Frage von isthatsuli, 54

Eigentumsübertragung ist möglich?

Was bedeutet es, dass eine Eigentumsübertragung bei einem gutgläubigen Erwerb möglich sei?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo isthatsuli,

Schau mal bitte hier:
Recht BWL

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 53

Durch den gutgläubigen Erwerb wird das Vertrauen des Käufers in ein Übereignungsgeschäft geschützt. Geregelt wird es im § 932 BGB.

Irgendjemand findet was, bekommt etwas geliehen oder kommt auf andere Art in den Besitz der Sache. Er ist nicht der Eigentümer, sondern nur der Besitzer.

Würde er nun die Sache verkaufen und der Käufer erwirbt sie in gutem Glauben, so wird der Käufer mit der Übergabe neuer Eigentümer. Hat er sie bösgläubig erworben, d.h. er wusste oder hätte wissen müssen, dass der Verkäufer nicht der Eigentümer ist, so wird er nicht Eigentümer. 

Gutgläubiger Erwerb schafft neue Eigentumsverhältnisse. 

Vom gutgläubigem Erwerb ausgenommen sind entwendete Gegenstände (§935 BGB); ein gestohlener Gegenstand wechselt hundert Mal den Besitzer und jeder wähnt sich als Eigentümer. Beim 101ten fällt es auf - ihm wird die Sache abgenommen. 

Also pass auf, wenn du was verleihst...der Entleiher kann die Sache verkaufen und sie ist weg für dich.

Antwort
von wfwbinder, 35

Wenn Du ein Auto kaufst udn der Verkäufer ist nicht in Besitz der Wagenpapiere, dann ist ein Kauf im guten Glauben, das der Verkäufer der Eigentümer ist, kaum möflich. Wenn man Dich dann also anhält und die Polizei sagt, der Wagen ist geklaut, dann bist Du ihn los.

Wenn Du eine Kamera kaufst und der Verkäufer hat alle Unterlagen wie Garantiekarte usw. dann kannst Du im guten Glauben sein, weil der Verkäufer sagt er hätte sie zu Weihnachten bekommen, aber auch noch eine andere Kamera als Geschenk gehabt. 

Dies sind nur 2 Beispiele für ein großes Thema.

Grundsätzlich kann man an geklauten Sachen kein Eigentum erwerben. Aber wenn man beim Kauf sorgfältig war und alle Unterlagen komplett sind, sodass man annehmen muss der Verkäufer wäre der Eigentümer, dann kann das eben ein gutgläubiger Erwerb sein udn das Eigentum geht über.

Kommentar von furbo ,

Grundsätzlich kann man an geklauten Sachen kein Eigentum erwerben. Aber wenn man beim Kauf sorgfältig war und alle Unterlagen komplett sind, sodass man annehmen muss der Verkäufer wäre der Eigentümer, dann kann das eben ein gutgläubiger Erwerb sein udn das Eigentum geht über.

Selbst wenn sämtliche Unterlagen vorliegen und alles richtig scheint - wenn das Auto geklaut ist, gibt es keinen Eigentumserwerb (§. 935 (1)BGB).

Man kann nicht nur grundsätzlich kein Eigentum an gestohlenen Sachen erwerben, man kann unmittelbar überhaupt kein Eigentum an gestohlenen Sachen erwerben (es sei denn §935 Abs. 2 BGB).

Antwort
von ichweisnix, 30

Das wenn der Käufer im Guten Glauben handelt, also darauf vertrauen durfte, das der Verkäufer Eigentümer ist, bzw. das Recht hat den Gegenstand zu verkaufen, dann wird der Käufer Eigentümer. ( Eine gennerelle Ausnahme bilden hier gestohlene Sachen.)

Nehmen wir an, sie kaufen in einen Elektrofachmarkt einen Fernsehr. Dann kann nicht der Lieferant des Elektrofachmarkts zu ihnen kommen und den Fernsehr wieder haben wollen, z.B. weil der Fachmarkt nicht zahlt. Selbst wenn der Lieferrant und der Markt einen Eigentumsvorbehalt vereinbart haben, und der Fernsehr beim Verkauf noch gar nicht Eigentum des Fachmarktes war, sind sie Eigentümer des Fernsehrs. 

Ohne gutgläubigen Erwerb, könnt nie irgenwer sicher sein von irgendwas Eigentümer zu sein, da es ja sein kann, das irgendwo in der Lieferkette der Eigentumsübergang nicht stattgefunden hat.

Antwort
von Ronox, 33

Da musst du schon konkreter werden. Der gutgläubige Erwerb ist ein etwas komplexeres juristisches Thema.

Antwort
von Papabaer29, 33

Das Jemand Eigentum an etwas erwerben kann.

Was ist dir denn genau unklar?

Kommentar von isthatsuli ,

Ich zitiere: "Gutgläubiger Erwerb bedeutet, dass der Käufer nicht weiß, dass der Verkäufer nicht der Eigentümer ist.

-> Eigentumsübertragung ist möglich!"

Wie kann sowas möglich sein, wenn beispielsweise mein Fahrrad, dessen Eigentümer ich bin, von einem Besitzer an "Hannah" verkauft wird?

Hannah wusste es ja nicht, dass ich eigentlich der Eigentümer bin. Also ist eine Eigentumsübertragung doch garnicht möglich oder? 

Kommentar von Papabaer29 ,

Ich glaub du verwechselst Besitz und Eigentum.

Kommentar von Papabaer29 ,

Okay, ich denke du hast Recht.

Man kann an Diebesgut kein EIgentum erwerben.

Kommentar von Droitteur ,

Die Definition trifft das Problem nicht gerade mitten ins Herz, aber für deine Zwecke soll es vielleicht reichen.

Es ist schon so, wie du vermutest: Auch wenn der Besitzer, der vermeintlich das Eigentum übertragen will, nicht selbst Eigentümer ist, kann der andere Eigentum an der Sache erlangen. Dessen guter Glaube, der sich darauf stützt, dass der Besitzer in Besitz der Sache ist, wird geschützt.

Wenn die Sache gestohlen worden ist, stellt dies eine Ausnahme dar: dann ist kein gutgläubiger Eigentumserwerb möglich. Die Sache muss aber nicht immer gestohlen worden sein: sie kann zB auch verliehen worden sein: dann ist gutgläubiger Eigentumserwerb eben möglich, weil die Ausnahme bezüglich gestohlener Sachen nicht greift.

Auch an gestohlenen Sachen erwirbt man übrigens das Eigentum, wenn man sich zehn Jahre lang gutgläubig für den Eigentümer hält. Ist aber eine andere Baustelle.. das also nur nebenbei.

Kommentar von Papabaer29 ,

Wieder was gelernt :)

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