Frage von MoonGirl777, 125

Eine kurze Frage an alle, die unter Depressionen leiden?

Ich habe eine kurze Frage an alle, die wie ich unter Depressionen leiden. Und zwar haben meine Psychologin, die Tagesklinik und später auch die Klinik, immer mal einen bestimmten Satz wiederholt. Sie meinten,"du bist nicht alleine, denk nicht, dass du die einzige bist. Ganz viele Menschen leiden unter sowas und manche haben es noch schlimmer." Wurde sowas zu euch auch gesagt? Bei mir kam dieser Satz nämlich immer negativ an. Ich hatte das Gefühl, das sie denken, ich will nur Aufmerksamkeit und ich soll mich zusammenreißen, weil es eine Alltäglichkeits-Krankheit ist, die jeder mal hat. Deshalb habe ich mich nur schlechter gefühlt, wenn sie das gesagt haben. Ich hab immer nur dieses "andere hier, andere da" gehört. Ich habe mich jahrelang um meine Freunde gekümmert und ich habe sie per Whatsapp aufgeheitert, wenn es ihnen schlecht geht, während ich einen Heulkrampf hatte. Aber das haben sie nicht gemerkt. Wenn doch, dann war alles mit einem "ist egal" abgetan und sie haben nicht mehr weiter darüber nachgedacht. Also warum immer andere? Ich habe mir sooft gewünscht, dass sie mal bei mir nachfragen und nachbohren, damit ich mich ausheulen kann, weil ich mich das sonst nicht traue. Haben sie aber nie gemacht. Ich fühle mich wie Dreck, ich weiß das es anderen auch schlecht geht, aber wenn man mir das sagt, ich weiß auch nicht, dann fühle ich mich wie Dreck, als ob mir alle sagen wollen, dass ich nicht wichtig genug bin, um in einer Klinik-oder um geheilt zu werden. Lange Rede, kurzer Sinn, ich wollte euch eigentlich nur fragen, ob ihr das kennt, also ob euch sowas auch gesagt wurde und wie ihr euch danach gefühlt habt, bzw. wie ihr das interpretiert habt?

Antwort
von EinNarr, 45

Ja, der Satz kommt häufig und ist meist nicht zu böse gemeint, wie er aufgefasst wird.

Viele Menschen mit psychischen Problemen fühlen sich unsäglich allein mit ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Nicht selten findet sich im direkten Umfeld niemand, der diese Situation nachfühlen kann oder auch nur ansatzweise kennt. Die Intention des Satzes "Du bist nicht alleine, denk nicht, dass du die Einzige bist." ist dementsprechend schlicht, dem Gefühl des Alleinseins entgegenzuwirken.

Weiterhin soll das auch zeigen, dass diese Situation nicht unbekannt ist, dass es also möglich ist dagegen etwas erfolgreich(!) zu tun und viele Menschen das schon vor dir gezeigt haben, dass es geht. Teilweise soll das auch Hoffnung schüren, wenn man versucht jemanden verständlich zu machen, dass es auch viele Andere gibt, mit diesem Problemen.

Das du dich jedoch eher angegriffen fühlst von diesem Satz kann ich nachvollziehen, da ich ebenfalls kein Freund davon bin.

In meinen Augen sind psychische Störungen oder Erkrankungen immer eine sehr individuelle Angelegenheit, die sich nur teilweise wirklich vergleichen lässt. Natürlich gibt es viele Überschneidungen und Ähnlichkeiten, auch die Lösungsansätze sind oftmals sehr ähnlich und zu wissen "Hey, es gibt Chancen, andere haben das auch schon geschafft." ist sicherlich nicht schlecht, jedoch sollte gleichzeitig auch die Individualität anerkannt werden - was meist auch der Fall ist, nur wird es eben nicht klar verbalisiert.

Deine Reaktion ist also verständlich aber versuche solche Aussagen vielleicht aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten - eben aus der Perspektive, dass es sich dabei eher um einen positiven Impuls handeln soll.

Du bist kein "Dreck" oder bist "nicht wichtig genug". Deine Probleme sind ernstzunehmend und das wird auch nicht dadurch geschmälert, dass andere ähnliche Probleme haben. 

"[...] damit ich mich ausheulen kann, weil ich mich das sonst nicht traue."

Da liegt denke ich auch der Punkt, an dem du ansetzen kannst. Gerade wenn dich solche Äußerungen belasten und in dir eine Menge auslösen, aufwühlend wirken, dann spreche das an. Es ist leichter gesagt als getan, wenn man davon spricht mal "über seinen Schatten zu springen" aber weniger notwendig macht es dies dennoch nicht. 

Eine Möglichkeit wäre es, nur einen kurzen Satz einzuwerfen, um dein Gegenüber zum "bohren" aufzufordern. Wenn du zum Beispiels sagst "Ich kann das nicht mehr hören." reicht es schon, damit sich deine Psychologin schon in der Situation sieht, nachfragen zu müssen. Vielleicht reicht dieser Anstoß schon, damit du das bekommst, was du dir wünschst - die Situation, dass auch du dich einmal "ausheulen" kannst.

Kurzum - Deine Reaktion ist nachvollziehbar aber ich glaube, dass es dabei eher ein Missverständnis ist, als ein böser Wille der Anderen. Die wohl beste Möglichkeit wäre es, dass zum Gesprächsthema zu machen - zum Beispiel über einen kleinen Impuls respektive Anstoß. 

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und hoffe sehr, dass du dieses Thema und deine Gefühle einmal ansprechen kannst.

Liebe Grüße.

Antwort
von Kitharea, 28

Ich lese hier 3 Fragen.
Also 1. - Therapeuten wollen dir nie sagen dass du Übertreibst oder Aufmerksamkeit willst - das wird viel zu negativ gedeutet von dir. Der Ursprung dessen kommt eher daher dass es vielen einfach besser geht wenn sie wissen, dass sie nicht die einzigen auf dieser Welt sind mit einem Problem und dass sie damit quasi nicht "verrückt", sondern "menschlich" sind. Und ne - niemand erwartet dass du dich "zusammenreißt". Das ist genau das Verhalten was man bei einer Therapie nicht will. Vertrau denen, dass sie alles was sie sagen positiv für dich meinen - und vielleicht kannst alles was sie sagen versuchen zu "übersetzen" so dass du auch einen Grund findest warum es gut ist was sie sagen. Für dich jetzt. Viele von uns sind oder waren nur deswegen in Therapie weil sie sich jahrelang "zusammengerissen" haben.

Zu den Freunden: Wenn 2 Menschen in einer Beziehung sind - Freundschaft zb. - ist es immer so dass jeder eine "Rolle" in dieser Beziehung einnimmt. Du konntest scheinbar gut zuhören und gut mit den Problemen Anderer umgehen und hast versucht zu helfen. Das ist oder war deine Rolle. Wenn man sich von einer Rolle entfernt oder sich ändert - kommen Andere damit nicht mehr so gut klar und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Oft wehren sie sich auch dagegen. Oder empfinden diese Freundschaft als nicht mehr wichtig. Weil jeder sich seine Freunde nach dem aussucht was er selbst braucht. Bekommt er es nicht mehr - kann man sich zusammenraufen oder die Freundschaft wird lockerer. Die Menschen denen du immer zugehört hast und die dir jetzt nicht zuhören - hören vielleicht wem Anderen zu aber in deinem Fall - bei eurer Beziehung hattest du die Rolle des Zuhörers. Entweder sie gewöhnen sich daran dass sich das ändert oder nicht. Darüberhinaus lernt man über kurz oder lang in einer Therapie sich selbst zu schützen. Es ist oft gar nicht so gut wenn man sich bei Anderen ausheult. Weil 90% der Anderen seine Situation zwar vielleicht verstehen aber sich nicht in DICH hineinversetzen können. Sie können nichts damit anfangen, und genau dann bekommst du das Gefühl es hört dir keiner zu. Nicht wirklich. Also - wenn man sich von seiner "Rolle" in einer Beziehung langsam löst - ändern sich auch die Beziehungen. Das ist der Grund für den Spruch "Man kann den Anderen nicht ändern, sondern nur sich selbst". Deine Freunde können "mit dir" daran wachsen oder halt auch nicht. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass wenige mitwachsen. Aber das ist nicht schlimm es gibt dann andere Beziehungen die dich nur so kennen.

Und 3. - du hast früher deinen "Wert" daran gemessen, wie gut du Anderen helfen kannst. Da dass jetzt scheinbar wegfällt, kommst du dir nutzlos vor. Aber auch das ist nur dein Kopf. Du suchst dir einen anderen Wert und irgendwann weißt du diesen auch und kannst dich daran wieder aufbauen. Wer immer nur für Andere da war, fällt in ein tiefes Loch wenn er das nicht mehr kann. Das ist menschlich, verständlich und gut. Du fühlst dich halt- und heimatlos weil sich Alles ändert. Sieh es nicht zu negativ. Du änderst dich und mit dir deine Umwelt. Das ist kein Verbrechen. Und dass man in dieser Phase dann nicht weiß was man wert ist - ist üblich und normal. Eigentlich auch logisch. Wenn die Zahl 1 plötzlich nicht mehr die Zahl 1 wäre - würden sich wohl auch alle Mathematiker unnütz und schlecht fühlen^^ Aber sie würden irgendwann lernen mit der Situation umzugehen.

Als Tip kann ich dir mitgeben: Sprich die Therapeuten die das sagen darauf an - sprich die Angst aus dass dich das minderwertig macht und hör zu was sie darauf antworten. Generell - bei solchen Gedanken - lass es raus. Sag es denen einfach. Es fühlt sich wesentlich besser an danach. Du bist kein schlechter Mensch - du bist nur auf der Suche nach deinem Wert. Und der ist vorhanden - gut versteckt - aber es gibt ihn.

Viel Glück und Kraft :)
lg Kit

Antwort
von Tritopia, 36

haha, ja. das kenne ich xD. Mir wurde auch sogar oft gesagt, dass ich nur platzverschwendung bin (stationäre behandlung), obwohl ich bei allem super mitgemacht habe. Es stimmt doch auch. Du bist nicht die einzige und jeder hat sein packet mitzuschleppen. und jetzt? Jetzt mache ich alles alleine. ja, ich wünsche genauso wie du, das mal jemand bei mir nachfragt, ob wirklich alles okay ist, aber solche Menschen existieren bei mir nicht mehr :D!! Ich bin aber selber daran schuld. Man hätte alles auch anders machen können und da ist jetzt der Punkt. DU,ja DU, entscheidest selber, wie es weiter gehen soll. Kümmer dich nur um dich selbst und sei mal egoistsch. Du kannst es nicht immer allen recht machen, was ich selber schon realisieren musste. Es geht einfach nicht!! Es wird immer einen geben, der etwas an dir zu bemengeln hat, aber was geht dich denn sowas an? Hör nicht auf sowas und mach einfach dein ding. Denke selber über all deine taten nach und denke ''Hilft mir das? schadet es mir? Ist es etwas positves für die zukunft?'' Statt immer über alles zu jammern, solltest du einfach handeln. Von nichts kommt nämlich nichts. Auch wenn es oft nicht leicht sein mag, gebe niemals auf. Egal wie weit du kommst, gehe immer weiter!!

und hier noch ein Zitat, was mir persönlich sehr gefällt.

''Irgendwo in Deinem Leben hast Du aufgehört Du
selbst zu sein. Du lässt es zu, dass man mit dem Finger auf Dich zeigt
und zu Dir sagt, das Du zu nichts taugst. Und wenn es hart auf hart
kommt, willst Du die Schuld anderen dafür geben. Einen großen Schatten!
Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Sie ist oft
ein gemeiner und häßlicher Ort. Und es ist mir egal wie stark Du bist.
Das Leben wird Dich in die Kniee zwingen und Dich zermalmen, wenn Du es
zulässt. Du und Ich, und auch sonst keiner, kann so hart zuschlagen wie
das Leben. Aber der Punkt ist nicht der, wie hart man zuschlagen kann,
Es zählt nur, wieviel Schläge man einstecken kann und trotzdem weiter
macht. Wieviel man einstecken kann und trotzdem weiter macht. Wenn Du
weisst, was Du wert bist, dann geh hin und hol es Dir. Aber nur, wenn Du
bereit bist, die Schläge dafür einzustecken. Die Schläge einzustecken,
aber denoch weiter zu machen! Denn nur so gewinnt man! Zeige aber nicht
mit den Fingern auf andere und sag, Du bist nicht dort wo Du hin
wolltest, wegen Ihr, wegen Ihm oder sonst irgend jemanden. Schwächlinge
tun das! Und das bist Du nicht... Du bist besser!''-Rocky ;)

Antwort
von Matschpfirsich, 44

Ich war nie in irgendeiner Behandlung oder Klinik, hab das alles schön für mich behalten.

Aber die Ärzte haben recht: es geht vielen so wie dir. Und du hast auch recht: ein Großteil davon möchte nur Aufmerksamkeit oder "etwas besonderes" sein. Das ist sozusagen ein Trend: ich habe die-und-die Allergie, ich vertrage das nicht, ich habe Autismus, bla bla bla. In vielen Fällen stimmt das gar nicht und die Leute reden sich das selbst ein, um eben einzigartig zu sein. Einzigartig und hervorstechend in einer Welt, die mehr und mehr verschmilzt und zu einem Einheitsbrei wird.

Ich kann verstehen dass dich das nervt, dass ständig "andere" genannt werden. Mich nervt das auch, dieses ewige vergleichen. Das zeigt einfach nur, dass man sich gar nicht auf dich persönlich konzentriert, sondern nur auf dich in Bezug zu Gesellschaft, im Bezug zu "den anderen". Und da "die anderen" eben oft nur ihre kleinen weh-wehchen haben, die nichts ernstes sind, geht man davon aus, dass es bei dir nicht anders ist. Und das führt die Ärzte wahrscheinlich zu der Auffassung, dass es anderen viel schlimmer geht - in dem Fall meinen sie dann vermutlich noch nicht mal Depressionen, sondern "ernste" körperliche Krankheiten oder Demenz...

Es gibt viele gute Gründe, warum ich mich nie einem Arzt anvertraut habe. Und ich bereue es nicht! Mittlerweile habe ich Menschen gefunden, die mich gut verstehen und mit denen ich reden kann, die ersetzen jeden guten Arzt auf dieser Welt und übertreffen ihn in jedem Punkt.

Du wirst diese Menschen auch finden. Das braucht aber Zeit

Antwort
von nightSky23, 21

Hey, ist jetzt ev. etwas ins Blaue hinaus geraten, aber ich versuche es trotzdem mal...

Ich kenne das: Wenn andere Probleme haben, möchte man denjenigen helfe. Die eigenen Probleme würde man jedoch nie von sich aus ansprechen, da man diese als weniger wichtig / unwichtig im Vergleich zu den Problemen der anderen wertet und man diese nicht mit dein eigenen Problemen (zusätzlich) "belästigen" möchte.

Mir ging es lange nicht besonders gut, aufgrund von dieser Denkweise (und was so dazukommt). Naja, mit einem neuen Umfeld / neuen Kollegen hat es sich dann geändert und heute denke ich zwar immer noch so, komme aber besser damit klar und arbeite daran.

Was mir aber auch geholfen hat, ist zu verstehen, "woher" diese Gedanken kommen. Ich bin da zufällig auf die selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung gestossen, welche mich ziemlich gut beschreibt. Mit dieser Idee im Hinterkopf, dass ich mir wohl vieles selbst einrede, kann ich heute öfters "aus mir heraus kommen".

Falls du dich gar nicht damit identifizieren kannst, dann war das jetzt umsonst. Falls doch, dann rate ich dir dazu, dir mal jemanden zu suchen, dem du wirklich vertrauen kannst (vielleicht der Psychologe?) und diesem deine Probleme zu schildern (also genau diese Gedanken und dass deine Depressionen wohl daher kommen?). Und vielleicht hilft es dir ja auch, einfach im Hinterkopf zu behalten, dass du ev. vieles falsch verstehst, bzw. es nicht so gemeint ist.

Z.B. diese Satz:

"du bist nicht alleine, denk nicht, dass du die einzige bist. Ganz viele Menschen leiden unter sowas und manche haben es noch schlimmer."

Der Psychologie wird das nie negativ gemeint haben, ein Psychologe ist ja da, um dir zu helfen. Mit dem Gedanke, dass er es wohl nicht so gemeint haben wird, kannst du dir einen anderen Grund suchen, also: Was könnte er sonst damit gemeint haben?

Nahe liegend wäre, dass er sagen wollte: Du musst dir keine Sorgen machen, ich verstehe unter was du leidest (er kennt andere ähnliche Fälle). Es ist nicht dein Fehler, dass du mit diesen Problem zu kämpfen hast und es ist nichts, was du an dir kritisieren musst (denn ist "normal", solche Probleme zu haben).

Und das kommt noch von mir: Du bist genau so wichtig wie jeder andere Person und man darf auch mal "egoistisch" sein (von den eigenen Problemen erzählen)! Zudem kommt es bei den anderen wohl nicht "egoistisch" an, da es auch normal ist, von seinen Probleme erzählen zu möchten...

Antwort
von Tragosso, 38

Ich empfinde das ebenfalls nicht als hilfreich. Als ob ich nicht selbst wüsste, dass es noch andere depressive Menschen gibt. Inwiefern soll mich das nun trösten oder mich zu einem anderen Denken bewegen? Mir gehts dadurch nicht besser und ich kenne diese Leute nicht.

Antwort
von CounterMonkey, 28

Was sie Dir sagen wollen ist: Hab keine Angst um Hilfe zu bitten wenn es Dir schlecht geht. Du wirst nicht abgewiesen oder negativ beurteilt werden, Menschen freuen sich über Deine Offenheit und werden Dir helfen.

Natürlich ist es mies, wenn man selber nie gefragt wird wie es einem geht. Oftmals ist man aber auch selber Schuld, denn man spielt aller Welt was vor und hofft insgeheim, dass die anderen Gedanken lesen können und merken, wie es in einem aussieht. Das können sie aber nicht. Das lapidare Sprichwort wäre "Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden."

Meine Freunde wissen mittlerweile, dass mit mir was nicht stimmt wenn ich mich mehr und mehr abschotte, und sie kommen mich dann besuchen und gehen mir so lange auf den Keks bis ich entweder entscheide aus meinem Loch zu kommen oder direkt meinen Facharzt aufzusuchen. ich bin sehr dankbar dafür, dass sie das tun, aber für mich ist das nicht selbstverständlich, und sie würden es nicht tun wenn ich nicht erzählt hätte was manchmal mit mir los ist.

Dasitzen und darüber zu nachdenken wie gemein die Welt ist bringt gar nichts, außer dass es Dir noch schlechter geht. Wenn es Dir nicht gut geht ist es an Dir Dich mitzuteilen.

Antwort
von lillian92, 38

Ich kenne diesen Satz. Mich nervt er auch, aber ich interpretiere ihn anders als du. Gerade das "manche haben es noch schlimmer" empfinde ich persönlich auch sehr abwertend. Der Rest ist für mich aber so eine Platitüde, die mir sagen soll, dass Depression (bei mir im Zusammenhang mit posttraumatischem Stresssyndrom) eine anerkannte Krankheit und nichts wofür man sich schämen muss ist.

Aber wie gesagt, es nervt mich einfach, weil es eine Platitüde ist und ich eigentlich an meinem Problem arbeiten will.

Auf deinen Text hin muss ich dir aber auch sagen, dass sich dein Umfeld kaum ändern wird, wenn du nicht dein Verhalten bzw deine Einstellung gegenüber deinem Umfeld änderst. Und das meine ich nicht im Sinne von "Reiß dich zusammen" sondern, wenn du etwas willst, dann fordere es ein. Sag wenn es dir schlecht geht, sag es wenn du ein Problem hast und sag es, wenn du gerade nicht in der Stimmung bist, andere aufzuheitern, weil du Zeit für dich brauchst. Dein Umfeld wirst du (leider) nur schwer ändern können…

Viel Glück!

Antwort
von Wiesel1978, 31

Ich denke der Satz soll das Krankheitsbild normalisieren. Im Grundgedanken ist es leider immer noch so, dass man als Patient von Psychotherapien oftmals als ganz schlimmer Mensch gleich gesetzt wird. Das dem nicht so ist, weißt Du sicherlich.
Mach weiter und geh Deinen Weg. Weise die Menschen darauf hin, wie Du Sätze interpretierst ;)

Antwort
von FelinasDemons, 35

Das ist echt richtig mies von denen so was zu sagen. Und nein, mir wurde so was noch nie gesagt. Ist auch echt mega d*mm soetwas zu einer depressiven Person zu sagen. Hör einfach nicht drauf. Solche Psychologen/Klinikangestellte sind inkompetente Volli*ioten. Bei uns waren die mega positiv und haben versucht einem Mit zu machen. Allen voran die Bezugstherapeutinnen.
Den Satz : "Anderen geht's schlimmer als dir" Hab ich sowieso nie begriffen. Soll's mir dann desegen besser gehen. Total berbl*deter Satz. Den man als Betroffener einfach ignorieren sollte. Und am besteb neue Therapeutin suchen...Das ist echt das Allerletzte.

Antwort
von delena0207, 27

Bei mir hat das niemand gesagt. Bei meiner jetzigen Psychiatern fühle ich mich allerdings ziemlich lächerlich, da sie immer sehr sugestive Fragen stellt. Zum Glück muss ich nur zu ihr, wenn ich ein neues Rezept brauche.

Antwort
von einfachichseinn, 14

So etwas wurde nicht zu mir gesagt.

Dass ich nicht alleine bin, habe ich gemerkt. Ebenso habe ich festgestellt, dass es anderen auch schlechter geht, als mir. Allerdings wurde da auch nie drüber gesprochen. Uns ging es allen schlecht. Jeder hatte das 'Recht' dort zu sein und ebenso hatte jeder mal einen miesen Tag.

Vielleicht interpretierat du in den Satz einfach zu viel rein.

Der könnte nämlich genauso sehr positiv aufgefasst werden und dir als mutmacher dienen.

Aber es bringt dir nichts, wenn du das jetzt hier breitschlägst. Sprich die Person an, die das gesagt hat oder sprich da mal mit deinen Therapeuten etc drüber!

Antwort
von 7vitamine, 33

Eigentlich wollte er dich damit aufmuntern, indem du verstehst, dass du nicht alleine damit bist ohne es bagatellisieren zu wollen. Nur hast du es auf deine weise interpretiert und falsch aufgefasst.
Das hören depressive Leute noch oft solche Dinge, doch einigen macht es Mut, sie schöpfen etwas Kraft daraus und wissen, dass es da draussen Leute gibt die einen verstehen. Nur um das ging es.

Solche Dinge lernen Psychologen nunmal und niemand von ihnen kann wissen ob der gegenüber das auch richtig versteht. Du hättest es sofort klären sollen und nachfragen wie es gemeint ist. Das wäre das beste gewesen.

Antwort
von marymaagcon, 17

Ja :( ich hab mich auch scheiße gefühlt, aber dann hab ich darüber nachgedacht. Ich kam mit nicht mehr so allein vor

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten