Frage von Headfire, 80

Nach Wiedereingliedung (Brandverletzungen) in den Kochberuf habe ich große körperliche und geistige Beschwerden, was soll ich jetzt tun

Kurz zu mir, hatte im Dezember 2014 einen schweren Brandunfall in meinem Beruf ( bin Koch) wo über 40% meier Körperoberfläche verbrannt sind 33% sind 3 Gradig verbrannt. Nach etlichen Hauttransplantationen und kosmetisch notwendigen Op´s und weitere stehen noch an, habe ich mich dazu entschlossen dennoch wieder in meinen Beruf zurück zu gehen, nach erfolgreicher Wiedereingliederung habe ich jetzt 6 Monate in dem Betrieb gearbeitet wo der Unfall passiert ist. 20h die Woche, mehr ist nicht drin, da ich noch zur ambulanten Reha muss und zur Psychotherapie, da bei mir noch eine starke Posttraumatische Belastungsstörung vorliegt, die mich nicht schlafen lässt und auch sonst sehr einschränkt in meinem täglichen tun. Ich nehme noch starke Schmerztabletten und angstlösende Medikamente. Leider musste ich mich beruflich jetzt neu orientieren bzw. musste ich mich wieder Voll beschäftigen lassen, da die BG nicht bereit ist mir eine MdE zu zahlen, bzw hat man mir eine MdE von 20% für ein Jahr gewährt und dieser Wert wurde als danke schön noch Kapitalisiert und wurde abgefunden zu gunsten der BG, habe Wiederspruch eingelegt wobei das bei einer Abfindungszahlung seitens der BG keinen Sinn macht, mal gucken was da raus kommt, nach den Jahr bin ich seitens der BG wieder als Gesund zu betrachten, wie bitte???dennoch habe ich jetzt am 01.11.2016 in einem namenhaften Hotel angefangen, aber die Arbeit ist zu hart, zu stressig, einfach zu viel für mich.....ich kann abends kaum stehen und die arbeitsstunden gehen weit über die 8h hinaus, was soll ich jetzt tun??? die anderen Mitarbeiter wissen nix von meinem Unfall bis auf der Küchenchef weiß bescheid da ich zu 50 % Schwerbehindert bin, ide kollegen fragen oft waqs ich mit meinen tättoowierungen gemacht habe, ob sie weggelasert wurde, ( beide arme sind tätoowiert und total zerstört und man sieht die Brandnarben stark an den armen und gesicht, da mein halbes rechtes Ohr zerstört wurde, also es ist auch ersichtlich für andere das da mal was war und das ist für mich sehr unangnehm. Ich kann nicht mehr und der job gibt mir den Rest, mein Körper hat keine zeit zu reabiltieren und macht mich auch seelisch fertig, ich wurde seitens der BG genötigt einen job in vollzeit zu machen und jetzt nach 10 tagen arbeit bin ich am arsch.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Istriche, 31

Das klingt gar nicht gut...

Dass die Wiedereingliederung kein Kinderspiel ist, ist klar. Aber gleichzeitig darfst du dich nicht übernehmen, und bereits jetzt schon einen Vollzeitjob übernehmen zu müssen, nur weil die BG dich dazu drängt, gefährdet dein körperliches und seelisches Wohl ja offensichtlich.

Ich würde dir auch nur raten, zum Arzt zu gehen, ihm das zu erklären und fragen, ob er dir bescheinigen kann, dass du deinen Beruf nicht als Vollzeitkraft ausüben kannst. Dann kann die BG auch nicht mehr viel machen.

Antwort
von emily2001, 36

Hallo,

hast du Einspruch eingelegt, hilft dir ein Anwalt, der auf Patientenrecht spezialisiert ist ?

Laß dich vorübergehend krank schreiben. Wenn noch kein Gutachten gemacht worden ist, ist eines vonnöten, aber du müßtest ihn wahrscheinlich selber bezahlen, und dann könnte es vielleicht nicht mal annerkannt werden.

Auf jeden Fall müßte das Gutachten von einem vereidigten, bei Gericht zugelassenen Gutachter, erstellt werden...

Alles Gute, Emmy

Kommentar von Headfire ,

ja habe widerspruch eingelegt und die bg darauf aufmerksam gemacht das es nicht nur körperliche schäden gibt sondern auch seelische und die sind nicht zu unterschätzen, die bg hatte sich gemeldet und stellt mir jetzt ein psychisches Gutachten in Aussicht aber das dauert alles ewig...und mein fall wird aktuell nochmal geprüft

Kommentar von emily2001 ,

Ja, in solchen Fällen braucht man viel Ausdauer, Geduld und Stehvermögen... gerade wenn es einem nicht so gut geht!

Hoffentlich hast du einen guten Anwalt, der auf Patientenrecht spezialisiert ist.

Die Berufsgenossenschaft sollte sich nicht so anstellen!

Auf jeden Fall: jetzt gibt es ein neues Gesetz seit 2011, das besagt, das wenn Prozesse ungebührlich in die Länge gezogen werden, daß man die Möglichkeit hat das Gericht zu rügen und eine Entschädigung zu bekommen....Solche Entscheidungen sollten von den Gerichten nicht bis in die Ewigkeit verschoben werden.

Deshalb mußt du einen guten Anwalt, der sich auf bekannte Präzedenzfällen berufen kann, um das Ganze zu beschleunigen!

Emmy

Antwort
von KleinToastchen, 26

Also zuerst mal: Hut ab!! Dass du nach so einem Vorfall immer noch so viel Energie hast, dich um alles zu kümmern, ist wirklich keine Selbstverständlichkeit. Ich bewundere dich total und du kannst stolz auf dich sein! 

Auch wenn es schwierig ist, aber spiel mit offenen Karten. Informiere deine Arbeitskollegen über deine Vergangenheit. Nur schon die Gewissheit, dass alle Bescheid wissen, wird dir das Leben sehr erleichtern.

Dir muss aber auch bewusst sein, dass du dich zu nichts zwingen musst. Klar haben wir alle unsere Pflichten im Leben, aber man muss sich deswegen nicht kaputt machen. Hast du dir mal überlegt, dich umschulen zu lassen? Kochen ist deine Leidenschaft, aber vielleicht könnte es auch ganz interessant sein, wenn du einen ähnlichen Beruf ausübst, der im Moment besser zu deiner Situation passt? Anbei mal ein Link von einer anderen Frage mit ein paar Ideen: https://www.gutefrage.net/frage/alternativen-zum-beruf-koch

Aber wie gesagt, weiter so! Sieh das nicht als Rückschlag, sondern als Wegweiser in eine andere Richtung.. 

Kommentar von Headfire ,

hallo, danke für deinen kommentar....und ich bin koch aus leidenschaft und mache es auch immer noch sehr gern, nur muss ich mir gerade dieser tage eingestehen das das große und ganze einfach zu viel für mich ist....die verbrennungswunden erstrecken sich über beide arme, rechte hand...der rechte arm hat wegen der narbenbildung eine bewegungseinschränkung und massiv über beide beine, ich trage noch kompressionsbekleidung!!! ich kann quasi nicht lange sitzen, nicht lange stehen, nicht lange laufen, also der perfekte job ist definitiv kein koch, haha.

und natürlich habe ich über eine nachschulung nachgedacht aber ich wollte nicht kampflos meine liebe kochen aufgeben

Kommentar von KleinToastchen ,

Das tut mir so wahnsinnig leid für dich, aber trotzdem ist es dann umso schöner zu hören, dass du die Hoffnungen noch nicht aufgegeben hast.. Deine Leidenschaft musst du nicht aufgeben, aber vielleicht ein wenig anders organisieren. Viele Arbeitgeber wären froh um Angestellte mit deiner Motivation und deinem Wille zu arbeiten. Vorerst würde ich nochmals mit dem Arzt sprechen. Es ist ja wirklich mehr als klar, dass du nicht aus Faulheit deinen jetztigen Job nicht mehr richtig erfüllen willst. Bleib dran - auch wenn über Umwege! 

Antwort
von eulig, 31

was meinst du denn mit Wiedereingliederung? so wie du deinen Fall schilderst machst du aktuell keine Wiedereingliederung. und wenn, dann gäbe es die aus einer Arbeitsunfähigkeit heraus. aktuell bist du aber arbeitsfähig geschrieben.

inwieweit ist deine Erschöpfung denn auf deinen Unfall zurückzuführen? oder bist du einfach erschöpft, weil du es aufgrund der langen Krankheitszeit nicht mehr gewöhnt bist?

du solltest auf jeden Fall einen BG-Arzt aufsuchen. für eine Wiedereingliederung ist es aber meines Erachtens zu spät. das hättest du vor Aufnahme eine Beschäftigung einleiten müssen.

zudem kann ein Arbeitgeber eine Wiedereingliederung auch ablehnen. er ist nicht dazu verpflichtet, dass du akzeptieren.

Kommentar von Headfire ,

hallo, die frage ist etwas dumm geschrieben von mir, werde sie gleich nochmal anders formulieren, eine eingliedeung wurde erfolgreich gemacht und quasi bin ich gesund, nur bin ich jetzt an einem punkt wo ich mich körperlich nicht mehr zurecht finde.....die verletzte Narbengewebe spannt und schmerzt höllisch, dazu der geistrige druck dir nix anmerken zu lassen und stark zu wirken um keinen eine angriffsfläche zu geben...es ist die hölle und das hat nix mit der umstellung in den job zu tun....

Kommentar von eulig ,

und warum beantragst du keine Teilweise Erwerbsminderungsrente? dann könntest du 3 bis unter 6 Stunden täglich noch arbeiten.

Antwort
von Klausi111111, 6

Einem Sozialverband (SoVD oder VDK) beitreten. Antrag auf Erwerbsminderung einreichen, denn arbeiten geht so eigentlich nicht mehr.Der Sozialverband hilft auch bei Auseinandersetzungen mit der BG. Auch wenn Du arbeiten willst, ist es ratsam, eine Rente zu beziehen. Denn wollen und können sind zwei paar Schuhe ...

Antwort
von Griesuh, 22

Lange Rede kurzer Sinn:

eine Vollzeitwiedereingliederung gibt es nicht.

Bei einer Wiedereingliederung stellt der Arzt fest wie viele Stunden du evtl tgl arbeiten könntest.

Das beginnt bei 2 Stunden tgl. und wird entsprechend des Heilungsprozesses stufenweise erhöht.Kommst du nach 6 Monaten damit immer noch niocht klar, so werden von der Krankenkasse untersuchungen durch den MDK beauftragt, die feststellen in wie weit du tatsächlich Erwerbsgemindert bist.

Sollte eine Erwerbsminderung  zutreffen,  so bleibt dir nichts anders über als deinen Arbeitsvertrag dementsprechend ab zu ändern und Leistungen beim Sozialamt, bzw. Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

Auch wäre für dich evtl. ein Schwerbehinderteausweis sinnvoll.

Lese dazu einmal diesen Link:

http://www.betanet.de/betanet/soziales\_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-46...


Kommentar von Headfire ,

Hallo, es klang in der Ü-Schrift etwas komisch von mir, sorry. Bei mir wurde die eingliederung ganz normal gesteigert und das ging auch relativ gut, dann habe ich ein halbes jahr als koch 20h/Woche gearbeitet und das war ok. Eine Ausweis vom Versorgungsamt habe ich. gibt es ja bei 50%. Die BG stellt noch ein Gutachten in Aussicht was sich ausschließlich mit der Psyche auseinandersetzt, aber die mühlen mahlen langsam und ich muss ja auch irgendwie um die runden kommen. aber es ist ja schlimm das man nach einem so schweren unfall vor solche entscheidungen gestellt wird. ätzend. fakt ist ich will ja arbeiten und würde die bg eine mde zahlen hätte ich meinen job weiter machen können zu 20 h/woche

Antwort
von FrauFanta, 4

Wie bitte? Da gehe mal ganz schnell zum Anwalt! 20 % MdE? Das bekommt man ja schon mit einen leichten Knieschaden zB. Denke da kannst du mindesten 80% bekommen ( dauerhaft) . Lass dir das blos nicht gefallen , insbesondere wenn es psychische Folgeschäden gibt, hast du echt echt gute Chancen!

Antwort
von Konrad Huber, 12

Hallo Headfire,

Sie schreiben unter anderem:

Nach Wiedereingliedung (Brandverletzungen) in den Kochberuf habe ich große körperliche und geistige Beschwerden, was soll ich jetzt tun

Antwort:

Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft ohne einen sehr versierten und sehr kompetenten Rechtsbeistand laufen in der Regel gegen die Wand!

Da die meisten Verfahren auf Basis vorhandener Akten beschieden und entschieden werden, kommen Sie ohne eine aktualisierte- und optimierte eigene Krankenakte auf keinen grünen Zweig!

Da bei Ihnen ein Arbeitsunfall vorliegt, geht es einerseits darum, einen möglichst hohen MDE gegenüber der BG herauszuholen und andererseits darum, eine volle Erwerbsminderungsrente bei der DRV durchzusetzen!

http://www.unfallrente.net/unfallrente-berufsgenossenschaft-bg.html

http://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/vdk-zeitung/66272/so_hilft_der_vdk_vd...

http://www.ra-buechner.de/fachbereiche/gesetzliche-unfallversicherung.html

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/behinderung/9196/der_schwerbehinderte...

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

https://www.youtube.com/user/hubkon

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von Headfire ,

Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, ich habe einen Widerspruch eingelgt bei der BG, dieser wird nun Geprüft und mir wurde ein psychisches Gutachten angeboten welches ich gefordet habe, da ich mich falsch verstanden fühle und falsch bewertet, ich bin immer meiner Bringpflicht nachgekommen und habe alles versucht in meinem alten beruf zurückzukehren aber ich muss dem wohl tribut zollen und kann so nicht weiter machen da mich der job kaputt macht. Die schmerzen sind zu stark und da ich noch über 30 jahre arbeiten muss und das narbengewebe nicht besser wird im gegenteil muss jetzt eine entscheidung her.

Kommentar von Konrad Huber ,

Die schmerzen sind zu stark und da ich noch über 30 jahre arbeiten muss und das narbengewebe nicht besser wird im gegenteil muss jetzt eine entscheidung her.

Antwort:

Ganz klarer Fall:

Ihre Gesundheit hat Vorrang, leider kennt das Sozialversicherungssystem keine Gefühle, sondern es zählen im Endeffekt immer nur schriftliche Fakten!

Also:

Schaffen Sie schirftliche Fakten in Ihrer eigenen Krankenakte, das ist der Schlüssel zu Verletztenrente und Erwerbsminderungsrente!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von kordely, 7

Kannst du keines anderes arbeiten, was weniger stressig wäre?

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