Frage von Bragolas, 41

Eine Frage zur Urknall-Hypothese • Stand 2015 | Josef M. Gaßner?

In seiner Theorie beschreibt er, dass vor dem Urknall Quantenfluktuationen stattfanden und durch die Veränderung des Feldes ein Symmetriebruch entstand. Wenn die Quantenfluktuationen im Nichts waren, vor der Entstehung unseres Universums, woher wissen wir denn, dass in diesem Nichts, die gleichen physikalischen Gesetzte gelten. Die Quotenfluktuationen sind ja mit dem Kasimir Effekt nur in unserem Universum beweisbar? Also setzt diese Theorie voraus, dass vor dem Universum, die gleichen Gesetze galten, jedenfalls was Quanten angeht, wie jetzt? Oder habe ich etwas falsch verstanden? (https://www.youtube.com/watch?v=hrJViSH6Klo)

vielen dank im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uteausmuenchen, Community-Experte für Universum, 21

Hallo Bragolas,

das hast Du richtig verstanden. Wenn ich das Video richtig in Erinnerung habe, dann sagt das Gaßner auch irgendwo. (Ich habe die Stele jetzt auf die Schnelle aber in dem 1.5 Stunden-Video nicht gefunden....)

Man muss es aber auch genau sehen: NICHT unsere gesamte Physik, nicht die in unserem Universum herrschenden Naturgesetze stecken in dem Modell drin. Unsere 4 physikalischen Wechselwirkungen sind das Ergebnis des Urknalls.

Es sind lediglich einzelne Prinzipien der Quantenmechanik. die als grundlegender und damit allgemeingültiger angenommen werden. Die Heisenbergsche Unschärferelation zum Beispiel. Dass es eben zu diesen Fluktuationen kommt, weil die Natur nicht exakt auf  Werte festgelegt sein kann.

Nein, "beweisbar" ist das selbstverständlich nicht, der Urknall ist ein Beobachtungshorizont. Deswegen heißt das Ganze auch "Hypothese" - Annahme - und ist weit weg von einer gesicherten physikalischen Theorie.

Wie Gaßner aber erläutert, werden solche Vorstellungen untermauert durch Beobachtungshinweise, die man in dem hat "was aus dem Modell unten raus kommt", also im beobachtbaren Universum: Sieht das so aus, wie es aussehen müsste, wenn das Modell richtig ist?

Da gibt es doch etliches, was dazu passt. Die Vereinheitlichung der physikalischen Kräfte. Nach Beobachtungsdaten für die Inflation sucht man gerade.

Grüße

Antwort
von grtgrt, 26

Du hast das völlig richtig verstanden.

Kommentar von grtgrt ,

Max Tegmark (Physiker und Kosmologe) drückt es so aus:

Many of the regularities that we used to view as fundamental laws, which by definition hold anywhere and antime, have turned out to be merely effective laws, local laws that can vary from place to place.

Genauer:

  • Fundamental laws are the mathematical equations that govern physics.
  • Effective laws are particular solutions to these equations. They can be mistaken for fundamental laws if the same solution is implemented throughout our universe [d.h. innerhalb unseres Beobachtungshorizonts und innerhalb der Genauigkeit, mit der wir beobachten können].

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