass sich die Mitarbeiter der Jobcenter kaum trauen, einer bestimmten Klientel solcherlei MAE anzubieten, einfach weil die Bearbeiter keine Lust auf Stress mit ihren Kunden haben. ---

Ich wünsch dir viel Kraft und Mut, dich auch mal zu wehren
Anne

Antwort
von guppyguppy, 115

Nix müsst ihr unterschreiben, schon gar nicht eine EGV. Gekürzt kann das Geld auch nicht werden. Sollen die doch mit Verwaltungsakt kommen, was ist euch weg? Da kannst doch wenigstens Einspruch einlegen.

Antwort
von blumenkanne, 142

nein du musst es nicht unterschreiben, dass musstest du noch nie. wenn du es jedoch nicht unterschreibst, dann wird diese egv als verwaltungsakt formuliert und dann bekommst du das gleiche als anordnung.

ob du zeitarbeit willst oder nicht, ist völlig egal. du musst jede arbeit annehmen die annehmbar ist. wenn du das nicht tust, wirst du sanktioniert. kommst du den anordnungen nach bewerbungen nicht nach, wirst du sanktioniert etc.

Antwort
von MaggieSimpson91, 126

Achje, der Herr will nicht in Zeitarbeit arbeiten, so ein böser Sachbearbeiter, der das nicht versteht... Unterschreibt du es nicht, kommt es als Verwaltungsakt auf dich zu. Aber man kann ja noch widersprechen. Oder wahlweise den gelben Schein ordern.

Antwort
von Allexandra0809, 133

Es zwingt Dich keiner, bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten. Du kannst Dir ja selbst einen Job besorgen, dann hast Du den, den Du möchtest.

Willst Du Geld vom Amt, dann musst Du Dich eben an dessen Spielregeln halten.

Was hast Du dagegen, das Blatt zu unterschreiben?

Antwort
von berlina76, 129

Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing.

Wenn du kein H4 willst such dir selbst ne Arbeit.

Ansonsten unterschreib den Wisch und wenn die dir was anbieten musst du eben hin.

Antwort
von Frank11111, 111

Ich suche Arbeit und will auch Arbeiten. ( Habe ich Vergessen dazuzuschreiben )

Ich habe auch schon etliche Bewerbungen abgeschickt und Heute auch schon wieder.

Zeitarbeit will ich aus diesem Grund nicht weil ich mit denen schon Schlechte Erfahrung gemacht habe,und das nicht nur durch eine Zeitarbeitsfirma.



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