Frage von freuter, 25

Eine Schweizerin erbt und verschenkt - wie zu versteuern?

Hallo geneigter Leser, werte Profis und Cracks ...

in einem asketisch geführten Kloster, dass nur von den Spenden seiner Pilger lebt, ist folgende Fragestellung aufgetaucht:

Wir haben eine schweizer Staatsbürgerin, die ihre Rente in einem süßen, kleinen Häuschen der sächsischen Schweiz (also in DE lebend) verbringt. Dieser könnte nächstes Jahr eine größere Erbschaft anstehen, aus der eine "fast 5-stellige Summe" in Schweizer Franken geben könnte. In der Schweiz würde das durch den dortigen Notar versteuert werden und sollte danach (also direkt vom Notar-Anderkonto) zugunsten der Mönchsgemeinschaft gespendet werden.

Auch wenn noch nicht klar ist, ob die Dame überhaupt in diesem Umfang bedacht wird und dann auch tatsächlich alles spenden sollte, wurde ich nun gebeten mal abzuklären, ob und wie die Erbnehmerin dann hier in DE zu versteuern habe.

Leider, ist das ganze zunächst nur ein reines Gedankenspiel und die Praxis beweist eher, dass es auch ein solches bleibt. Sprich: einen Steuerberater zu bemühen und diesen auch für seine Arbeit zu bezahlen, könnte für uns am Ende heißen, dass wir zwar die Antwort geben konnten, aber dann auch auf den Kosten derer sitzen bleiben.

Deshalb meine Frage an die Fachleute und Wissenden unter euch:

Wie wird das steuerlich gewertet, wenn eine in Deutschland lebende schweizer Staatsbürgerin dort erbt und (als Familienerbschaft wohl auch "sehr günstig") versteuert, um die gesamte Restsumme dann einem in Deutschland sitzenden gemeinnützig anerkannten Förderverein zu spenden?

Kommt da irgendwann eine dicke Rechnung hinterher, auf der die Dame dann sitzen bleiben könnte? Wie viel (ca. oder Prozente) sollte sie sich zurückhalten, damit Sie bei einer ordentlichen Versteuerung nicht noch Geld zu dieser Spende mitbringen muss?

Ich wäre zu tiefem Dank verbunden, wenn sich jemand dieser Frage erbarmt und mir evtl. auch Quellen, oder Nachweise benennen kann. Denn ich möchte nur ungerne den Eindruck erwecken, dass wir nur auf die "potentielle" Auszahlung schielen und nicht ernsthaft hinterfragt hätten. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei solchen Angeboten und Gedankenspielen dann auch wirklich etwas daraus wird, ist eh schon (erfahrungsgemäß) "gering" - da muss ich mich nicht auch noch falsch verhalten oder verleiten lassen.

ps.: Ich bin auch dankbar, für jeden Rat mit dem Sie mich wissen lassen könnten, wer mir da weiterhelfen könnte.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 24

Für die Besteuerung sind zwei Länder relevant.

DEutschland und Schweiz.

In Deutschland unterliegt das Erbe der Erbschaftsteuer, weil die Dame in "D" einen Wohnsitz hat.

In der Schweiz, weil sich dort wohl das Vermögen befindet. Dort ist es aber eine Sache der Kantone. Der Kanton Schwyz erhebt keine Erbschaftsteuer.

Für die endgültige Beurteilung müsste man also den Kanton kennen.

Im Normalfall würde es so ablaufen, dass man prüft, wie hoch die deutsche Steuer ist. Dann, wieviel in der Schweiz schon gezahlt wurde. wäre es mehr als die deutsche Steuer, würde ncihts mehr zu zahlen sein. Wäre es weniger, die Differenz zur Deutschen Steuer.

Antwort
von Mignon2, 25

Wenn du hier keine zufriedenstellende Antwort bekommst, stelle die Frage mal bei

www.finanzfrage.net

Das ist ein Ableger von GuteFrage. Dort sitzen Experten.

Nach meiner Auffassung (ich bin keineswegs eine Fachfrau und kann mich folglich irren), kann die Schweizerin mit ihrem Geld machen, was sie möchte, solange sie die Erbschaftssteuer in der Schweiz bezahlt. Ich bin davon ausgegangen, dass das Schweizer Steuerrecht dem deutschen entspricht. Wenn nicht, gelten für die Erbschaft natürlich die Schweizer Steuergesetze.

Wenn sie also nach Zahlung der Erbschaftssteuer ihr Vermögen nach Deutschland transferiert, geht es niemanden etwas an. Wenn sie das Geld einer gemeinnützigen Organisation spendet, kann sie den gespendeten Betrag von der deutschen Steuer absetzen. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie in Deutschland versteuerbare Einkünfte hat.

Ob eine "Verrechnung" einer deutschen Spende mit Schweizer Einkünften möglich ist, weiß ich nicht. Es gibt vermutlich ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz. Aber ob das greift, wenn es das gibt, weiß ich leider auch nicht.

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