Frage von poolsheep, 89

Eine Frage zu der Steuer bei Kleinunternehmern und Selbstständiger Arbeit. Wie versteuere ich Einkommen welches durch Mylittlejob entsteht?

Ich habe ein Gewerbe für Webdesign und fotografische Tätigkeiten angemeldet. Das klappt soweit auch alles ganz gut und auch an das Stellen von Rechnungen habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ich nutze die Kleinunternehmerregelung.

Ich habe vor kurzem Mylittlejob entdeckt. Auf diesem Portal können Studenten kleine Tätigkeiten wie Texte schreiben, Programmierung, Recherchen und Ähnliches übernehmen. Dafür wird man vergütet und diesen Betrag kann man sich auszahlen lassen.

Doch nun zu meiner Frage:

  1. Wie rechne ich die bearbeiteten Aufträge dort ab? Ich stelle ja keine Rechnung sondern kann es mir ab einem Betrag von fünf Euro auszahlen lassen.

  2. Trete ich dort als Privatperson auf und verbuche ich die Erträge somit als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit in meiner Steuererklärung?

  3. Muss ich die Erträge zum Leistungsdatum oder zum Auszahldatum verbuchen? Das wird ja gerade zum Jahreswechsel spannend.

Danke für eure Hilfe.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 57

Wie rechne ich die bearbeiteten Aufträge dort ab? Ich stelle ja keine
Rechnung sondern kann es mir ab einem Betrag von fünf Euro auszahlen
lassen.

Dir wird sicher vom Portal eine Abrechnung zur Verfügung gestellt für deine Buchhaltung.

Trete ich dort als Privatperson auf und verbuche ich die Erträge somit
als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit in meiner Steuererklärung?

Nope, Gewerbebetrieb, wenn hier Regelmäßigkeit vorliegt.

Muss ich die Erträge zum Leistungsdatum oder zum Auszahldatum verbuchen? Das wird ja gerade zum Jahreswechsel spannend.

§ 11 EStG.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 26

GRundsätzlich verweise ich auf @Kevin, alles top, aber welcher Feind hat Dir den Tipp mit der Kleinunternehmerregelung gegeben?

Wenn Du Dein Geld von "mylittleJob" bekommst, oder aber Recherchen usw. an einen Auftraggeber abrechnest, kann ich mir nicht vorstellen, dass Du es für eine Privatperson machst.

Also kannst Du die Umsatzsteuer extra in Rechnung stellen, bzw. bekommst von "mylittelJob" die Steuer zusätzlich.

Damit hättest du selbst aber für Deine Kosten und Investitionen den Vorsteuerabzug.

Kommentar von poolsheep ,

Ich arbeite ja nicht nur für my Little Job. Und ob ich nun Umsatzsteuer aufschlage und diese dann and Finanzamt abführe, oder sie erst gar nicht Aufschläge bleibt sich doch gleich oder nicht?

Kommentar von kevin1905 ,

Nein eben nicht. Da du als Regelunternehmer die ausgelegte Umsatzsteuer (Vorsteuer) bei Wareneinkäufen und sonstigen Betriebsausgaben verrechnen könntest, ergo erstattet bekommst.

Kommentar von wfwbinder ,

Aber Du hast doch Kosten. Internet, Telefon, kaufst evtl. mal ein neues Notebook. usw. usw. aus all diesen Beträgen kannst Du die Vorsteuer geltend machen.

Es ist also ganz und gar kein "Nullsummenspiel."

Ich prüfe bei allen Mandanten immer zuerst, welchen Kundenkreis sie haben und ob es sich lohnt zu optieren.

Kommentar von agentharibo ,

Ist das jetzt aber eine eigentümliche Auslegung steuerlicher Vorschriften!!!

s. § 19 Abs. 1 Nr. 1 UStG

Antwort
von AndreaLk, 29

Hallo poolsheep,

1.) und 2.) hat kevin ja schon richtig beantwortet. Hier noch eine Ergänzung zu 3.)

Das hängt prinzipiell davon ab, ob du Ist- oder Soll-Versteuerer bist. Bist du Freiberufler, Kleinunternehmer oder machst weniger als 500.000€ Umsatz im Jahr, kannst du die Ist-Versteuerung beantragen (wie in deinem Fall). Dann versteuerst du deine Erträge erst mit tatsächlicher Auszahlung des Betrags.

Hier noch ergänzend ein Beitrag von uns dazu: https://debitoor.de/gruenderlounge/umsatzsteuer/was-ist-der-unterschied-zwischen...

VG Andrea

Debitoor

Kommentar von agentharibo ,

Was hat Ist- oder Soll-Besteuerung damit zu tun?

Er ist doch Kleinunternehmer!!!!

Also hat er nichts mit der Umsatzsteuer am Hut.

Durch die Anwendung des § 19 Abs. 1 Nr. 1 UStG verzichtet er doch auf den Ausweis der Umsatzsteuer, da er diese sonst schuldet, ohne dass der Rechnungsempfänger zum Vorsteuerabzug berechtigt wäre.

Eine Art Sanktion!

Antwort
von Asturias, 46

Zum Auszahlungsdatum buchen.

Es wird auf dem Portal sicher eine Art Abrechnung geben. Wenn nicht: Kontoauszüge dienen auch als Beleg.

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