Ein normaler Mensch, dem es schlecht geht, kann weinen. Ich kann das nicht. Aber bei der Story vom toten Mädchen in der Berliner Babyklappe weinte ich sofort?

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4 Antworten

Geht mir fast genauso. Ich wurde 6 Jahre lange gemobbt, 2 mal wollte ich suizid. Ich bin jetzt erst 14... im alter von 5-11 Jahren war das. Jetzt bin ich absoulut Gefühlskalt. Ich vergieße keine Träne auf irgendetwas. Die Anschläge in Paris habe ich nebenbei aufgenommen und weiter war es mir egal. Als ich mir den Arm gebrochen habe, musste ich so stark lachen, dass mir die Tränen kamen... Wenn mir jemand etwas schenkt tue ich so als würde ich mich freuen, aber mich interessiert das nicht weiter. Ich habe dann eine Frage gestellt wie das so ist - ob das normal ist. Man meinte, dass sei eine Schutzreaktion des Gehirns vor zu viel Trauer. Eventuell hattest du ja mal eine längere Phase der tiefen Trauer und jetzt, da alles gerade bisschen schief läuft reagiert dein Gehirn mit Gefühlskälte um dich zu schützen

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Indianer kennt kein Schmerz ist irgendeines Abgestumpften Redensart. Und wenn Männer nicht auch mal Tränen vergießen würden, wären es keine Männer. Wenn etwas Verletzendes andere betrifft, spürst Du vermutlich erst, wie sehr Du unter den Zuständen Deines Lebens leidest; und das entlädt sich dann durch traurige Nachrichten und Melodramen. Wenn man sich selbst in einer Notsituation befindet, muss/sollte man ja lieber nicht die Nerven verlieren und einen kühlen Kopf bewahren; damit nicht alles nur noch schlimmer wird. Ich denke, dass da denn dein Selbstschutz zum Einsatz kommt. Also kein Grund zur Sorge, dass Du einen Knacks haben könntest. Lass es Dir gutgehen. Bleib wohlauf. Viel Glück für alles Weitere♡

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Kommentar von Marmuri
01.01.2016, 11:20

Danke sehr. Ja. Das geht in die Richtung, wie ich es auch vermute. Sozusagen, als wenn ich einen Trigger brauche, damit aufgestautes sich entladen kann. 

Und deshalb frage ich mich, ob das gut ist. Es darf sich ja erst aufstauen. Aber dann könnte es sich doch in einer ruhigen Minute entladen. Und das tut es nicht.. 

Was wird wohl passieren, wenn mein "Fass" überläuft, weil ich keinen Trigger habe, über den ich es rauslasse?

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Ein normaler Mensch, dem es schlecht geht, kann weinen.

diese annahme ist falsch. wenn es menschen schlecht geht, reagieren sie unterschiedlich- MANCHE weinen, manche kloppen irgendwas zusammen, manche pfeifen drauf....

es ist auch nicht unnormal, nicht weinen zu können- nach einer wirklich schlimmen nachricht ist man zu geschockt, um zu weinen; oder man kann es irgendwo nicht glauben.

wenn du erzogen bist, nicht zu weinen, dann können anspannungen, die über eine längere zeit sozusagen gesammelt wurden, in bestimmten momenten entladen werden- bei bestimmten dingen sagt dir der kopf, dass es erlaubt ist zu weinen und dann weinst du los. aber nicht unbedingt allein wegen dieser einen situation, sondern wegen allem, was dich sonst so quält.

und deswegen kommt es zum wasserfall = extremer reaktion statt zu feuchten augen = gemäßigte reaktion.

ob du hilfe brauchst, musst du selber entscheiden- ist es ein problem für dich, möchtest du anders reagieren können, fühlst du dich schlecht, wünschst du dir unterstützung? das musst du für dich selber entscheiden.

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Jetzt wo du es sagst und ich so drüber nachdenke komme ich zu dem Ergebnis, dass es mir genauso geht.

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Kommentar von Marmuri
01.01.2016, 11:09

Willkommen im Kreise der Psycho-Opfer :-)

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