Frage von Lakoste, 61

Ein Mensch, den ich eigentlich nicht mag tut mir leid?

Hallo, naja wie soll ich es sagen? Ich habe ein sehr schlechtes Verhältnis zu einer Person, den diese Person hat mir und meiner Familie sehr viel Leid und Schmerzen angetan! Nun ja trotzdem leben wir so zu sagen mit dieser Person, dies bedeutet wir sehen die Person Tag täglich und diese Person hat uns nicht ohne Grund Leid und Schmerzen zugefügt, sondern weil dieser Mensch einfach psychisch Krank ist! Dafür kann diese Person auch nichts, weil es eben vererbt wurde. Zunächst hielt sich das Psychische Problem in Grenzen. Diese Person ist halt des Öfteren Ausgerastet(hatte Aggressionsstörungen), hat mehr Aufmerksamkeit nötig, Schlafstörungen, Depressionen und hatte im allgemeinen viele Suchtprobleme. Damals als ich klein war, war ich immer nur Wütend und genervt und gemein und sowas, denn ich hatte irgendwie kein Verständis für diesen Menschen. Als erstes wurde es besser und alles legte sich ein wenig. Denn dieser Mensch hat viele Therapien durch gemacht und war auch in Anstalten für psychisch Kranke Menschen. Heute ist alles schlimmer, denn ich lebe immer noch mit diesen Menschen und diesem Mensch geht es so schlimm wie noch nie die Person hat Selbstmord Gedanken, spricht sogar offen darüber und ist sehr unruhig und generell sind alle oben genannte Symptome schlimmer. Aber keiner nimmt diese Person ernst, weil er vieles Falsch gemacht hat, sich über solche lustig gemacht hat und des Öfteren schon meinte dass er/sie sich das Leben nehmen möchte. Ich weiß nicht, jeder reißt irgendwelche Witze, aber für mich ist das schlimm, obwohl ich die Person wirklich überhaupt nicht mag! Fast sogar hasse! Und obwohl er/sie so ist, mögen wir ihn/sie, aber irgendwie trotzdem. Ich finde das dieses Mal traurig und erschütternd. Letztens konnten wir ihn gerade noch so vor dem Selbstmord bewahren! Ich bin nicht besonders alt und es ist wirklich irgendwie schlimm für mich. Ich frage mich nur, wieso tut er/sie mir leid, obwohl er/sie uns soviel angetan hat? Selbst mich versucht hat zu Ersticken? Ich meine er/sie hat mir den Tod gewünscht und trotzdem wünsche ich es ihm/ihr nicht. Und wie soll ich damit umgehen? Wenn ich sage, dass ich es ernst nehme und er/sie mir leid tut werde ich ausgelacht und solche Sachen. Und wenn ich trotzdem dazu Stehe und es dieses Mal wieder nur so eine Phase ist? Ich will doch auch nicht überhaupt irgend jemanden den Tod wünschen! Aber wenn sie oder er jetzt wirklich sich das Leben nimmt, dann werde ich es bereuen! Was soll ich tun? Beziehungsweise wie soll ich allen klar machen das es vielleicht ernst sein könnte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wolfnight, 17

Ich denke, es liegt daran, dass du jetzt alt genug geworden bist, um zu verstehen, warum diese Person getan hat, was sie getan hat. Du weißt jetzt, dass psychische Krankheiten und Süchte Menschen komplett verändern, sie dazu bringen, dass ihnen nichts auf der Welt mehr wichtig ist. Aber dass du Mitleid mit der Person hast, bedeutet nicht, dass du ihr verziehen hast. Es ist schlicht und einfach menschlich. Auch dem bösesten Menschen wünscht man keine Schmerzen. Ich würde dir dringend raten, Hilfe zu holen. Ruf bei einer Klinik an und frag um Rat. Es ist beinahe unmöglich, eine psychische Erkrankung von selbst loszuwerden. Diese Person braucht Unterstützung, so dass sie vielleicht irgendwann wieder ein normales Leben führen kann und niemanden mehr verletzt. Wenn alle Maßnahmen nichts helfen, solltet ihr aus dem Umfeld dieser Person wegziehen. Welche Gründe auch immer ihr habt, mit ihr zusammenzuwohnen, sobald es euer aller Wohl gefährdet und alle eure Mühen zu helfen umsonst sind, müsst ihr von da weg. Letztenendes bist du nicht dafür verantwortlich, was diese Person tut. Das ist der freie Wille. Stell dir vor, jemand fällt vor dir in ein Loch hinab und du streckst deine Hand aus, um die Person aufzufangen. Aber ob sie diese Hand nimmt, ist ihre Entscheidung.

Ich wünsche dir und deiner Familie Alles Gute!

Kommentar von Barney123 ,

Es ist keine Frage des Alterns und herauswachsens. Niemand versteht derartige Gewalttaten einfach so. Es sei denn, jemand übernimmt diese Einstellung und handelt dann genauso! Und noch etwas: dieses Mitleid kommt erst, wenn jemand verziehen hat! Ob jemand die Hand annimmt, die ihn aus dem Loch ziehen möchte, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab, oft kann jemand diese Hilfe aus den verschiedensten Gründen nicht annehmen oder er will von genau dem Menschen, der am anderen Ende der Hand ist, keine Hilfe!

Kommentar von Wolfnight ,

Nein, Mitleid setzt nicht zwingend voraus, dass ich dem Menschen verziehen haben muss. Warum wurde zum Beispiel die Folter von Verbrechern in den meisten Ländern abgeschafft? Weil es einfach unmenschlich und grausam ist, ganz egal, ob diese Leute es theoretisch verdient hätten. Genauso kann ich jemanden abgrundtief hassen und er kann mir trotzdem leid tun, wenn ich sehe, dass es ihm richtig schlecht geht.

Es ist nun die Frage, ob die Gründe, die Hilfe nicht anzunehmen, wirklich berechtigt sind. Wenn zum Beispiel jemand bereits sein ganzes Leben immer auf sich allein gestellt war und nie Unterstützung bekam ist das der Hintergrund, warum er auch jetzt nicht um Hilfe bittet. So schwierig es auch ist, diese Person muss an ihrer Einstellung arbeiten oder eben weiterfallen.

Antwort
von Barney123, 8

Hallo Lakoste,

Also das ist irgendwie komisch, was Du da schreibst. So ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Alles was Du schreibst könnte irgendwie Sinn ergeben und auch stimmen, nur eben nicht in diesem Zusammenhang und dieser Abfolge. Ob du wirklich Deine Wahren, echten Gefühle wahrnimmst, wenn Dir diese Person leid tut kann ich mir nicht vorstellen. Da erscheint mir etwas anderes viel näherliegend:

Du hast viel Gewalt von dieser Person erlitten, kannst dich aus irgendwelchen Gründen nicht von ihr lösen und hast aber gehört, dass Dir so jemand eigentlich leid tun müsste. Folgsam wie Du bist, nimmst Du Deine eigentlichen Gefühle nicht richtig wahr und sagst das so. Du schreibst ja selbst, dass Du das eigentlich nicht verstehen kannst; es eigentlich Deine Frage, wie das sein kann.

Ich glaube, es ist nicht so, wie Du fragst. ich denke, Du solltest zu Deinem Hausarzt gehen, er wird wohl um die Probleme in Deiner Familie wissen (wenn ihr nicht ständig am umziehen seid). Du solltest ihm erzählen, was Du erlebt hast und, wenn Deine Geschichte stimmt, wirst Du eine Therapie machen müssen, denn das, was Du erlebt hast muss ein normaler Mensch erst einmal verarbeiten und verstehen lernen. Du musst Deine wahren Gefühle erkennen und verstehen lernen, und Du musst lernen, dass Du ganz normal bist aber vieles nicht wirklich realistisch siehst. Und Du musst in eine Umgebung, in der Du nicht weiter leidest! Entweder muss diese Person, wahrscheinlich Dein ganzes Umfeld eine Therapie machen, wo alle lernen, wie ihr in Zukunft besser miteinander umgeht. Wie ihr Euch in Zukunft mit Achtung und Respekt behandelt. Wenn das so ist, werden Deine seelischen wunden mit der Zeit heilen. Aber das dauert. Das ist kein gebrochener Fuß, der in ein paar Wochen verheilt. Und dann, am ende, wenn Du das alles verstehst, dann kann ich mir schon vorstellen, dass Dir diese Person irgendwann einmal leid tut. Aber nicht, solange die unerträgliche Situation anhält!

LG

Antwort
von peti14, 26

Es wäre gut ein Gespräch mit einem Psychologen zu haben der dir damit helfen kann.

Oder auch bei der Telefonseelsorge hast du das bessere Feedback

Alles Gute

Antwort
von peace1187, 20

Ich kann keine Faschisten und Rassisten leiden. Ich hasse sie regelrecht. Aber trotz allem tun sie mir Leid, dass sie mit so einer beschränkten Intelligenz geboren wurden...

Kommentar von Barney123 ,

Hallo peace,

da haben wir was gemeinsam. Ich mag die auch nicht. Aber so einfach ist das nicht. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Wenig mit Bildung. Schau Dir einmal an, was die so machen: da sind leider ganz clevere Leute dabei. Manche sind erstaunlich gut vernetzt. Das kann es also nicht ganz sein.

Ich bin überzeugt davon, dass in deren Erziehung einiges schiefgelaufen ist. Die haben das von ihren Eltern so gelernt. Wurden autoritär erzogen, rücksichtslos, keine Gnade. Da konnte sich kein eigenes Selbstvertrauen entwickeln. Keine eigene Meinung, keine Eigenständigkeit. Deshalb sind die später darauf angewiesen, dass sie sich so einer Gruppe anschliessen, die eine strenge Hierarchie haben. dort fühlen sie sich wohl. Da wird ihnen gesagt, was sie tun sollen, dort können sie denen, die noch nicht so lange dabei sind sagen, was die zu tun haben. Da ist alles geregelt. So sind die das von Kindesbeinen an gewohnt. Wenn da etwas anderes kommt, als das was sie gewohnt sind, dann werden sie unsicher und bekommen Angst. Ist bei Menschen, die in streng hierarchisehn Sekten aufwachsen ganz genauso.

Bei dem was die so erlebt haben, da können die einem wirlich leid tun. Das geht so weit, dass wenn die jemanden treffen, der nicht so aufgewachsen ist, werden sie auf seine Unversehrtheit so neidisch und eifersüchtig, dass sie richtig aggressiv werden.

Aber der Kommentar hier ist jetzt echt vom Thema weg.

LG

Kommentar von Barney123 ,

Gibt da auch gute Bücher drüber, z.B.

"die autoritäre Persönlichkeit" von Erich Fromm

oder

"Wider den Gehorsam" von Arno Gruen

LG

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