Hallo! Ich suche ein gutes Gedicht aus der Zeit der Exilliteratur, also von 1933-1945. Am Besten was von einem bekannten Dichter, wie Bertold Brecht. Sollte auch nicht lang sein und gut zum interpretieren. Vor allem soll es zeigen, wieso es der Exilliteratur angehört. Wäre nett, wenn Ihr mir weiterhelfen könntet. Danke!

Mein blaues Klavier
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier Und kenne doch keine Note. Es steht im Dunkel der Kellertür, Seitdem die Welt verrohte.
Es spielten Sternenhände vier Die Mondfrau sang im Boote Nun tanzen die Ratten im Geklirr.
Zerbrochen ist die Klaviatür Ich beweine die blaue Tote. Ach liebe Engel öffnet mir Ich aß vom bitteren Brote Mir lebend schon die Himmelstür Auch wider dem Verbote.
Else Lasker - Schüler

Bertolt Brecht Zufluchtsstätte (1937)
Ein Ruder liegt auf dem Dach. Ein mittlerer Wind Wird das Stroh nicht wegtragen. In Hof für die Schaukel der Kinder sind Pfähle eingeschlagen. Die Post kommt zweimal hin Wo die Briefe willkommen wären. Den Sund herunter kommen die Fähren. Das Haus hat vier Türen, daraus zu fliehn.