Frage von Mette13, 39

Einbauten vom Vormieter enfernen?

Meine Eltern zogen vor 44 Jahren in eine unrenovierte Firmenwohnung. Die Vormieterin hatte 1948 (!) den durch Kriegsschäden unansehnlichen Balkon in einen Wintergarten umgewandelt. Der Balkon ist im Sommer als Balkon nutzbar und im Winter als zusätzlicher Raum.

Im Übergabeprotokoll steht, daß der "Nachmieter nichts dagegen hat".

Nirgendwo steht, daß der Wintergarten nach Auszug des Mieters in einen durch Kriegsschäden verunstalteten Balkon zurück gewandelt werden muß. In der Zwischenzeit ist die Wohnung samt 46.000 Anderen an einen Immobilienhai verkauft worden- ein Jahr später an eine andere Immobilienfirma.

Nun starb mein Vater, und die an der Börse notierte Immobliliengesellschaft verlangt nicht nur die Entfernung des durch eine Fachfirma 1972 sehr hochwertigen (50DM/qm damals) Teppichbodens und des eingeschweißten Linoleums, sondern auch den Rückbau des vor knapp 68 Jahren eingebauten Wintergartens.

Die Entfernung des Linoleums sowie des Teppichbodens kostet ein Vermögen (asbesthaltiger Kleber, wie seinerzeit üblich).

Ich kann den Wintergarten schwerlich in den Zustand von 1947/48 versetzen. Im Mietvertrag sowie im Übergabeprotokoll steht nichts von Abbau des Wintergartens.

Was tun?

Der Mieterverein sagt etwas anderes als der Anwalt, beide etwas anderes als eine dritte Meinung- ich bin verunsichert.

Ganz abgesehen davon, daß die Wohnung seit 1945 durchgehend von zwei Mietparteien bewohnt war und nur rudimentäre Verbesserungen (Einbau von Doppelverglasungsfenstern, neue Heizung, Überkleben der vorhandenen 1,20m hohen Fliesen über der Badewanne) seitens der Wohnungsbaugesellschaften vorgenommen wurden, steht nun eine General-Renovierung der Wohnung an.

Im Übrigen haben viele Mieter der Wohnungsanlage Wintergärten eingebaut. Jeder , wie es ihm beliebte. Ein optischer Schaden ist nicht entstanden, da der Balkon auf den Hinterhof/Garten hinaus geht.

Danke für jede Antwort!

Antwort
von bwhoch2, 6

Die Vormieterin hat den Wintergarten gebaut. Dafür kannst Du nicht zuständig sein. Da dieser fest mit dem Haus verbunden ist, gehörte er zum Haus und nicht Deinem Vater. Die Verpflichtung zum Rückbau bestünde nur, wenn das genau so im Mietvertrag Deines Vaters stehen würde.

die Entfernung des durch eine Fachfirma 1972 sehr hochwertigen (50DM/qm damals) Teppichbodens und des eingeschweißten Linoleums,

Ich nehme an, von Deinem Vater damals veranlasst. Auch wenn diese Böden wohl sehr fest mit dem Haus verbunden sind, so ist es doch etwas anderes. Auch wenn der Teppichboden damasl 50 DM/m² gekostet hat, ist er nach über 40 Jahren absolut wertlos. Genauso dürfte wohl das Linoleum stark abgenutzt sein. Fußböden, vom Mieter eingebracht, müssen beim Auszug auch wieder von ihm entfernt werden. Noch dazu wenn sie fest verklebt und verschweißt sind. (Das ist nach meinem Verständnis eigentlich Sachbeschädigung!)

Natürlich kann das sehr aufwändig und teuer sein, aber dafür hast Du ein Erbe geerbt, das Du nicht ausschlagen konntest und ein Teil des Erbes oder auch ganz ist nun mal genau für solche "Hinterlassenschaften" zu verwenden. Auch wenn der Eigentümer eine börsennotierte AG ist und Du nur ein Rentenempfänger.

Antwort
von Mette13, 14

Na, ich lebe nicht auf einem "anderen Stern" ;)
Ich bin lediglich von der Frechheit der Immobiliengesellschaft überrascht, die von mir tatsächlich diesen Rückbau verlangt.
De facto bin ich, da ich das Erbe meines Vaters angenommen habe, sein Rechtsnachfolger.
Das Erbe auszuschlagen wäre aufgrund meiner wirtschaftlichen
Situation mehr als bedenklich (GruSi nach SGB XII, 4. Kapitel, volle Erwerbsminderungsrente).
Der Mieterverein meint, ich solle es auf einen Prozeß ankommen lassen.
Leider finde ich bei Tante google einander widersprechende Urteile... 
Und:
Ja, der Mietvertrag sowie das Übergabe-Protokoll sind noch vorhanden!



Antwort
von gutefrage2311, 20

Nach über 30ig Jahren macht man in der Regel kaum noch was, wenn deine Eltern verstorben sind, soll er sich am Friedhof beschweren, wenn du nicht Mieter der Parteien bist und kein Erbe in dem Sinne angetreten hast, kann er oder die Gesellschaft geschmeidig selber ihren Rückbau antreten.

Das klingt und liest sich so suspekt, das man denkt du lebst auf einer anderen Erde wie ich.

Mich könnten die mit ihren Schreiben nicht beeindrucken, denn verpflichtet bist du da für gar nichts.

Kommentar von Lulu1920 ,

Vor allem nach 30 Jahren! Haben wir in Deutschland nicht eine Verjährung?

Kommentar von gutefrage2311 ,

Jain, aber der Mietvertrag von damals ist ja recht locker im Gegensatz zu Heute (und hoffentlich noch vorhanden), wenn da nicht detailliert drin steht das diese Maßnahmen alle nach Auszug zu erledigen sind, haben die Rechtlich Garnichts, die hoffen einfach nur auf die Dummheit anderer um Kosten zu Sparen.

Antwort
von Lulu1920, 24

Widerspruch einlegen und wenn weiter darauf beharrt wird dann vor Gericht ziehen mit dem Mietverein.

Kommentar von Mette13 ,


Update: Tierfreier Nichtraucherhaushalt, Rauhfaser regelmäßig gestrichen worden und Küche gekälkt.


Na, ich lebe nicht auf einem "anderen Stern" ;)
Ich bin lediglich von der Frechheit der Immobiliengesellschaft überrascht, die von mir tatsächlich diesen Rückbau verlangt.
De facto bin ich, da ich das Erbe meines Vaters angenommen habe, sein Rechtsnachfolger.
Das Erbe auszuschlagen wäre aufgrund meiner wirtschaftlichen 
Situation mehr als bedenklich (GruSi nach SGB XII, 4. Kapitel, volle Erwerbsminderungsrente).
Der Mieterverein meint, ich solle es auf einen Prozeß ankommen lassen.
Leider finde ich bei Tante google einander widersprechende Urteile... 


Und:
Ja, der Mietvertrag sowie das Übergabe-Protokoll sind noch vorhanden!



Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten