Ein Philosoph zur Abtreibung, wer?

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4 Antworten

Ich weiß zwar immer noch nicht welcher Philosoph es gewesen sein mag, aber mir ist wenigstens eine Idee gekommen, wie man auf sozusagen "voller Mensch" erst mit 4 Jahren kommen kann.

Und zwar wenn Mensch hier in dem Sinne gemeint ist als "ethisch bedeutender als alle Tiere" bzw. "mit über die Tierrechte hinausgehenden Menschenrechten ausgestattet".

Denn die geistigen Kapazitäten des durchschnittlichen erwachsenen Schimpansen sollen ca. 4-jähriges Kind oder etwas drüber sein, z.b.:

http://derstandard.at/1304554221391/Video-Urin-als-Werkzeug-Schimpansen-sind-klueger-als-vierjaehrige-Menschen

Wenn man nun rein nach den geistigen Kapazitäten ethisch gewichtet, müssen dann 4 jährige Menschen als gleich oder weniger gelten als Schimpansen bzw. sie haben gleiche oder weniger Rechte. Da sie damit nicht bedeutender sind als alle Tiere, sind es keine "vollen Menschen" und "voller Mensch" wäre man erst irgendwo ab oder oberhalb von 4.

Hilft blos alles nix bei der Frage, welcher Philosoph es ist.

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Servus,

Damit handelt es sich mit hoher Sicherheit um Peter Singer. :)

Peter Singer ist ein bekannter Tierrechtler, der sic hinsbesondere für die Rechte von Menschenaffen einsetzt; er hat allerdings auch Aussagen über Abtreibung getroffen.

Peter Singer unterscheidet in seinem Werk "Praktische Ethik" Lebewesen grob gesagt in drei Kategorien:

  1. Sogenannte nichtbewusste Wesen, die keinerlei Bewusstsein aufweisen, kein Schmerzempfinden aufweisen und daher bei irgendwelchen moralischen oder ethischen Abwägungen nicht berücksichtigt werden müssen (bspw. Pflanzen)
  2. Sogenannte bewusste Wesen, die Empfindungen besitzen und die dann auch berücksichtigt werden müssen (bspw. niedere Tiere wie Fische, AMphibien o.ä.)
  3. Sogenannte selbstbewusste Wesen, die nicht nur Empfindungen besitzen, sondern auch ihrer selbst bewusst sind, Wünsche und Ziele haben und daher deutlich über den Intellekt von bewussten Wesen hinausgehen (bspw. Menschen und Menschenaffen)

Er geht davon aus, dass es schwerer wiegt, ein selbstbewusstes Wesen zu töten als ein bewusstes Wesen zu töten - er spricht sich allerdings nicht generell dafür aus, dass Neugeborene getötet werden dürfen.

Er hat einen Aufschrei provoziert, als er in seinem Werk folgendes geschrieben hat: "Die Tötung eines behinderten Säuglings ist nicht moralisch gleichbedeutend mit der Tötung einer Person. Sehr oft ist sie überhaupt kein Unrecht"

Ich muss zugeben, dass ich ihm in dieser Ansicht zustimmen muss. Er kategorisiert neugeborene Babies in die zweite Gruppe, da ein "sich selbst bewusst sein" u.a. erst nach der Geburt auftritt (normal im 2. oder 3. Lebensjahr)

Er spricht sich weiterhin für Schwangerschaftsabbrüche aus - denn ein Embryo aufgrund des Fehlens von Schmerzempfindungen als nichtbewusstes Wesen zu sehen und damit müssen die Interessen eines Embryos nicht berücksichtigt werden.

Die Grenze für Peter Singer ist die Schmerzempfindung, die bei einem Fötus normalerweise erst ab der 24. Woche auftritt - solange ist für Peter Singer ein Schwangerschaftsabbruch moralisc hvertretbar (aufgrund der Kategorien)

Mehr Informationen beispielsweise hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Ethik

Ich persönlich finde diese Maxime sehr gut und nachvollziehbar - und teile seine Ansicht, dass die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruch an die Schmerzempfindungsfähigkeit und die kognitiven Funktionen des Embryos / des Fötus geknüpft werden soll; deswegen wäre ich auch dafür, die Frist für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch wie in den Niederlanden auf die 20. oder 22. SSW zu erhöhen.

Lg

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Kommentar von carn112004
31.05.2016, 18:34

An Singers Gedankengebäude würde mich mal unbedingt interessieren, warum da:

"die Empfindungen besitzen und die dann auch berücksichtigt werden müssen"

ein "müssen" steht. Warum müssen Empfindungen berücksichtigt werden?

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Den Philosophen gibt es nicht.

Beweis:

Mensch ist nur, wer minimalst moralischen Anstand und Mitgefühl aufweist. Wesen, die das nicht aufweisen sind keine Menschen sondern Tiere oder was anderes z.b. Maschinen.

Wenn ein Wesen den Unsinn behauptet, Menschsein trete mit einem gewissem Alter auf oder mit gewissen geistigen Fähigkeiten, die erst mit 4 Jahren da seien, statt es an moralischen Anstand und Mitgefühl zu knüpfen (was 3-jährige schon haben können), muss es sich um ein Tier handeln. Tiere können jedoch keine Philosophen sein. Folglich können Philosophen diese Behauptung auch nicht äußern.

Q.E.D.

Solche Wesen, die Tiere sind, sind selbstverständlich gemäß § 90a BGB nach Sachenrecht zu behandeln; wer also so ein Tier besitzt, kann es z.b. mir verkaufen, vielleicht mach ich mal einen Zoo mit diesen wirklich seltsamen Tieren auf, ich fidne die ganz niedlich.

Falls nun irghendein Wesen behaupten will, mein Menschkriterium sei unzureichend und der Beweis deshalb falsch (z.b. durch Drücken der Daumen runter Buttons), dies ist dann Aufzwingen fremder Moralvorstellungen, sowas beweist unmittelbar ein Fehlen minimalsten moralischen Anstands und Mitgefühls, womit dieses Wesen somit auch ein Tier sein muss. Folglich kann mir auch kein Mensch oder gar ein Philosoph widersprechen oder mich widerlegen.

(p.s. Nein, ich kenn leider nicht den passenden Namen, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen.)

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Kommentar von LenaScream
29.05.2016, 22:57

Mit meiner Frage behaupte ich nicht, dass die Sicht dieses Philosophen vertretbar sei. Ich benötige es lediglich für eine Arbeit zu diesem Thema. Falls das falsch verstanden wurde. :)

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weiß es nicht aber ich denke es ist singer australien

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer

ein model der absoluten freßen und gefressen werden?

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Kommentar von LenaScream
29.05.2016, 18:28

Danke, aber der war es leider nicht.

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