Ein kniffeliger Steuerfall: Die verheiratete M. Mustermann hat 2015 ALG1 sowie einen geringen Bonus für 2014 bezogen – wie sieht es mit Werbungskosten aus?

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2 Antworten

Ein Blick ins Gesetz hilft.

Und ganz am Anfang vom Werbungskostenparagraphen steht Folgendes:


§ 9 Einkommensteuergesetz


(1) Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen.

Alle Kosten, die Sie hatten, um wieder in Lohn und Brot zu kommen, sind Werbungskosten.

Ob die von Ihnen aufgelisteten Kosten diesem Zweck dienten, kann ich nicht beurteilen.


Zur letzten Frage:

Monika ist verheiratet – können die oben genannten Ausgaben die Steuer von Monikas Mann über die Zusammenveranlagung senken?

Die Steuer von Monikas Mann ist bei der Zusammenveranlagung die Steuer von Monika und Ihrem Mann. Genaugenommen kann also nicht die Steuer von Monikas Mann gesenkt werden - wohl aber die Steuer der Eheleute insgesamt.


PS: Das Wort Werbungskosten leitet sich eigentlich nicht aus dem Wort Werbung sondern dem Wort (Lohn-)Erwerb ab. Man erwirbt duch Arbeitsleistung einen Lohn. Für diesen Lohnerwerb hat man Ausgaben. Es müsste eigentlich (Lohn-)Erwerbungskosten heißen.

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Kommentar von iamej
27.01.2016, 22:25

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort!

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Kommentar von iamej
29.01.2016, 12:18

Hallo Bakaroo1976, nun muss ich mich noch einmal kurz mit einer Rückfrage melden. Mir wurde nämlich an anderer Stelle gesagt, dass die Einkünfteermittlung (Einnahmen abzüglich Werbungskosten) auch bei Zusammenveranlagung für jeden Partner getrennt vorgenommen wird. Das hieße dann ja aber, dass die Einkommenssteuer auf den von Ehepartner I erzielten Arbeitslohn nicht durch die Werbungskosten von Ehepartner II gesenkt werden können. Oder ist der erhaltene Hinweis falsch?

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Die genannten Aufwendungen kann Monika im Rahmen der Werbungskosten geltend machen. Sie sollte jedoch prüfen, ob diese den WK- Pauschbetrag übersteigen.

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Kommentar von iamej
27.01.2016, 18:19

Hallo, lieben Dank schon einmal für die Antwort! Zur Info: Der WK-Pauschbetrag wird um das fast 6-fache überstiegen, das dürfte also in Ordnung sein. Allerdings irritiert Monika der Kommentar einer Steuersoftware: "Sie haben keinen Bruttolohn angegeben und Lohnersatzleistungen erfasst. Werbungskosten, die sich auf Lohnersatzleistungen beziehen, dürfen in der Steuererklärung nicht geltend gemacht werden."

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