Frage von KuhPferdeFreak, 137

Ein paar Fragen über das Ausreiten?

  1. Sollte man die Steigbügel beim Ausreiten krüzer schnallen, wennn ja warum?

Ich war am Dienstag nämlich ausreiten, mit einer Begleitperson, und ich hatte die Steigbügel auf normaler länge, und da meine RB gerne im Gelände im Galopp buckelt habe ich den Steigbügel verloren und wäre beinahe zur Seite runtergerutscht, konnte mich aber noch gerade so halten.

2. Wieso soll man im Gelände keine Dreieckszügel verwenden?

Ein Schulpony was ich total gerne reite wird ab und zu mit Dreieckszügeln geritten, ich reite ihn aber mit Martingal. Als wir ausreiten wollte, eine andere ist ihn geritten. meinte unsere Reitlehrerin, dass man im Gelände keine Dreieckszügel verwenden soll. Den Grund hat sie uns nicht erzählt.

dass wars eigentlich schon. Ich freue mich über jede Antwort.

LG KuhPferdeFreak

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 48

Es kommt natürlich drauf an, welchen Sattel du benutzt. Bei einem Westernsattel verändert man die Bügellänge nicht, da man in dem Teil auch anders reitet.

Bei einem Vielseitigkeitssattel reitet man im Gelände mit kürzeren Bügeln, da man dort eher im Entlastungssitz reitet. Wenn man richtig sportlich reiten will, dann sollte man sogar den leichten Sitz mit noch kürzeren Bügeln einnehmen. Der Dressursitz mit der Dressurbügellänge hat im Gelände nichts verloren. Zu gefährlich, denn bei einem Rumpler bist du schnell weg.

Eine Freundin von mir  - fanatische Dressurreiterin - ist mal mit uns ausgeritten. Natürlich mit den langen Dressurbügeln. Das Ergebnis war ein Beckenbruch.Mit kürzeren Bügeln und dem dazugehörigen Sitz wäre ihr nichts passiert. Sie wäre gar nicht erst runtergeflogen.

Und es stimmt, dass Dreiecker ebenfalls im Gelände nichts verloren haben. Sie vermindern die Trittsicherheit des Pferdes, und die braucht es im Gelände. Ein korrekt verschnalltes Martingal ist ok. Beim einfacher Trensenzäumung versteht sich.  Korrekt verschnallt heißt, dass das Pferd bei normaler Kopfhaltung nichts davon merken darf. Der Zügel darf nicht gebrochen werden. Leider missbrauchen nicht wenige Reiter das Martingal dazu, den Kopf des Pferdes herunterzuschnüren. Aber sie zeichnen sich dadurch als Nichtskönner aus.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 75

Ich fang mal - der Logik wegen - hinten an...

2.) Ausbinder jeglicher Art sind im Gelände Gift, kann unter Umständen wirklich tödlich sein! Die Haltung, die man in der Reitbahn  benötigt, um das Pferd gesund Runde um Runde auf engem Raum reiten zu können, ist im Gelände weder so notwendig ( weil es ja nicht im Kreis herum läuft) noch konsequent durchführbar. Das Pferd muss im Gegensatz zur Reitbahn Unebenheiten des Bodens ausgleichen, stolpert vieleicht sogar mal ein wenig, oder scheut und springt zur Seite. Auch sollte es sich im Schritt am langen Zügel entspannen, und in etwas flotterem Galopp strecken können. Zu alledem brauchst Du ein deutlich flexibleres Zügelmaß,  als es ein Ausbinder erlaubt. 

Der absolute Supergau: Wenn das Pferd zum Beispiel (!) im flotteren Galopp stolpert , ist das normalerweise kein Problem - mit einem Ausbinder jedoch könnte  es dann leicht passieren, dass es sich dabei überschlägt, sich das Genick bricht, und den Reiter überrollt.

1) Daraus, dass das Pferd mehr Freiheit im Hals braucht und oft auch etwas flotter wird, größere Bewegungen macht, wird das Sitzen schwieriger und man weicht, um Rücken sowohl des Pferdes als des Reiters zu schonen, in den leichten Sitz aus, wird beim Leichttraben mehr " hochgeworfen". Auch sollte man den Rücken des Pferdes zum Beispiel beim bergauf reiten entlasten.

Du selber lieferst grade übrigens ein zusätzliches Argument: wenn man den Bügel verliert, kannst du im Gelände unter Umständen nicht so einfach mal eben anhalten, um diesen wieder zu angeln. Da aber grade der noch nicht ganz so geübte Reiter in Schwierigkeiten eher geneigt ist, die Knie hochzuziehen - wie willst du dann den Bügel wieder finden, der dann im  für Dressursitz verschnallt ziemlich weit weg von deinem Fuß wäre...

ich hoffe, das ist so verständlich und wünsche Dir weiter viel Spaß bei fröhlichen Ausritten! 😄

Antwort
von wiebke1611, 73

1. Im Gelände sollte man die Steigbügel kürzer schnallen, weil man z.B. im Galopp im Gelände in den leichten Sitz gehen sollte.

2. Das weiß ich nicht so genau, aber es ist ja so, dass man mit Ausbindern nicht springen sollte, und vielleicht gilt das dann auch für Dreieckszügel oder Martingale (falls da mal ein Sprung ist), aber wie gesagt, ich bin mir nicht sicher.

Antwort
von GreysCT, 32

Die Länge der Steigbügel ist beim ausreiten egal. Viele schnallen sie sich aber kürzer, wenn sie gerne und schnell galoppieren weil dadurch das aufstehen (-> entlasten vom Pferderücken) einfacher geht.
Schnalle sie so wie du dich am sichersten fühlst. 
Aber bevor du wie ein Jockey auf dem Pferd sitzt weil du dadurch deine Sitzunsicherheiten ausgleichen möchtest, lieber aufs galoppieren verzichten und Zeit in Sattelfestigkeit stecken, und dann ohne 'Bauchschmerzen' ins Gelände gehen ;)

Hilfszügel sollte man eigentlich immer weglassen, aber da es ein Schulpony ist, hast du ja leider keinen Einfluss darauf.

Du kannst es ja mal selber ausprobieren: Im Wals spazieren gehen, mit Rucksack und in gekrümmter Rumpelstilzchen-Haltung, mit Blick auf dem Boden. 
Du wirst bemerken dass du kaum etwas siehst und Bodenunebenheiten dich ziemlich aus dem Gleichgewicht bringen. Genauso geht es dem Pferd im Gelände, dazu kommt noch dass im Fall das das Pferd hinfällt es mit den Hilfszügeln kaum wieder hochkommt (siehe Rumpelstilzchenhaltung) und somit alle in eine Gefahrensituation bringt.

Übrigends sollte man auch beim Springen und in der Stallgasse die Dinger weglassen, aus dem gleichen Grund.

Antwort
von Boxerfrau, 13

Von Ausbindern halte ich absolut nichts... Und schon garnicht im Gelände. Da sind sie nicht nur ungesund fürs Pferd sondern auch noch gefährlich für Pferd und reiter... Bügel verstellen? Wenn sie dir so bequem sind und du damit einen sicheren Sitz hast, dann nein.

Antwort
von aleah, 48

Die erste frage stelle ich mir auch immer wieder, wenn ich aufladen die Bügellänge aufmerksam gemacht werde...... (;
Naja, entlasten kann meine Pferde im rücken auch ohne allzu kurze Steigbügel. Gesprungen bin ich ebenfalls schon immer mit "zu langen" Bügeln......
Aber gut, ...... jedem so, wie es seinem Tier und ihm selbst das beste tut.

Du sollst deshalb nicht ausgebunden ins Gelände zum ausreiten gehen, damit dein Pferd durch die Ausbinder nicht in seiner gewohnten Balance gestört ist, denn das erhöht ein Risiko für Sturzgefahr.

Kommentar von Urlewas ,

Gehen tust das schon auch, aber eben nicht so gut. Du kannst das ja so mahnen, wie es Dir beliebt. Ein Reitlehere dagegen  ist selbstverständlich bemüht, seine Schüler optimal zu fördern. 

Wenn du die Bügel kürzer schnallst, kannst du besser in Knie und Fußgelenk federn. Und Deinen Rücken besser tragen, dem Pfeed mehr Freiraum lassen - was natürlich auch erst bei entsprechender Übung " greift", denn zunächst scheint  die ungewohnte Haltung etwas anstrengender.

Wenn Du im gestreckten Galopp reitest, wirst du merken, dass dein Hintern mit langen Bügeln gar nicht so weit aus dem Sattel und die Hand nicht so weit nach vorne kommt, dass du das Pferd nicht behinderst. 

Kommentar von Dahika ,

beim korrekten leichten Sitz, wie er allerdings nur noch selten gelehrt wird, seitdem die Philosophie herrscht: Hauptsache Rüber, ist doch egal wie", soll das Fußgelenk NICHT federn. Das nimmt dem Sitz des Reiters im leichten Sitz die Stabilität.  Federn im leichten Sitz tut die Hüfte.

Hier erklärt es ein absoluter Meister für den stilistisch brillanten leichten Sitz besser als ich. (Der Mann ist als junger Mann das HH Springderby mitgeritten, also kein Freizeitfuzi.)

Angucken, üben, nachmachen, wieder angucken. Wenn man Wert auf einen stilistisch sauberen Sitz legt, dann sollte man sich das wieder und wieder und wieder angucken.
Nix mit federnden Fußgelenken. Die federnden Füße sind so ein Dressurgeschwurbel, was beim leichten Sitz NICHTS verloren hat.

https://www.youtube.com/watch?v=D5-MD_9G2Kg

Antwort
von Salomchen, 16

Mit Dreieckszügeln und anderen Ausbinder, könnte sich dasPferd im Gelände im schlimmsten Fall das Genick brechen.

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