Frage von Liole, 3

eine negative Diagnose und ein neues Positives Gutachten?

Mein Bekannter wurde mit einer negativen Diagnose,--- austherapiert , schnell fortschreitende Demenz--- in ein Altenheim nach einem schweren Schlaganfall für immer eingeliefert. Es gibt nun ein neues Gutachten, das fällt positiv aus, er ist theraierbar und er ist auch nicht blind, er sieht hell und dunkel und Umrisse, Er könnte wieder laufen lernen, er ist nicht gelähmt, er hat das Gedächtnis verloren und müßte therapiert werden, was kann man tun? Ich möchte ihm so gerne helfen.

Antwort
von Konrad Huber, 1

Hallo Liole,

Sie schreiben:

eine negative Diagnose und ein neues Positives Gutachten?

Mein Bekannter wurde mit einer negativen Diagnose,--- austherapiert , schnell fortschreitende Demenz--- in ein Altenheim nach einem schweren Schlaganfall für immer eingeliefert

Antwort:

Die Tatsache, daß der Betroffene bereits dauerhaft in das Pflegeheim eingewiesen und vom zuständigen Vormundschaftsgericht ein Betreuer bestimmt worden ist spricht eher dafür, daß insoweit alles mit rechten Dingen zugeht!

Natürlich ist es kein Geheimnis, sondern schlichtweg eine Tatsache, daß in den Pflegeeinrichtungen ein großer Mangel an menschlicher Zuwendung herrscht, das ist aber kein Grund für Sie, sich durch Ihre negativen Gedanken selbst das Leben schwer zu machen!

Es ist auch kein Geheimnis, daß die verordneten Maßnahmen und Verschreibungen einer finanziellen Begrenzung unterliegen! 

Viele Dinge und Vorstellungen scheitern schlichtweg am Geld- und Personal-Mangel!

Grundsätzlich ist es sehr lobenswert, daß Sie sich um Ihren Bekannten derart Sorgen machen, aber Sie haben da kaum eine Möglichkeit, ohne Zustimmung des Betreuers Einfluß zu nehmen!

Wenn überhaupt, können Sie sich mit dem zuständigen Betreuer in Verbindung setzen und mit diesem die Situation ggf. besprechen!

Dieser kann dann ggf. mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen und ausloten, was ggf. zusätzlich machbar ist!

Machen Sie sich aber keine Illussionen!

Ohne den Betreuer haben Sie da keine Chance!

Der Betreuer unterliegt wiederum der strikten Kontrolle durch das zuständige Vormundschaftsgericht und muß jährlich einen entsprechenden Bericht abliefern, welcher vom zuständigen Richter stichprobenartig durch Vor-Ort-Termine auf Plausibilität geprüft wird!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von Liole ,

danke für ihre ausführliche Antwort

Kommentar von Konrad Huber ,

Wenn sich an der Situation des Betroffenen etwas dauerhaft ändern soll, dann bekommen Sie dies nur im Zusammenspiel mit dem zuständigen Betreuer und mit dem zuständigen Vormundschaftsgericht in die Reihe! 

Andersherum ist im Deutschen Betreuungsrecht in der Regel nichts zu machen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von lamarle,

Er braucht Physiotherapie und Logopädie, später vielleiht auch Ergotherapie - und viel Geduld. Mich würde interessieren, wie die gegensätzlichen Gutachten zustande gekommen sind?

Kommentar von Liole ,

danke für deine Antwort, ich habe einen Antrag auf ehrenamtliche Betreuung gestellt,deshalb wurde ein Gutachter ins Altenheim bestellt, der hat das positive Gutachten erstellt. Bei der Anhörung wurde das neue Gutachten nicht beachtet, nur die Diagnose austherapiert, bei dem ist nichts mehr zu machen.Bis er ins Altenheim kam hatte er eine Zwangsbetreuung (die geht nun weiter) und galt im KH und in der Reha und auch anfangs im Altenheim, als Obdachloser oder Alkoholiker oder sonst was Negatives.

Der Mann war Sportler, hat immer gesund gelebt, bekam im Januar einen Schlaganfall und wurde auch noch ausgeraubt . Er hat immer gearbeitet und gut für sein Alter vorgesorgt, nun muß sein Vermögen verwaltet werden und er muß in diesem Heim bleiben und ich hab keine Möglichkeit mich um ihn zu kümmern. Das 2. Gutachten findet keine Bedeutung. Alle Betreuer sind der Meinung, mit dem müßte viel mehr gemacht werden, man kann sich so gut mit ihm unterhalten und er will ja auch therapiert werden.Er könnte von seinem Geld doch auch zuzahlen, aber nichts wird gemacht, er bekommt nicht mal das Taschengeld.

Ich kämpfe jetz für einen  Fernseher, den er doch nur aus seiner Wohnung bekommen soll. Er kann ganz schlecht sehen, aber sehr gut hören, er muß doch wieder am Weltgeschehen teilhaben dürfen, durch Nachrichten und Sportsendungen und Filme als Hörspiel u.s.w. Nun wird er schon seit 3 Monaten --ruhig gestellt---, das ist doch auch nicht gut für sein Gedächtnis.

was soll ich blos noch tun? Ich selbst finde keine Ruhe, ich hab nicht alle Register gezogen, ich hab was versäumt um ihm zu helfen.

Kommentar von lamarle ,

Für die Betreuung ist aber nicht ausschlaggebend, ob jemand therapiert werden kann oder nicht. Für die Betreuung entscheidet das Gericht, ob und inwieweit jemand seine Angelegenheiten noch regeln kann und wenn nicht, wird ein Betreuer bestellt. Das kann ein Angehöriger sein, ein Bekannter oder auch ein Berufsbetreuer. Eine "Zwangsbetreuung" gibt es nicht, ich nehme an, dass Dein Bekannter einen Berufsbetreuer hat. Das Gericht entscheidet, wer Betreuer wird. Es muss sichergestellt sein, dass der Betreuer wirklich die Interessen des Betreuten vertritt.

Du kannst auf jeden Fall deinen Bekannten besuchen, mit ihm spazieren gehen (Rollstuhl?), ihm aus der Zeitung vorlesen, mit ihm sprechen...

Dein Bekannter hat sicherlich einen Arzt, der für die gesundheitlichen Sachen zuständig ist. Der Arzt kann und sollte Physiotherapie, Logo- und Ergotherapie verschreiben. Allerdings sind bei den gesetzlichen Kassen die Therapiestunden wöchentlich begrenzt. Bei den Privatkassen kommt es auf den Tarif an, den man abgeschlossen hat.

Wenn Dein Bekannter dort im Heim bleiben soll, wird der Betreuer sicher die Wohnung auflösen. Es wäre sinnvoll, wenn Du Dich an ihn wendest mit der Bitte, den Fernseher ins Heim bringen zu lassen.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Du ein schlechtes Gewissen hast, nicht alles für Deinen Bekannten getan zu haben. Lass diese Grübeleien, dass nützt niemandem. Besuche ihm im Heim und versuche, ihm die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, das ist sinnvoller, als immer zu grübeln, "was kann ich noch tun". Manchmal kann man eben nicht mehr tun.

Kommentar von Liole ,

danke für deine Antwort, du hast ja Recht,ich kann kaum noch schlafen, das Wort Zwangsbetreuerin hab ich aus dem Internet, er war ja ohne Papiere und Adresse, vom Gericht wurde die Betreuung angeordnet.Es gibt im Heim einen Arzt, der muß sich um das neue Gutachten nicht kümmern. Das ist der Punkt, weshalb ich ein schlechtes Gewissen habe.Ich wohne weit weg von Berlin, ich fahre aber nächste Woche noch mal hin, das mit dem Fernseher dauert so lange, weil angeblich die Betreuerin sich erst die Genehmigung vom Amtsrichter einholen muß um Ihm seinen Fernseher zu bringen.Der Rollstuhl ist auch nicht in Ordnung, hab ich alles schon vorigen Monat gemeldet, Man kann nicht mit ihm spazieren fahren.Die Pflegerinnen und Pfleger machen alles was sie können, aber für die wäre es besser, wenn er zur Toilette laufen könnte.

Das neue Gutachten liegt im Heim auch vor, da könnte doch der Arzt mehr Therapie verschreiben, er war vorher nie krank und hat doch der KK nichts gekostet.

Er muß da nun für immer bleiben, obwohl ihm geholfen werden könnte.

Kommentar von lamarle ,

Dann ist das mit der Betreuung vom Gericht also korrekt gelaufen - hätte mich auch gewundert, wenns anders gewesen wäre.

Der Arzt, der ins Heim kommt (der hat seine Praxis sicher nicht dort, ich kenne kein einziges Heim, dass sich einen eigenen Arzt für die Bewohner leisten kann), muss nur seinen eigenen Augen vertrauen. In der Regel wird er schauen, was steht im KH-Bericht, was steht im Reha-Bericht, danach wird er seine Therapieentscheidungen treffen. Was bekommt er denn überhaupt für Therapie? Physio läuft bestimmt, denn ohne Bewegung werden über kurz oder lang Komplikationen eintreten. Der Arzt kann auch einen Rollstuhl verschreiben, der den Bedürfnissen Deines Bekannten entspricht. Manchmal dauert es etwas, bis die Kasse den Rollstuhl oder andere Hilfsmittel genehmigt.

Du schreibst "er könnte wieder laufen lernen" - also kann er es im Augenblick nicht? Warum nicht? Was kann er denn überhaupt bewegen?

Kann Dein Bekannter sprechen, Sprache verstehen, ist ein sinnvolles Gespräch möglich? Kann er normal essen und trinken?

Klar wäre es für die Pflege einfacher, wenn er laufen und überhaupt möglichst viel selbst machen könnte. Dann brauchte er bald keine Pflege mehr. Die Pfleger im Heim sind aber dafür ausgebildet, auch so schwerkranke Menschen zu versorgen. Wenn eine dauerhafte Unterbringung in einem Pflegeheim notwendig ist, dann kannst Du davon ausgehen, dass selbst bei einer Besserung seines Zustandes immer eine Pflegebedürftigkeit bestehen bleiben wird. Daran wirst Du Dich gewöhnen müssen - auch wenn es schwer ist, zu begreifen, dass ein gesunder, aktiver Mensch nun plötzlich ein Pflegefall ist.

Für die Krankenkasse ist nicht entscheidend, was jemand vorher "gekostet" hat. Die haben ihre Richtlinien, was genehmigt werden darf und kann. Es lohnt sich bei der Ablehnung von einer Therapie, Hilfsmitteln etc immer, in Widerspruch zu gehen. Das ist aber Aufgabe des Betreuers.

Kommentar von Liole ,

lamarie, man merkt, du bist vom Fach, aber was ich meine ist doch, er kam aus der Reha mit der Diagnose--- austherapiert, mit schnell forschreitender Demenz und blind-----

Nun stellt sich aber herraus, das merkte auch der Gutachter, das war auch ein Doktor, das er noch hell und dunkel und Umrisse chemenhaft sehen kann und das man sich mit ihm noch sehr gut untehalten kann und er nicht mal gelähmt ist, sein Körper ist kerngesund, nur die Signale vom Gehirn zu den Gliedmaßen gehen nicht 

mer, er merkt auch noch wenn er mal muß.Nach längerem Träning kann er sich Dinge, die man ihm erzählt hat beim letzten mal auch merken, aber die Verangenheit ist voll da, da kann er ganz interessante Dinge erzählen, mit Namen und Zeiten, nur die Neuzeit ist weg bei ihm, bis zu dem "Unfall" Seine Sehbehinderung wird schon bleiben,

Er muß die Gegenwart neu lernen und merken, aber ein großer Teil seines Lebens werden wohl weg bleiben.Es ist schade um diesen Menschen, er sieht ja nicht aus wie 73 Jahre , eher wie 60 Jahre, seine Haare sind noch dunkel und er hat noch alle Zähne,

Er hat auch eine sehr nette Art mit den Menschen um zu gehen, deshalb geht es ihm im Heim auch gut, alle können ihn gut leiden, das beruhigt mich ein wenig.

danke Lamarie für deine Geduld  

Kommentar von lamarle ,

"und er nicht mal gelähmt ist, sein Körper ist kerngesund, nur die Signale vom Gehirn zu den Gliedmaßen gehen nicht"

Genau das ist eine Lähmung.

Antwort
von DirectionFreak, 1

Du meinst aber nicht, dass die Demenz therapiert werden kann oder?
Also wenn er therapiert werden kann, nachdem Schlaganfall würde ich es machen lassen.

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