Frage von Miila99, 29

Eingetragene Genossenschaft (e.G9?

Kann mir vielleicht jemand in anderen Worten erklären was eine eingetragene Genossenschaft ist? Im Internet finde ich immer den selben Satz:

Die Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern.

Ich bedanke mich im Vorraus! ^^

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von laclape, 5

Wie du richtig schreibst: Die Genossenschaft ist eine Gesellschaft von nicht
geschlossener Mitgliederzahl mit dem Zweck, den Erwerb oder die Wirtschaft
ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange mittels
gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes zu fördern.

Deshalb darf gemäß § 1 Abs. 1 GenG nur dann ein Unternehmen die Rechtsform eG benutzen, wenn es sich zur Aufgabe macht, die eigenen Mitglieder zu fördern.  Dies ist das Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen Rechtsformen und es verpflichtet (eigentlich) den Vorstand zur Förderung der Mitglieder.

Bekannteste Unternehmen in der Rechtsform Genossenschaft sind die
Genossenschaftsbanken, also die Volks- und Raiffeisenbanken. 

In den Satzungen der Genossenschaftsbanken ist diese gesetzliche
Zweckbestimmung unter § 2 Abs. 1 der Satzung wie folgt niedergelegt:
Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder.

Bei einer Genossenschaftsbank heißt dies, bei Geschäften mit Mitgliedern auf Gewinn aus Geschäften mit Mitgliedern zu verzichten. 

Der Grund für den Gewinnverzicht liegt darin, dass im Unterschied zu allen anderen Rechtsformen (die für Unternehmen zugelassen sind die das Bankgeschäft betreiben) die Mitglieder einer Genossenschaftsbank, die schließlich die Eigentümer der Bank sind,  nicht am Millionenvermögen der Genossenschaftsbank beteiligt sind.

Und dieser Grund ist es auch, der eigentlich dafür sorgen soll, dass eine Genossenschaft nicht das Unternehmen durch Gewinnmaximierung  sondern im Gegenteil die Mitglieder durch Gewinnverzicht fördern soll. 

Ob deine Genossenschaftsbank diese Vorgaben erfüllt oder lieber selber Gewinne im Übermaß macht und die Mitglieder außen vor lässt, musst du selbst beurteilen.  Aber sei bitte nicht enttäuscht, wenn du feststellst, dass die Mitglieder überhaupt nicht gefördert werden, sondern nur noch Gewinne, für die Genossenschaft selbst, bis zum Exzess gerafft werden.

Und wenn du z.B. seit 30 Jahren einen Anteil von 100 € bei deiner Genossenschaftsbank hältst und der Anteil heute eigentlich einen Wert von z.B. 3.500,00 € oder noch mehr hat, du wirst niemals mehr als deine damals eingezahlten 100 € zurückerhalten.

Aber dazu musst du noch wissen, dass im Gegenzug für die Mitgliederförderung die Mitglieder mit einer Nachschusspflicht pro einzelnen Geschäftsanteil persönlich, d.h. mit dem eigenen Vermögen, für die Geschäfte des Vorstands haften.
Es gibt Genossenschaftsbanken bei denen beträgt der einzelne Anteil 100 € und die Haftsumme pro Anteil 1.000 €, also das 10-fache.   Auch diese Bestimmung gibt es nur in der Rechtsform Genossenschaft.

Wie des bei deiner Genossenschaft geregelt ist, wurde dir bei Unterzeichnung deiner Beitrittserklärung zur Genossenschaft bestimmt ausführlich erklärt.

Weitere ausführliche Informationen dazu findest du auch auf  www.wegfrei.de  und auf www.genoverein.de.

Und übrigens: eine Dividende ist keine Mitgliederförderung.

Antwort
von AntonMuenchen, 17

Das ist doch schon die ideale Definition. ;-)

Du kannst eine Genossenschaft als eine Art Verein sehen, dessen Mitglieder eine Interessensgemeinschaft bilden, sich gegenseitig unterstützen und versuchen ihre Ziele gemäß ihrer Satzung umzusetzen. Jedes Genossenschaftsmitglied muss Beiträge zahlen und soweit ich jetzt keinen Schmarrn erzähle, einen Genossenschaftsanteil "erwerben".

Kommentar von Sheireen1990 ,

Das mit den Beiträgen wäre mir neu. Aber du hast recht, dass man um Mitglied einer Genossenschaft zu werden, je nach Genossenschaft mind. einen Anteil kaufen muss.

Kommentar von AntonMuenchen ,

Da hast du recht, danke Sheireen1990. Beiträge sind nicht verpflichtend, sofern sie nicht in der Satzung stehen.

Antwort
von Barolo88, 20

besser lässt es sich aber nicht ausdrücken. 

Bestes Beispiel:  Volksbanken,  das sind Genossenschaften, die Mitglieder sind Eigentümer der Bank und entscheiden bei den Mitgliederversammlungen über bestimmte Punkte und am Ende profitieren sie von dem Erfolg der Bank, durch  Dividenden 


Antwort
von robi187, 19

ist einfach eine besondere art der unternehmensform?

und hat für die nicht genossen nicht viel zu bedeuten?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community