Frage von bigftkiler, 113

Eigentum und Besitz in Bezug auf einen bestimmten Vorfall?

Hey ich hab mal wieder ne Frag in Bezug auf Eigentum und Besitz.

Max leiht Kurt sein Fahrrad für eine Woche aus. In der Zwischenzeit verkauft Kurt das Rad an Andreas.

Lt. Paragraph 932 BGB ist Andreas ja nun Besitzer, da er das Rad mit gutem Glauben erworben hat.

Meine Frage nun. Kann Max das Rad von Andreas zurückfordern?

Und angenommen das Rad wird gestohlen und dann bei einer öffentlichen Versteigerung angeboten, da das Rad im Fundbüro abgegeben wurde. Nun bietet ein Herr 50€ und bekommt den Zuschlag. Ist dieser Herr dann Eigentümer?
Laut Paragraph 935 BGB ja eigentlich nicjt, da es sich um ein gestohlenes Produkt handelt oder?
Was wäre dann also wenn Max diesem Herrn in der Stadt begegnet. Könnte er sein Rad zurückfordern?

Ich finde dieses ganze Thema ist recht kompliziert mit den ganzen Gesetzen. Ich finde dazu im BGB keine wirkliche Lösung.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Recht, 50

Max leiht Kurt sein Fahrrad für eine Woche aus. In der Zwischenzeit verkauft Kurt das Rad an Andreas.

Lt. Paragraph 932 BGB ist Andreas ja nun Besitzer, da er das Rad mit gutem Glauben erworben hat.

Andreas hat in Gutem Glauben das Rad gekauft, und ist nun Eigentümer des Rades. Bei dem Veräußerungsgeschaft nach § 932 BGB muss tatsächlich eine Übergabe stattfinden, also muss Andreas auch Besitzer der Sache werden (ein Besitzkonstitu scheidet daher bei einem Erwerb im Rahmen des 932 BGB aus).

Max kann zwar eine Rückgabe fordern, aber er ist nicht mehr Eigentümer des Rades, so dass Andreas das Rad nicht zurückgeben muss. Max hat aber nun Ansprüche gegen Kurt.

Und angenommen das Rad wird gestohlen und dann bei einer öffentlichen Versteigerung angeboten, da das Rad im Fundbüro abgegeben wurde. Nun bietet ein Herr 50€ und bekommt den Zuschlag. Ist dieser Herr dann Eigentümer?

Wem wird das Rad denn gestohlen, dem Max, dem Kurt oder dem Andreas?

Derjenige, der das Rad ersteigert hat, ist der neue Eigentümer. Sh. dazu den § 935 Abs. 2 BGB:

"(2) Diese Vorschriften finden keine Anwendung auf Geld oder Inhaberpapiere sowie auf Sachen, die im Wege öffentlicher Versteigerung oder in einer Versteigerung nach § 979 Absatz 1a veräußert werden."

Antwort
von colocolo, 59

Max ist nach wie vor der rechtmäßige Eigentümer.

Dass Andreas das Rad guten Glaubens erworben hat, tut nichts zur Sache. Kurt hat das Rad mit dem Wissen verkauft, dass es nicht ihm gehört. Somit hat sich Kurt der Unterschlagung und der Hehlerei schuldig gemacht. Ein Hehlergeschäft ist nicht rechtmäßig, also  hat Andreas es nicht durch ein Rechtsgeschäft erworben. Schluss, aus.

Egal wie und durch wieviele Hände es geht: Max bleibt Eigentümer; und ihm ist das Rad auszuhändigen; ohne dass jemand je eine Entschädigung von ihm fordern dürfte.

Kommentar von bigftkiler ,

Danke für deine Antwort.
Hast du dafür evtl. die passenden Paragraphen zur Seite?

Kommentar von colocolo ,

Nein, habe ich nicht; und ich google auch nicht danach. Das ist kein verzwickter Fall, sondern klar wie Kloßbrühe, wie man so sagt.

Kommentar von furbo ,

Deine Kloßbrühe ist aber ziemlich undurchsichtig.

Kommentar von AalFred2 ,

---

Antwort
von berlina76, 49

Nein, In Deutschland kann man kein Besitz an einer Gestohlenen Ware erwerben. Auch nicht aus Gutem Glauben.

Max kann das Fahrrad von Andreas Zurückverlangen. Andreas kann Kurt wegen Betruges Anzeigen.


Landet das Fahrrad im Fundbüro hat der Besitzer 1/2 Jahr Zeit es da abzuholen. Tut er das nicht kann das Fundbüro das Fahrrad verkaufen er hat mit dem Nichtabholen auf sein Eigentum verzichtet. der Erwerber ist dann der neue Besitzer. Das ist dann rechtens.

Kommentar von bigftkiler ,

Laut Paragraph 932 BGB ist das doch möglich. Zudem, ab wann zählt der Gegenstand als gestohlen? Er wurde ja verliehen, also fand auch eine Übergabe statt.

Kommentar von berlina76 ,

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 935 Kein gutgläubiger Erwerb von abhanden gekommenen Sachen

(1) Der Erwerb des Eigentums auf Grund der §§ 932 bis 934 tritt nicht ein, wenn die Sache dem Eigentümer gestohlen worden, verloren gegangen

oder sonst abhanden gekommen war

. Das Gleiche gilt, falls der Eigentümer nur mittelbarer Besitzer war, dann, wenn die Sache dem Besitzer abhanden gekommen war.

Kommentar von furbo ,

Der § 935 BGB hat noch einen zweiten Absatz, den man unbedingt lesen sollte.

Kommentar von berlina76 ,

Man verleiht etwas auf Zeit, gibt der Leiende die Sache nicht zurück ist das dann Diebstahl.

Kommentar von furbo ,

Quatsch

Kommentar von furbo ,

Die Regelung des 935 tritt ein, wenn der Eigentümer den Gewahrsam an der Sache nicht willentlich aufgegeben hat. Liegt eine willentliche Gewahrsamsaufgabe vor, wäre eine rechtsgültige Gute-Glauben-Übereignung möglich.

Kommentar von furbo ,

In Deutschland kann man kein Besitz an einer Gestohlenen Ware erwerben.

Aber natürlich kann man Besitzer einer gestohlenen Sache werden!!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community