Frage von Kattarina, 141

Ein Kollege schummelt bei seinen Arbeitszeiten. Was sollte man machen?

Hallo, bei uns im Team werden etwaige Überstunden (und Minusstunden) in so eine elektronische Tabelle eingetragen. Ich glaube es ist Excel. Doch ein Kollege (nennen wir ihn mal Schichtführer), schummelt dabei massiv. So werden z.B. aus einer halben Minusstunde schon mal eine halbe Plusstunde. Am Monatsende hat er dann fast 8 Stunden zusammen, und macht einen Tag frei.

Dem Kunden wird aber diese Zeit in Rechnung gestellt, und wir müssen seine Arbeit mitmachen.

Wie sollten wir vorgehen?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 70

Wenn Ihr das nachweisen könnt, solltet Ihr mal mit dem Kollegen reden. Sagt ihm dass Arbeitszeitbetrug ein Kündigungsgrund (fristlos) ist und weißt ihn darauf hin, dass das im Wiederholungsfall gemeldet wird.

Sollte es einen Betriebsrat geben, kann man auch diesem die Angelegenheit schildern, wenn man nicht selbst mit der betreffenden Person reden möchte.

Will man ihn "loswerden", kann man das dem AG sagen. Es ist dann seine Entscheidung wie er mit der Situation (und dem AN) umgeht.

Ich persönlich tendiere meist zum Versuch den Arbeitsplatz eines AN zu retten. Es gibt allerdings Fälle, in denen das nicht möglich und/oder dem AG und den Kollegen zuzumuten ist. Das vermag ich aber hier nicht zu entscheiden.

Antwort
von CataleyaDavis, 83

  Ich würde dir raten, dass du/beziehungsweise ihr ihn erst mal selbst darauf anspricht und sagt, dass ihr das nicht in Ordnung findet. Vielleicht dachte er bisher, dass es nicht auffällt und dass er sich das ruhig leisten kann. Falls das nichts hilft, dann könntet ihr mal eine Etage höher anfragen, ob das denn so zulässig ist. Denn ungerecht ist das alle Mal! 

Kommentar von Nightstick ,

... nämlich Zeitbetrug gegenüber dem AG und zudem höchste Unkollegialität!

Antwort
von MagicalMonday, 81

Wenn er ansonsten ein netter Kollege ist, solltest du ihn mal darauf ansprechen, dass es auffällt und für die Stimmung nicht gut ist.

Arbeitszeitbetrug (und das ist es) ist ein außerordentlicher Kündigungsgrund. Von daher würde ich es erst mal auf möglichst niedriger Ebene zu regeln versuchen. Er ist ja auch nur ein Mensch, dem du nicht gleich alles kaputt machen willst, nehme ich an.

Antwort
von troublemaker200, 55

Ansprechen!! Auf jeden Fall ansprechen und nicht schweigend hinnehmen. Wenn es mal rauskommt, dann musst Du Dich erklären warum Du das wusstest und nix gesagt hast!!

Entweder den Schummler direkt ansprechen, oder im Team ohne den Schummler das mal ansprechen. Ansonsten Vorgesetzter oder Vertrauenperson. 

In jedem Fall müsst Ihr etwas unternehmen!! Nicht hinnehmen!!

Antwort
von Spediteur1953, 13

Arbeitszeitbetrug ist ein fristloser Kündigungsgrund. Wenn der Arbeitgeber erfährt, dass du das Fehlverhalten kanntest wird es unter Umständen auch für dich unangenehm. Würde zum Betriebsrat gehn, dann wird er alles weitere regeln.

Antwort
von kyrill23, 53

Ich würde da auch auf jeden Fall was unternehmen. Entweder selbst mal ansprechen, wenn du einen guten Draht zu ihm hast, ansonsten gleich eine Etage höher fragen. Vielleicht zuvor  noch mit ein paar Kollegen absprechen, damit du am Ende nicht alleine dastehst.

Kommentar von Nightstick ,

Der letzte Halbsatz kann wichtig sein.

Wenn man "eine Etage höher geht", müssen Beweise vorgelegt werden, z.B. in dem man einen Monat (oder mehrere Monate) lang die Kommt-/Gehtzeiten desjenigen lückenlos dokumentiert. 

Antwort
von bittertsweet, 64

Ich würde auf jeden Falk zu jemandem gehen, der zuständig ist, bzw. seinem Chef. Es geht ja wohl gar nicht, dass er das Geld für eure Arbeit bekommt.

Antwort
von Ontario, 21

Offenbar fehlt es da an Kontrolle, wenn einer seine Zeiten je nach Belieben dokumentieren kann. Wer Minuszeiten zu Pluszeiten umwandelt und sich daraus Vorteile verschafft, wie z. B. einen freien Tag, dem könnte der AG fristlos kündigen. Wobei man dem AG unterstellen kann, so es eine Kontrolle gäbe, könnte man das unterbinden.  Das könnte sich auf die Art der Kündigung auswirken. Anstatt fristlos eben unter Einhaltung der Kündigungsfrist, oder zunächst einer Abmahnung. Mit dem Kollegen solltet ihr mal reden, wenn ihr ein einigermassen gutes Arbeitsklima habt. Ansonsten wäre zu überlegen, ob man die Geschäftsleitung darüber informiert. Allerdings sollte man die Anschuldigungen gegen den Teamkollegen einwandfrei beweisen können, denn schliesslich geht es um seinen Arbeitsplatz.

Antwort
von poloman22, 56

Das beim Betriebsrat ansprechen.

Antwort
von jimpo, 42

Wenn das nachgewiesen werden kann, müßte der Betriebsrat eigeschaltet werden.

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