Was bedeutet dieses Zitat:
religion ist (subjektiv betrachtet) die Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttliche Gebote.
Immanuel Kant

Ich will es mal versuchen:
Jeder Mensch hat seine "Pflichten" (Nicht stehlen, nicht Lügen etc etc).
Religion ist die Erklärung/Begründung dafür, das man sich an diese Pflichten hält.

Kant geht (an anderer Stelle) davon aus, daß der Mensch bestimmte natürliche Pflichten hat. In der Religion nun bündelt er diese Pflichten und führt sie auf einen subjektiv angenommenen Gott zurück.

Ich denke, dass er erkannt hat, dass es in einer selbstgemachten Religion selbstauferlegte Pflichten gibt. Dass man bestimmte Pflichten zu erfüllen hat, wenn man jener Religion folgt. Religion ist ja immer selbstgemacht, da der Mensch auf der Suche nach Gott ist. Im Christentum kommt aber Gott zu den Menschen, also genau anders herum (durch Jesus Christus). Dieser alleinige Gott der Bibel steht im Widerspruch zur Religion, wo Menschen sich bemühen durch gute Taten Gott zu gefallen. Die Gebote sollen uns bewahren, unser Herz bewahren. Das ist höher als Religion.
Kant geht davon aus, dass es einen Gott geben muss, weil jeder Mensch ein Gewissen hat, mit dem er gut und böse erkennen kann. Gott hat diese Erkenntnis der "Pflichten" dem Menschen gegeben, gleichzeitig garantiert er durch seine Autorität, dass die Menschen ihre Pflichten auch einhalten, weil sie als göttliche Gebote verbindlich für alle sind.
Das steht im Zusammenhang mit Kants Lehre vom "Kategorischen Imperativ": Es gibt Pflichten, die sind unabhängig von der Situation und vom Handelnden immer und überall und für alle Menschen auf der Welt gültig, ohne Ausnahme. Man erkennt diese Pflichten u.a. daran, dass die eigene Handlungsmaxime auch als allgemein gültiges Gesetz anerkannt werden könnte.

In den Geboten steht im Prinzip nichts anderes, als das, was auch in einem Gesetzbuch zu finden ist:
Du sollst nicht töten - Mord
Es handelt sich um gesellschaftlich anerkannte Normen, die hier wie da niedergelegt sind.
Alle Menschen haben Pflichten (z.B der kategorische Imperativ Kants vereinfacht: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu). Wenn man religiös ist, sieht man diese menschlichen Pflichten als Gebote Gottes an.
Der "Kategorische Imperativ" Kants besagt etwas anderes: Es gibt Pflichten, die sind unabhängig von der Situation und vom Handelnden immer und überall und für alle Menschen auf der Welt gültig, ohne Ausnahme. Man erkennt diese Pflichten u.a. daran, dass die eigene Handlungsmaxime auch als allgemein gültiges Gesetz anerkannt werden könnte.
Danke das weiß ich auch. Drum hab ich ja extra dazu gesagt: vereinfacht. Wenn der Fragensteller mit der Ausdrucksweise Kants zurechtkommen würde, würde er diese Frage nicht stellen, also antworte ich nicht genauso kompliziert, wie Kant schreibt.
Die Religion ist alle von Gott vorgeschriebene Gebote zu erkennen und zu erfüllen!?...(hoffe konnte es wenigstens bisschen deutlicher machen)