Frage von Magerboy, 16

Eine Beziehung, in der beide depressiv sind?

Klappt eine Beziehung, in der beide depressiv sind? Was meint ihr? 😕

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Antwort
von FelinasDemons, 11

Depressionen sind genauso individuell wie der Mensch selbst. Also kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Nur sagen: Es kommt auf die Personen an. Heißt, möglich wär's, dass es funktioniert, aber auch das es scheitert.
Nur durch's versuchen bekommt man Klarheit.

Antwort
von Schattentochter, 8

Das hängt von diversen Umständen ab - so rein aus meiner pers. Erfahrung tendiere ich sehr dazu, mit "nein" zu antworten.

Allerdings ist's vermutlich sinnvoller, nicht mein Fazit, sondern die darauf Einfluss nehmenden Aspekte zu erwähnen:

1. Wie schwer sind die Depressionen? -> Sofern man von Depressionen in der eher leichteren Form spricht, hat man da vermutlich bessere Chancen - ab einer gewissen Schwere halte ich es eher für unmöglich, schlicht ob der Tatsache, dass das Empfinden von Freude zu einem abstrakten Konstrukt verkommt - das legt nicht nahe, dass man Kompromissbereitschaft an den Tag legen !kann!.

2. Wie äußert sich die Depression? -> Sprechen wir von Tagen, an dem man nicht aus dem Bett kommt, egal, wie notwendig es wäre? Sprechen wir von Heulkrämpfen, Angstattacken, ultimativer Antriebslosigkeit, (Auto-)Aggression? Je nachdem, wie sich das beantwortet, wird auch die Beziehung aussehen. Es gibt Menschen, die tendieren dazu, ihre Aggression an anderen auszuleben - das kann von stundenlangem "Ausblenden" über (das war früher meine Unart) Sermone zum Thema "Die Welt ist schlecht", denen nicht beizukommen ist, alles sein. Das ist ohnehin schon sehr belastend für den Partner -für einen, der selbst auch zu kämpfen hat, noch mehr. Sind beide Partner eher auf Rückzug gepolt, könnte es zur Entfremdung führen.

3. Was sind die Ursachen für die Depression? -> Liegt es in einem oder beiden Fällen an einem Trauma bzw. an Erfahrungen, die aufgearbeitet werden müssen, so könnte es durchaus sein, dass die Partnerschaft eben dabei hilft. Gemeinsamkeit, Verbundenheit und das gegenseitige Verständnis für einander könnten zu einem Kraftgeber werden und letztlich zieht man sich gegenseitig raus.
Schwieriger wird es, wenn es sich um eine endogen erworbene oder generell physisch bedingte Depression handelt - also eine, die nicht an bestimmte Dinge im eigentlichen Sinne gekoppelt ist. Da hilft kein Zureden, da hilft kein Verständnis (so tendentiell, will nicht vereinheitlichen), da hilft bisher leider nur Symptombehandlung. Ist das der Fall, sieht's, fürchte ich, sehr schlecht aus - denn das wegzustecken braucht Energie, und genau die fehlt einem psychisch Kranken jeder Art tendentiell.

4. Haben beide Hilfe? -> Es muss jetzt nicht unbedingt die Chemiekeule sein, vielleicht noch nicht einmal ein Therapeut (auch, wenn ich mittlerweile, nachdem ich eendlich einen guten gefunden habe, Gesprächstherapie nur empfehlen kann), sondern einfach irgend eine Form von seelischem Beistand im Umgang mit der Depression. Es braucht zusätzlich zum eigenen Willen, gesund zu werden, auch Hilfe von Außen - ganz, wie bei anderen Erkrankungen aller Art. Ein depressiver Partner kann einem Depressiven zwar vermutlich Verständnis entgegen bringen, im Idealfall sogar Empathie, aber was er höchstwahrscheinlich nicht kann, ist, ihn an der Hand zu nehmen und sein Rückenwind zu sein. Dafür braucht es Menschen, die nicht in diesem Sumpf sitzen.

5. Wie stark beeinflusst man sich gegenseitig? -> Kann ein starker depressiver Schub des Einen den anderen mitreißen, selbst wenn der gerade einen etwas weniger schlimmen Tag hat? Falls ja, muss man aufpassen - denn sonst kann man in einem Teufelskreis landen, der beiden nicht gut tut. Falls das aber nicht der Fall ist, kann das durchaus funktionieren.


Meiner Erfahrung nach - und das ist jetzt wirklich rein empirisch auf meinem Leben basiert - geht's schief. Einer von beiden beginnt, die "dominante" Depression zu schieben, der andere geht unter. Keiner kann dem anderen Antworten geben, wirklich helfen oder sonst irgendwas und man beginnt manchmal ganz unbewusst, sich gegenseitig in Frust und Schmerz zu bestätigen und sich daran zu gewöhnen, anstatt sich im Kopf zu behalten, dass dieser ureigene Zustand eigentlich einer ist, den man nicht ertragen müssen sollte. Meine ersten beiden Freunde waren beide depressiv - und bei beiden führte es früher oder später zu Gewalt. Ich war damals ebenfalls depressiv und fand mich in einem sehr sehr tiefen Loch wieder, in dem ich zu meiner Depression auch schweres Trauma und letztlich eine Angststörung beigefügt habe. Aber das sind meine Erfahrungen - das kann man nicht wirklich als Maßstab nehmen.

Ich denke, alles KANN funktionieren, wenn die Umstände passen - nur ist es einfach sehr sehr viel, das passen muss und die Wahrscheinlichkeit, dass das alles gegeben ist, ist einfach nicht wahnsinnig hoch.


Ich hoffe, das hilft bei der Überlegung ein wenig.^^

Antwort
von 66slayer66, 6

erst mal kommt auf darauf wie schwer beide depressiv sind. aber wenn du eine ehrlich meinung haben willst (habe psychologie bücher über abhänigkeiten innerhalb beziehungen gelesen) funktioniern 2 depressive menschen wahrscheinlich nicht.

ihr könnt euch zwar gut verstehen und nachvollziehen aber es besteht bei euch eine große abhängigkeit und egoismus die nicht wegzudenken sind. ich würde wenn ihr eine beziehung wollt aufjedenfall versuchen IMMER zu reden. egal über was. sonst können themakten vlcht komplett falsch verstanden werden.

Antwort
von Greta1402, 10

Dabei kommt es ganz darauf an ,wie die jeweiligen Personen mit ihrer Depression umgehen .
Wie es ihnen zurzeit geht ,wann sie besonders depressiv sind und wie sie sich gegenüber anderen Menschen verhalten .

Antwort
von KDV98, 3

Natürlich kann es klappen. Bei meiner Freundin und mir ist es auch, wobei ich jetzt nicht weiß wie stark es bei euch ist. Es wirklich schwierig, teilweise sehr , aber irgendwie schaffen wir es immer wieder es zu überstehen. Es kommt nicht drauf an ob ihr beide depressiv seid oder nicht, sondern eher das ihr offen zueinander seit. Ich bin mit meinem Mädchen schon seit fast ein Jahr zusammen, und das bei 600 km Entfernung... :/
Ich wünsche euch viel Glück... :)

Antwort
von DentroGirl, 15

Eher nicht. Naja wenn ihr euch beide aufbauen könnt vielleicht... Schon wenn nur eine Person depressiv ist kann es gefährlich und schmerzhaft werden. Es hat einfach keinen Sinn ich spreche leider aus Erfahrung.

Antwort
von Zwergio, 7

Mein Freund leidet an Borderline und einer depressiven Störung.

Ich habe Borderline, Doppel-Depressionen, PTBS, Bulimie, soziale Phobie, ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung, Panikstörung und noch Kleinigkeiten.

Mittwoch sind wir 3 Jahre zusammen.
Wir haben uns gegenseitig durch Klinikaufenthalte begleitet und verstehen genau, wie sich der andere fühlt. Dementsprechend gehen wir ganz anders mit der Situation um.

Gefühlsmäßig sind die meisten Leute Radfahrer. Wir sind Ferrari-Fahrer. Es kracht schneller und lauter.
Aber dennoch ziehen wir uns gegenseitig aus dem Graben.

Kommentar von Magerboy ,

Das ist süß:)

Antwort
von Lukei, 3

Ich meine das klappt nicht, weil ihr euch beide herunterzieht. Aber andererseits kann es auch helfen, weil der Partner genau weiss, wie es einem geht, wenn man wieder einmal depressiv ist.

Ein Partner, der noch nie etwas über Depressionen weiss, kann nicht beurteilen, wie es einem gehen kann und er verliert irgendwann seine Geduld und Verständnis für den Depressiven.

Man muss das halt mal ausprobieren wie es geht.

Antwort
von pietro92, 10

Kann ich schwer beurteilen, kommt drauf an wie stark Ihr beide depressiv seid. Denke aber schon das es klappen kann, ihr müsst auch vor allem Hilfe suchen und zusammen über eure Probleme reden dann klappt das schon!! Viel Glück euch beiden und seid beide für einander da!!!

Antwort
von Reisekoffer3a, 9

....schwierige Frage, evtl. bei gemeinsamen Interessen ?

Antwort
von Pfefferk0rn, 4

Nein, ihr zieht euch beide gegenseitig runter, das kann nicht gut gehen!

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