Frage von AntwortFrage231, 96

Eine Frage über die Pharisäer?

Kann mir grob jemand sagen, wer die Pharisäer waren, aber hauptsächlich:

- Welche politischen Ziele sie hatten und auf welche Weise sie diese durchzusetzen versuchten?

- Und welche Probleme sie mit Jesus hatten?

Danke im Voraus

Antwort
von LordofDarkness, 29

Die Pharisäer waren eine eher moderate Gruppe innerhalb des Judentums.
Damals gab es in Jerusalem noch den Zweiten Tempel, der in der jüdischen Gesellschaft eine herausragende Position einnahm und enorme Macht besaß. Nach der Zerstörung des Tempels waren die Pharisäer die letzte wirklich einflussreiche Gruppierung im Judentum, und übernahmen sozusagen die Deutungshoheit über die jüdische Religion.
Das Judentum, das wir heute kennen, ist quasi die von ihnen überlieferte Version.

Die Pharisäer waren gegen eine allzu extreme Fixierung auf die Tempelpolitik und betonten, die Einhaltung der jüdischen Gesetze und Traditionen im Alltag sei von größerer Bedeutung als der Tempeldienst. Damit stellten sie sich gegen die konservativen Sadduzäer, die dem Tempel nahestanden... Und wahrscheinlich auch die ganzen Spenden und Opfergaben aus der Bevölkerung einkassierten.

Unklar und umstritten ist, warum im Neuen Testament so ausfallend über die Pharisäer gehetzt wird. Jesus selbst vertrat Positionen, die sich mit denen der Pharisäer deckten. So waren diese beispielsweise dafür bekannt, Armen und Bedürftigen zu helfen, anstatt sie auszuplündern, wie es die Tempelpriester taten. Auch Jesus zog umher und war für das einfache Volk da.

Man kann also davon ausgehen, dass der Konflikt zwischen Jesus und den Pharisäern darauf beruhte, dass beide unter der gleichen Bevölkerungsschicht um Anhänger kämpften. Es bestand sozusagen eine Konkurrenz-Situation zwischen beiden Parteien.

...oder aber, die Streitereien mit den Pharisäern wurden nach Jesus' Tod in die Geschichte eingefügt, um das jüdische Establishment zu verunglimpfen und als Messias-Mörder darzustellen.

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Vielen Dank für die Hilfe!!

Antwort
von casala, 32

pharisäer waren vertreter einer glaubensrichtung, die die wörtliche umsetzung der glaubenslehre vertraten und auch nicht den könig als obersten glaubensherren wollten. daraus entstand zb. auch ein bürgerkrieg.

probleme hatten sie lediglich mit jesus,  weil er u.a. eine menschlichere position vertrat (verzeihung und bereuen akzeptierte).

jesus führte sie nur als schlechtes beispiel für starrsinn und doch anders handelnd, in einer seiner reden an.

die abwertung der pharisäer kam erst viel später, durch die verbreitung des christentums zustande. für jesus waren sie eher diskussionsgegner.



Antwort
von Sturmwolke, 15

Pharisạ̈er

Eine Sekte des Judentums im ersten Jahrhundert u. Z. Nach einigen Gelehrten bedeutet der Name wörtlich „Abgesonderte“, „Separatisten“, was möglicherweise auf das Vermeiden von zeremonieller Unreinheit oder das Sichabsondern von Nichtjuden hinweist. Wann die Sekte der Pharisäer entstand, ist nicht genau bekannt. Aus den Schriften des jüdischen Geschichtsschreibers Josephus geht hervor, daß die Pharisäer schon zur Zeit des Johannes Hyrkanos I. (zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts v. u. Z.) eine einflußreiche Sekte bildeten.

Josephus schreibt: „Sie stehen beim Volke in solchem Ansehen, dass sie stets Glauben finden, selbst wenn sie etwas gegen den König oder den Hohepriester vorbringen“
(Jüdische Altertümer, übersetzt von H. Clementz, 13. Buch, Kap. 10, Abs. 5, S. 177).


Josephus führt außerdem Einzelheiten über die Lehren der Pharisäer an. Er erklärt: „[Die Pharisäer] glauben auch, dass die Seelen unsterblich sind und dass dieselben, je nachdem der Mensch tugendhaft oder lasterhaft gewesen, unter der Erde Lohn oder Strafe erhalten, sodass die Lasterhaften in ewiger Kerkerhaft schmachten müssen, während die Tugendhaften die Macht erhalten, ins Leben zurückzukehren“

(Jüdische Altertümer, 18. Buch, Kap. 1, Abs. 3, S. 506).

„Die Seelen sind nach ihrer Ansicht alle unsterblich, aber die der Guten gehen nach dem Tode in einen anderen Leib über, während die der Bösen ewiger Strafe anheimfallen.“ Über ihren Glauben an das Schicksal oder die Vorsehung berichtet Josephus: „Sie . . . machen alles vom Gott und dem Schicksal [oder der Vorsehung] abhängig und lehren, daß Recht- und Unrechttun zwar größtenteils den Menschen freistehe, daß aber bei jeder Handlung auch das Schicksal mitwirke“
(Geschichte des Jüdischen Krieges, übersetzt von H. Clementz, 1984, 2. Buch, Kap. 8, Abs. 14, S. 148).


Aus den Christlichen Griechischen Schriften geht hervor, daß die Pharisäer zweimal in der Woche fasteten, peinlich genau den Zehnten bezahlten (Mat 9:14; Mar 2:18; Luk 5:33; 11:42; 18:11, 12) und mit der Ansicht der Sadduzäer nicht übereinstimmten, die sagten, „es gebe weder eine Auferstehung noch Engel, noch Geist“ (Apg 23:8).

Sie brüsteten sich damit, gerecht zu sein (in Wirklichkeit waren sie
selbstgerecht), und blickten auf das allgemeine Volk herab (Luk 18:11, 12; Joh 7:47-49).

Um andere mit ihrer Gerechtigkeit zu beeindrucken, machten sie die Schrifttexte enthaltenden Kapseln breit, die sie als Schutzmittel trugen, und vergrößerten die Fransen ihrer Kleider (Mat 23:5).

Sie waren geldliebend (Luk 16:14) und strebten nach Ansehen und schmeichelhaften Titeln (Mat 23:6, 7; Luk 11:43).

Sie waren so extrem in der Anwendung des Gesetzes, daß sie dieses für
das Volk zu einer Last machten, denn sie verlangten, daß es nach ihren
Vorstellungen und gemäß ihren Überlieferungen gehalten wurde
(Mat 23:4).

Die wichtigeren Dinge — das Recht, die Barmherzigkeit, die Treue und die Liebe zu Gott — ließen sie außer acht (Mat 23:23; Luk 11:41-44).

Die Pharisäer unternahmen weite Reisen, um Proselyten zu machen (Mat 23:15).


Wenn sie mit Christus Jesus disputierten, ging es hauptsächlich um die Beobachtung des Sabbats (Mat 12:1, 2; Mar 2:23, 24; Luk 6:1, 2), das Festhalten an Überlieferungen (Mat 15:1, 2; Mar 7:1-5) und den Umgang mit Sündern und Steuereinnehmern (Mat 9:11; Mar 2:16; Luk 5:30).

Die Pharisäer glaubten offensichtlich, daß der Umgang mit Personen, die das Gesetz nicht entsprechend ihrer Auffassung hielten, verunreinige (Luk 7:36-39). Sie erhoben daher Einspruch, als sie sahen, daß Christus Jesus mit Sündern und Steuereinnehmern verkehrte, ja sogar mit ihnen aß (Luk 15:1, 2).

Die Pharisäer bemängelten, daß sich Jesus und seine Jünger nicht gemäß der Überlieferung die Hände wuschen (Mat 15:1, 2; Mar 7:1-5; Luk 11:37, 38).

Jesus stellte jedoch ihre verkehrten Schlußfolgerungen bloß und zeigte ihnen, daß sie um menschlicher Überlieferungen willen Gottes Gesetz übertraten (Mat 15:3-11; Mar 7:6-15; Luk 11:39-44).

Statt sich über die Wunderheilungen, die Christus Jesus am Sabbat
vollbrachte, zu freuen und Gott zu verherrlichen, wurden die Pharisäer
von Zorn erfüllt über das, was sie für eine Übertretung des Sabbatgesetzes hielten, und planten deshalb, Jesus umzubringen (Mat 12:9-14; Mar 3:1-6; Luk 6:7-11; 14:1-6).

Zu einem Blinden, den Jesus am Sabbat geheilt hatte, sagten sie über
Jesus: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht“
(Joh 9:16).


-----------------------

Quelle (bearbeitet) und weitere Informationen:

http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200003459#h=2

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Wow! Vielen Dank, das reicht ja für ne Klausur! Vielen vielen Dank für die Mühe!!

Kommentar von Sturmwolke ,

Gerne. Viel Erfolg!

Antwort
von delfin28, 12

Die Pharisäer waren die "Zivi- Religionsgruppe zur Zeit Jesu. Sie waren genauso wie Jesus der Meinung, dass Gott am ethischen Verhalten von Menschen interessiert ist ( und nicht z.B die Familie), allerdings waren sie der Meinung, dass man alle Regeln 100%ig halten muss um in den Himmel zu kommen, während Jesus dies verneinte.
In der Bibel kommen oft die Pharisäer mit Jesus vor, da einige von seinen Nachfolgern Pharisäer waren

LG Delfin 28
Ps: wenn du noch Fragen hast, darfst du gerne schreiben:)

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Danke für deine Hilfe, ich denke aus den ganzen Antworten kann ich bestimmt was gut herauskristallisieren. Danke nochmal...

Kommentar von delfin28 ,

glaub ich auch:)

Antwort
von Viktor1, 20

schau erst mal hier, bvor du alles glaubst, was hier so geboten wird
https://de.wikipedia.org/wiki/Pharis%C3%A4er
Mit Jesus hatten sie insoweit "Probleme", daß er ihnen vorhielt, daß sie nur den Buchstaben des Gesetzes aber weniger den "Geist" (den wahren Willen Gottes) beachteten. Er hat sich als der hingestellt, der allein den Willen Gottes kennt und verkörpert ("..ich bin die Wahrheit..."). Dies ging also garnicht - schon garnicht für einen ungebildeten Sohn eines Handwerkers.
Das ist wie heute auch, Arroganz der "Studierten" gegen Erkenntnis der weniger "Gebildeten".


Kommentar von AntwortFrage231 ,

Vielen Dank!

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Danke für die Hilfe, aber bei Wikipedia hätte ich schon nachgeschaut. Da sind Unmengen an Informationen und es ist schwer, genau das herauszufiltern, was ich brauche.

Antwort
von Nummer1212, 37

Sie waren jüdische Priester
Sie wollten ihre Macht sichern
Jesus nicht wegzuschaffen hätte sie ihre Stellung gekostet

Kommentar von casala ,

???

wo hast du denn diesen unsinn her?

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Danke für deine Hilfe, aber was waren ihre politischen Ziele unabhängig von Jesus, ein bisschen genauer bitte...

Und warum hat Jesus so ein Problem für ihre Stellung dargestellt?

Wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir das zusätzlich beantworten würden...

Kommentar von Nummer1212 ,

Jesus war der Messias. Alle folgten ihm. Wenn alle ihm folgen wer folgt dann den Priestern?
Ansonsten wollten sie einfach nur ihre Religion weiter ausleben können, Geld anhäufen und von allen verehrt werden. Das übliche eben

Kommentar von casala ,

blablabla .....   :(

Kommentar von Nummer1212 ,

Ja also ich glaube ich liege eher richtig. Aber ok

Antwort
von fricktorel, 8

Die Pharisäer hatten die geistige Führung in Israel (Mt.23,13).

Sie versuchten mit aller Macht, diese Vorrangstellung von der römischen Besatzungsmacht zu halten (Mt.16,1).

Jesu, der Sohn Gottes, war das "direkte" Opfer ihrer Machtgier (Mt.12,14).

Seine "Mörder" waren jedch wir alle (Röm.3,23-25; 6,23).

Kommentar von AntwortFrage231 ,

Jesus*: Jesu sagt man nur, um nicht Jesuss zu sagen. Zum Beispiel: 1) Das Auto Michaels hat 4 Türen und ist schwarz. 2) Das Haus Jesu hat die Farben Grau und Braun.

Antwort
von chrisbyrd, 12

Hier findet sich ein interessanter Artikel über die Pharisäer: https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=4331

Auf Jesus waren sie vor allen Dingen neidisch (Matthäus 27,18).

Sie verwarfen Jesu Anspruch, der von den Propheten des Alten Testaments verheißene Messias und Gottes Sohn (und damit Gott selbst) zu sein und glaubten weder dem Alten Testament, noch Jesu Lehre und auch nicht den Wundern und Zeichen, die Jesus vor ihnen tat.

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