Luise am 30.05.2008 um 18:38 Uhr
Ich würde hier mal gerne hören, wie ihr glaubt und was und wie ihr glaubt und bitte die Ungläubigen sich der Antworten zu enthalten. Meine Frage geht rein über den Glauben und nicht über irgendwelche Religionszugehörigkeit. Wie begegnet ihr Ungläubigen oder auch Strenggläubigen, die Euch bekehren wollen?

Der geistig-spirituelle Überbau hat für mich einen hohen Stellenwert im Leben. Natürlich sind meine Wurzeln christlich, aber ich habe viel mehr aufgesogen, eine Weile beinahe wie ein Schwamm, und besonders "erleuchtend" waren ein paar Jahre mit Kursen bei einem sehr guten Yoga-Lehrer. Daraus hat sich eine Sicht der Dinge und des Universums entwickelt, ein Erklärungsmodell, das mir eine wirkliche Hilfe und Stütze im Leben ist, das aber zu vielschichtig ist, um es hier darzustellen.
Fazit daraus ist: alle belebte Natur ist ein Teil von Gott, auch wir selbst - daher rührt auch die Sehnsucht nach IHM, nach dem Höheren, zu dem wir eines Tages zurückkehren werden.
Religionen haben im Kern viele Gemeinsamkeiten, die Kirchen aber verteidigen ihre Lehren als die einzig Wahren, um Macht über möglichst viele Menschen zu haben. Die Kirchen werden also immer das Trennende betonen, niemals die Gemeinsamkeiten.
Ich bleibe organisierter Religiosität lieber fern, und lebe meine eigene Spiritualität, denn ich habe bei zu engem Kontakt mit engstirnigen Vertretern leider schon das Phänomen erfahren, daß es mir buchstäblich die Brust eng macht, als hätte ich nicht mehr genügend Raum zum Atmen.
Überzeugen will ich von meinem Weltbild niemanden, habe mich aber schon in leidenschaftliche Diskussionen verwickeln lassen. Heutzutage halte ich mich eher zurück.
Um alle fundamentalistisch-engstirnigen Glaubenseiferer mache ich einen weiten Bogen, sie sind mir zuwider, weil sie die Seele knechten und in permanenter Angst halten.

Jeder darf gerne glauben, was er möchte, so lange er mich damit zufrieden lässt. Bekehrt werden möchte ich nicht, da werde ich ziemlich allergisch. Ansonsten gilt: leben und leben lassen. Mir tun die Gläubigen nichts (wir sprechen nicht über Fanatiker) und ich ihnen auch nicht. Viele Leute verwechseln leider "in die Kirche gehen" mit "ein guter Mensch sein". Ich versuche - auch ohne Kirche - ein guter Mensch zu sein.
darkangel82 am 30. Mai 2008 18:44 so sehe ich das imgrunde auch. Tolle Antwort. DH!
Luise am 30. Mai 2008 18:45 Eine Anmerkung von mir, einfach hier, weil diese Antwort gerade oben steht: Ich werde absichtlich nicht kommentieren, weil mir das nicht zusteht, Antworten zu beurteilen bei so einer Frage. Und jeder bekommt einen DH von mir. Vielen Dank für Eure Antworten.

Erst einmal DG Luise! ;-))
Ich glaube an Gott. Aber anders als oft in der Kirche übermittelt wird, deute ich zB die Geschichte von Adam und Eva nicht als Beginn der Erbsünde, sondern so das Gott uns den freien Willen geschenkt hat.
Meine Verantwortung ist es mit diesem Geschenk verantwortungsvoll umzugehen.
Das Bedeutet für mich, das wenn ich eine Entscheidung treffe ich diese auch für mich vertreten muss.
LG Wolpertinger
Wolpertinger am 30. Mai 2008 18:45 Ich tausche mal das G gegen ein H im ersten Satz. Sorry

Ich glaube an Gott, renne der Kirche aber nicht die Türe ein weil ich der Meinung bin, dass man überall beten kann wenn man es für nötig hält selbst auf der Toilette!
Ich begegne anderen Gläubigen offen aber mit Abstand (Zeugen Jehovas); weil ich speziell diese "Kirche" für gefährlich halte. Viele Praktiken, das weis ich aus erster Hand, sind seeeehr widersprüchlich.
Lange Rede kurzer Sinn: Gott ist in allen Religionen der selbe, heißt nur anders und will im Ursprung nur gutes und nichts radikales etc....

Ich war mal eine richtiger Kathole, sogar Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Dann bin ich ausgetreten, weil Kriche einfach eine Institution ist, aber mit Gott wenig zu tun jat.
Ich glaube an Gott/das Schicksal/das Leben, den Sinn des Lebens - wie immer man das nennt...
Und ich weiss, dass jedes Lebewesen eine Teil dieses Gott-Seins ist.
Ich erninnere mich auch immer wieder an jemaden, der schon fast tot war, aber wieder renimiert wurde. Er erzählte, er habe Gott gesehen. Alle fragten, wie Gott aussieht. Er schaute sie lange an und sagte dann: she is black...

Ich glaube durchaus an etwas "Höheres", brauche dazu aber nicht den "alten, weisen Mann über den Wolken". Und ich akzeptiere jeden Andersgläubigen oder Atheisten (chacun à son gout). Und wenn sie mich "bekehren" wollen, höre ich mir auch ihre Argumente an; zumindest dümmer wird man davon nicht.

... das ist aber mal praktisch... :-) Jetzt kann ich doch glatt die Antwort aus der Atheistenfrage in die Glaubenfrage einkopieren und es stimmt noch immer: Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil für mich die Wahrnehmung von Gott, Glaube..., die die Kirche vertritt nicht stimmt. Für mich gibt es da "etwas", das ich gleichsetze mit Leben, Liebe, Bewusstsein und Gott. Und dieses "etwas" ist dafür "verantwortlich", dass wir überhaupt leben, denn selbst wenn unsere körperliche Mechanik wunderbar funktioniert, ist da noch etwas, das diese wunderbare "Maschinerie" in Gang bringt und hält. Und dieses "etwas" ist in allem Lebendigen enthalten. Somit könnte man auch sagen: wir alle sind Gott. Demnach sind wir nicht, wie uns die Kirche glauben machen möchte, Sünder und hilflose Opfer des Schicksals (Gott?), sondern Schöpfer unserer eigenen Welt und unserer Umstände. Anders ausgedrückt... jeder ist selbst seines Glückes Schmidt.

Dieses Wort "gläubig " sein gefällt mir nicht. Ich bin ein spiritueller Mensch, und das hat was mit Wissen zu tun. Und Menschen die damit hausieren gehen, waren mir immer schon suspekt.
Djinndrache am 30. Mai 2008 19:02 gut!
Luise am 30. Mai 2008 19:03 Auch spirituell war von mir gemeint. Schön, dass Du das ergänzt, Dein Ausdruck ist besser.
Ich begegne allen Menschen immer mit Achtung, viel Liebe und Respekt, erzähle ihnen, was ich alles tolles mit Gott selbst erlebt habe in den 18 Jahren, die ER jetzt nun mit mir redet und mich aus Sucht, Kriminalität und Prostitution herausgeholt hat. Keinem rede ich seinen Glauben aus oder sage ich wüßte es besser, sondern bin im Laufe der Jahre dazu übergangen, mit und für diesen Menschen zu beten. Manche wollen das nicht, aber einige haben tatsächlich für sich selber echte Erlebnisse mit Gott gehabt, den letztendlich auch die "Andersgläubigen" suchen.

ich glaube, dass alles auf der erde schwachsinn ist :P
Smash am 30. Mai 2008 18:52 u 2

Für einen evangelischen Christen leiten sich die Grundsätze seines Glaubens aus dem biblische Zeugnis ab, niemand verlangt aber von ihm, exakt das zu glauben was in der Bibel steht.
Biblizismus und tiefer Glaube sind zwei Paar Schuhe.
Luise am 2. Juni 2008 20:40 Vielen Dank und DH

Warum?

Ich respektiere andere Meinungen und versuche, meinen Glauben überzeugend zu leben.

Diese Antwort trifft bei mir wohl am ehesten zu, ich glaube an Gott - und zwar an den der Bibel und das die Bibel Sein Wort ist.
Schade finde ich, das die Kirchen wohl ein schlechtes Bild abgeben und sich viele ihr eigenes Christentum zusammenzimmern.
Jesus hat viel von Gemeinschaft gehalten und eine Gemeinde, die füreinander da ist und auch Nächstenliebe ausübt, ist in Seinem Sinne.
BIBEL/Torah fuer mich (die Torah ist Teil der Bibel) Leider gibt es keine Christliche Kirche, die sich genau an die Bibel haelt. Ich finde es problematisch, dass es so viele verschiedene christliche Glaubensrichtungen gibt. Der Koerper Christi ist nicht beisammen.

Ich glaube an den Gott der Bibel und an Jesus Christus. Und ich bin überzeugt davon, dass die Bibel Gottes Wort ist. Genau deswegen glaube ich NICHT, was im Koran steht.

Ein guter Mensch hat wahrlich nichts mit der Kirche zu tun. Ich kann nicht an Gott glauben, denn einen Gott gibt es für mich nicht. Ich glaube daran, dass es etwas geben muss, was uns in der Form existieren lässt, wie wir nun einmal sind. An einen puren Zufall unserer Existenz glaube ich nicht. LG TawaGirl
Luise am 30. Mai 2008 18:50 Zitat von Albert Schweitzer: "Wer glaubt, ein Christ zu sein, nur weil er in die Kirche geht, der irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht."
TawaGirl am 30. Mai 2008 19:06 Dafür ein DH Luise. Musste beim lesen schmunzeln. LG TawaGirl


Luise am 30. Mai 2008 18:53 Sehr pragmatisch. Lol.
wandpilz am 30. Mai 2008 19:04 obwohl ich nicht antworten darf, kann ich das hier nicht unkommentiert stehen lassen. Impliziert dieser logische Schluß nicht eine Angst vor Bestrafung und ist sie nicht eine der Hauptantriebskräfte der Religion? Ist das wirklich ein Grund sein Leben nach irgendwelchen Dogmen zu führen? Habt ihr für den Fall, dass Jurassic Park wahr wird auch alle hübsch ein Gewehr im Keller, welches einen T-Rex erledigen kann, sollte er auftauchen?
Ich muss über diese "Logik" wirklich lachen. Ja, in einer kranken Welt ergibt sie Sinn, aber zu meinem Glück lebe ich nicht darin.
Angel84 am 30. Mai 2008 19:13 @waldpilz: Du hast nicht unrecht! Der Liebe, dem Leben, ist es schei..egal, ob du dran glaubst, oder nicht! Niemand wird Rechenschaft verlangen. Nichts und niemand wird dich strafen! Du bist dein eigener Herr und das was du glaubst, weißt, nicht glaubst oder weißt, ist einzig und allein deines! Und vielleicht ist es sogar besser an keine höhere Macht zu glauben, als dich als Opfer zu fühlen und die Verantwortung einem Gott im Himmel zu übertragen...
wandpilz am 30. Mai 2008 19:20 Angel84: ich mag dich. :-D
Angel84 am 30. Mai 2008 19:52 uups. etzaberrotwerd
Smash am 31. Mai 2008 14:17 @wandpilz. Für mich sind Religion, Kirche und Glaube an Gott verschiedenene Dinge. Wenn ich für Liebe, Hilfbereitschaf, Verständnis, Gerechtigkeit bin, kann doch auch ein Atheist nichts dagegen einwenden?
wandpilz am 31. Mai 2008 21:52 Selbstverständlich kann ein Atheist nichts gegen einen Menschen sagen, der sich sozial verhält, aber das hat mit deiner logischen Begründung, warum man lieber an Gott glauben sollte, für den Fall, dass es ihn gibt, um somit nicht einen auf den Deckel zu kriegen, rein gar nichts zu tun. Und deine These, dass es der "Vernunft" gebietet, diesem Zwang an einem Glauben zu folgen kann man auch anders auslegen. Für mich ist es vernünftiger 75 Jahre auf diesem Planeten zu leben, ohne Angst vor Bestrafung, die (was durch mangelnde Beweise, die dafür sprechen sowieso schon arg in Frage steht) wahrscheinlich nie eintreten wird. Das wäre meine Defintion von Vernunft. Die Gewichtung liegt hierbei an dem Maß an Glauben an die Existenz eines strafenden Gottes.

Ich glaube, das Diskussionen über Politik und Religionen immer zu nichts führen, das ist die Maxime der Freimaurer und zu vermeiden. Jeder soll glauben, was er für richtig hält.
Ich antworte kurz: Glauben vollzieht sich nie nur "in persona", sondern in Gemeinschaft, also in Religionsgemeinschaften; das ist sowohl im AT als auch im NT nachweisbar. Genauso, wie keiner für sich allein lebt, glaubt auch keiner für sich allein. Ich bezeichne mich als kritisches Mitglied einer christlichen Glaubensgemeinschaft. Für Gespräche bin ich offen, meine Grundüberzeugung steht, ich toleriere andere Glaubensüberzeugungen, einen "direkten fundamentalen Absolutheitsanspruch" lehne ich ab.

Weil für mich Gott überall ist und nicht in einer Kirche oder beim Pastor eingesperrt!

Ich bin gläubig aber kein Kirchenrenner. Ich bekehre niemanden und komme auch mit Ungläubigen klar. Ich selber möchte auch zu nichts bekehrt werden.

Ich glaube auf jedenfall an die Heiligen Bücher!!!

Bin Atheist und lehne alles Übernatürliche ab.
Bibel.
Es "reicht" aber nicht aus, zu wissen, daß es einen Gott gibt. In der Bibel steht dazu:
"Die Teufel glauben's auch und zittern."
Wir sollen auch dem, was Gott sagt, gehorchen. Alle Menschen haben gesündigt und haben deshalb ihr Recht verwirkt, mit Gott Gemeinschaft zu haben.
Gott hat diesen Sund überbrückt damit, daß Jesus Christus in seiner großen Liebe stellvertretend für uns die Strafe auf sich nahm.
Wer dieses Opfer für sich in Anspruch nimmt, der ist frei von seiner Schuld und kann nun ganz frei in Gemeinschaft mit Gott treten.
Wer dies nicht tut, bleibt unter dem Zorn Gottes.
Das ist wichtig zu wissen, denn wir haben hier zu Erdenzeiten uns zu entscheiden, ob wir in der Ewigkeit bei Gott sein wollen, oder ob wir dahin gehen, wo es für den Teu.fel und seine Engel bereitet ist. Ursprünglich. Seit dem "Sündenfall" auch für Menschen - die Gottes Rettungsangebot nicht wahrnehmen.
Es liegt völlig an Dir, was Du tust. Aber Du sollst wissen, daß Dein Tun Folgen hat - für die Ewigkeit!

nämlich nach meiner Fasson....

so wie ich es halt für gut halte :)

Ich glaube das, was ich sehe! Für den ganzen religiösen Humbug ist mir wirklich meine Zeit und auch mein Hirnschmalz zu schade!
Raimund1 am 30. Mai 2008 22:58 Beantworte mir eine Frage, bitte: Warum bist DU auf dieser Welt?
RBMannheim am 31. Mai 2008 16:15 Aufgrund eines biologischen Vorganges! Gemeinhin nennt man das wohl Fortpflanzung! Das gibt es bei Menschen, Tieren und sogar bei Pflanzen! Und ziemlich sicher bist Du wohl auf die gleiche Weise entstanden wie ich! Ganz sicher nicht aus religiösen Gründen! Da war nichts mit unbefleckter Empfängnis oder so einem Quatsch!

Es kommt weniger darauf an, ob man Christ, Moslem oder Buddist ist, sondern dass man das selber lebt . Das wichtigste ist aber, das Erleben. Ich glaube, dass Gott allmächtig und allwissend ist und dass es ein lieber Gott ist, der für jeden nur das beste will. Aber man selber muss es auch selber wollen. Im Guten darf man sich alles wünschen: Gesundheit, Frieden, gute Freunde, den richtigen Ehepartner, ... Es bedarf der Bitte. Aber auch bitten muss man können. Wo die Not am größten, dort ist Gott am nächsten. Weil Menschen in der Not am innigsten bitten können.

Mein Glaube setzt sich aus verschiedenen Glaubensrichtungen (Religionen) zusammen. Von jedem ein biß´l - das empfinde ich als die beste Mischung...

ich glaube nicht ang gott, der bibel, und dem krichen kram!

Ich glaube an Gott und an Jesus, aber ich glaube nich exat alles was in der Bibel steht!


Ich glaube nicht, ich weiß von und um Gott.
Wunderbar. DH
Vielen Dank für die Auszeichnung, Luise!
Eine wunderbare Antwort!