Frage von Sylina1991, 64

Eine Scheidung ohne trennungsjahr?

Hey Leute kurz und knapp: Wenn beide Partner sich einig sind sich scheiden zu lassen, wie teuer wäre es ? Ein Beispiel, man trennt sich, geht zum Anwalt erklärt dem das man sich einig ist und gerne scheiden lassen möchte, ABER nicht gerne ein Jahr warten will... Ginge das den? Ohne dieses trennungsjahr ?oder muss das sein? Und wie geschrieben wie teuer wäre es wenn NUR der Ehemann arbeiten geht (1300€ bekommt er mit Abzügen etc)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jurastudi, 31

Hallo, 

wie einige schon geschrieben haben, kommt es auf das Trennungsjahr an. Das muss durchlebt worden sein, damit eine Scheidung möglich ist. Die Gerichte akzeptieren in der Regel das Einreichen des Scheidungsantrags nach 10 Monaten schon. 

Wenn sich beide über das Trennungsdatum einig sind, prüft das Gericht in der Regel nicht weiter nach. Das Thema "rückdatieren" ist nicht ganz ungefährlich, was zum Beispiel steuerliche Gründe anbelangt. 

Zu den Scheidungskosten kannst du hier einen Scheidungskostenrechner finden: https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungskosten/scheidungskostenrec...

Viele Grüße

Antwort
von MoLiErf, 48

ihr müsst leider nachweisen das ihr schon ein jahr getrennt lebt- denn einer muss ausziehen und daran erkennen die Gerichte das es so ist. Der Streitwert einer Scheidung richtet sich nach den Gesamteinkünften von Beiden Partnern. 

Tip von mir: klärt schon vorher alles mit dem Hausrat ab und denkt daran das beide eine Auskunft vom Rententräger vorlegen müssen wegen den späteren Rentenpunkten. da berät euch euer Anwalt- den könnt ihr zusammen nehmen.

Kommentar von Sylina1991 ,

Okay vielen Dank :)

Kommentar von MoLiErf ,

gerne doch

Antwort
von kersii11, 14

Damit Ihr Euch scheiden lassen könnt, müsst Ihr 1 Trennungsjahr eingehalten haben. Das ist bei einvernehmlichen Scheidungen ohne Streit völlig unproblematisch, denn Ihr habt Euch zum Beispiel bereits im Juni 2015 getrennt.

Der Richter wird das nicht überprüfen, denn es ist ja eine einvernehmliche Scheidung. Eine Trennung in derselben Wohnung geht, vorausgesetzt Ihr geht Euch komplett aus dem Weg. Der Gesetzgeber sagt dazu „Trennung von Tisch und Bett“; also wenn Ihr je ein eigenes Zimmer hattet, dann ist das kein Problem. Nur hinsichtlich der Steuererklärungen musst du folgendes beachten:

Wenn Ihr Euch in 2015 getrennt habt, dann gelten ab dem 1.1.2016 die neuen Steuerklassen für Euch. Es kann sein, dass Ihr dann mit einer Steuernachzahlung rechnen müsst.

Ich hab beim Ratgeber von Scheidung.de dazu viele Infos gefunden: Zb auch dass, denn man 1300 Euro als Alleinverdiener verdient, dann kommt Verfahrenskostenhilfe in Frage, so dass die Scheidung kostenlos wäre. Der Staat würde dann die Anwaltskosten und die Gerichtskosten übernehmen.

Antwort
von rasperling1, 19

Das Trennungsjahr muss offiziell abgelaufen sein. Allerdings prüfen die Gerichte gar nicht nach, ob das Trennungsjahr tatsächlich abgelaufen ist, sondern richten sich einfach nach den mündlichen Angaben beider Eheleute. 

Ihr könnt die Scheidung also jetzt einreichen, wenn Ihr beide angebt, seit Sommer letzten Jahres getrennt zu leben. Diese Trennung kann sogar innerhalb derselben Wohnung stattgefunden haben, falls die Wohnung groß genug ist, um sich dort weitgehend aus dem Weg zu gehen. Nachgeprüft wird das wie gesagt alles nicht.

Allerdings muss man wissen: Falls die Trennung im Jahr 2015 stattgefunden hat (oder angeblich stattgefunden hat), so gelten ab dem 1.1.2016 die neuen Steuerklassen für Getrenntlebende. Also für beide Steuerklasse 1, falls keine Kinder da sind. Man muss dann also mit einer Steuernachzahlung rechnen. 

Bei einem so niedrigen Einkommen kann Verfahrenskostenhilfe beantragt werden. Wahrscheinlich ist die Scheidung dann kostenlos. 

Antwort
von TorDerSchatten, 38

Dann müssen beide lügen und den Tag der Trennung eben zurück datieren.

Antwort
von OnkelSchorsch, 27

Nein, das geht nicht, Trennungsjahr muss gerade dann eingehalten werden. Aufs Trennungsjahr kann nur in Ausnahmefällen verzichtet werden, etwa bei häuslicher Gewalt.

Zu den Kosten berät der Anwalt.

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