Frage von swordblade,

Eigentumswohnung - Wie stark zählt meine Stimme?

Hallo Zusammen,

es geht um ein 4 Parteien Haus. Die Eigentumswohnung die ich in Betracht ziehe besitzt 465/1000 Anteilen. Jetzt meine Frage.

Bei Entscheidungen muss eine 2/3 Mehrheit zustimmen. Das würde in meinen Fall bedeuten, dass ich immer ein "Veto" einlegen könnte, und die anderen Eigentümer ein Problem mit der Umsetzung hätten oder? Im Gegenzug, benötige ich nur einen Miteigentümer um einen Vorschlag von mir umzusetzten?

Danke vorab Gruß Sword

Antwort von babslouise,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das Wohneigentumgesetzt (WEG) sieht vor: jeder Eigentümer hat eine Stimme.

In der Teilungserklärung kann davon abgewichen werden: z.B. -jedes Wohneigentum hat eine Stimme oder -das Stimmrecht bemisst sich nach den Miteigentumsanteilen.

Darüber hinaus wird unterschieden zwischen Beschlüssen, für die eine einfache Mehrheit ausreicht (nach dem vorgesehenen Stimmrecht) und sog. Qualifizierten Beschlüssen: für die ist ein Mehrheit von 3/4 nach Köpfen (Eigentümer) erforderlich, die widerum mehr als 50% der Miteigentumsanteile vertreten.

Was sieht denn die Teilungserklärung als Stimmprizip vor? Nach Miteitgentumsanteilen oder nach Köpfen?

Kommentar von swordblade,

Nach Miteigentumsanteilen lauf Notardokument

Kommentar von babslouise,

Dann haben Sie 465 von 1000 Stimmrechtsanteile. Bei einer Beschlussfassungwerden dann die Miteigenumsanteile die für Ja bzw. Nein stimmen, jeweils zusammengerechnet; ein Beschluss kommt zustande, wenn sich die einfache Mehrheit an Stimmrechtsanteilen bei "Ja" ergibt. Also hängt hier Ihr "Stimmgewicht" daran, wie die anderen Stimmrechte sich auf die weiteren Eigentümer verteilen, und wie diese dann abstimmen.

Bei Beschlüssen, die eine doppelqualifizierte Mehrheit erfordern, müssen 3 von 4 Eigentümern JA sagen; die Miteigentumsanteile der anderen müssen dann mehr als 50% ergeben.

Antwort von Palmyrat,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Bei einer Eigentümerversammlung gilt zuerst immer die Teilungserklärung..., in dieser werden die Stimmanteile, respektive die prozentuale Aufteilung der Wohnsanteile, hier evtl. die m²Wfl./Nfl. zzgl. Nebenräume in der Sondernutzung des jeweiligen Eigentümers kalkuliert. Auch das Allgemeineigentum wie Sondereigentum und deren Nutzungen sind niedergeschrieben. Also zuerst die Teil.-Erkl. prüfen. Variante 1: Teilungserklärung nach Stimmanteil - bei einem 4-Fam.-Hs. also 4 Stimmen, unabhängig der Flächen. Vorteil: es entsteht eine demokratische Abstimmung, kann u. U. aber auch zu einer Pattsituation führen - Nachteil: die größte Wohnung hat nur 1 Stimme - aber die größte Belastung der Betr.-Kst.-Abrechnung anteilig; Variante 2: Teilungserklärung nach Prozentualer Aufteilung - hier wird die Flächenberechnung der m² in der prozentualen Aufteilung zugrunde gelegt. Vorteil: der Eigentümer mit dem größten proz. Anteil stimmberechtigt. Nachteil: u. U. Benachteil. der anderen Eigent.; Im Detail kann hier in der besseren Antwort das Internet unter "Eigentumsversammlung/WEG Recht" helfen. Ich hoffe, ich durfte oberflächlich, aber unverbindlich eine kleine erste Antwort geben.

Kommentar von swordblade,

Das Stimmrecht der Eigentümer richtet sich nach der Größe ihrer Miteigentumsanteile am Grundstück.

Antwort von Immofachwirt,

Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit und nicht mit 2/3 Mehrheit gefasst.

Es sei denn, die Teilungserklärung, oder das WEG selbst, sieht in Ausnahmefällen eine andere Mehrheit vor.

Allerdings sind bei Ihrem Vetorecht, also der Majorisierung auch einige Grenzen, als da sind:

  1. Verstoß gegen Treu und Glauben
  2. § 14 Abs. 1 WEG (Pflichten der Wohnungseigentümer)
  3. § 21 WEG (Rechte (Verwaltung) der Wohnungseigentümer)
  4. KG Berlin, Rpfleger 78, 25

Davon abgesehen, werden Sie nicht sonderlich glücklich in dem Haus werden, wenn Sie Ihr Stimmengewicht nicht ordnungsgemäß ausüben.

Antwort von amigo06,

Auch wenn dir fast das halbe Haus gehört, kannst du nicht allein bestimmen wie der Hase laufen soll. Schau mal in die Teilungserklärung dort steht sicherlich, je Anteil = eine Stimme.

Antwort von db180669,

die Anteile der Eigentumswohnung haben nichts mit eienr 2/3 mehrheit zu tun. Bei 4 Parteien sind 2/3 leider 3! deine anteilsrechnung hat mit der Gesamtwohnfläche und grundstücksanteilen zu tun. Nicht jedoch mit der anzahl der Parteien bei einem Beschluss.

Ausser in der Eigentümerversammlung wird nach Eigentumsanteilen abgestimmt. Was ungewöhnlich ist.

Kommentar von swordblade,

Notariell ist es aber so dokumentiert.

Kommentar von db180669,

Bist du dir sicher, dass der Passus sich auf das Stimmrecht bezieht?

Antwort von rudibreit,

Die Mehrheit bildet sich aus den Viertel-Anteilen. Das hat nichts mit der Grundflächengröße zu tun, die für die Nebenkosten z.B. herangezogen wird.

Also müssen 3 Stimmen für eine Mehrheit reichen

Kommentar von swordblade,

Das heisst, ich zahle zwar die meiste Kohle für die gesamten Nebenkosten und bestizte den meisten Anteil an der Hütte, aber bei den Entscheidungen zählt meine Stimmte dann nicht mehr?

Kommentar von Tabaluga1961,

so ist das in einer Demokratie. Man braucht Mehrheiten. Und bei Eigetnümergemeinschaften ist das auch sinnvoll. Es kann ja nicht sein, das 1 Eigentümer alles blockieren kann.

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