polarfuchs am 06.12.2008 um 0:38 Uhr
Welchen Einfluss haben ausländische Sprachelemente auf die deutsche Sprache und wie können wir wieder den Ruf der "Dichter und Denker" zurückerobern?

Manch einer will sich in seiner Sprache deutlich und unmissverständlich ausdrücken, ihm liegt etwas daran, dass beim Empfänger der Nachricht möglichst viel Inhalt verstanden wird.
Wenn man das so hinkriegt, dass einem die Leute auch noch gerne zuhören - Prima!
Sehr oft kann man an einer Wortwahl aber erkennen, dass etwas verschleiert, vernebelt oder aber aufgebauscht werden soll. Wichtigtuereien und Renommieren was das Zeug hält.
Diese Art der Kommunikation wird natürlich in der Propaganda, speziell in der Werbung angewandt. Leider plappern dann viele diese Propagandasprüche nach.
Sprecher und Schreiber, die sich bemühen verständlich zu sein, dürfen gerne Fremdworte benutzen, wenn diese einen Vorteil, z. B. eine Präzisierung bringen.
Wer aber sich nur wichtigtuerisch, überheblich in Szene setzen will, um zu täuschen, zu überlisten oder zu überrumpeln, der sollte lieber still sein. Sich wichtig tun geht auch in Deutsch, ist aber nicht besser als mit irgendwelchen Denglisch.
Es kommt also ganz wesentlich auf die Motive des Sprechers an. Will dieser Substanz vermitteln oder ist er ein Schaumschläger?
Ausländische Sprachelemente haben schon immer Einfluß genommen, man denke nur an die französischen Worte, die die Hugenotten mitgebracht haben. Dass das Englische Einfluß nimmt ist also nicht neu, wir erleben es nur bewußt mit, und es sind einfach mehr.

ich habe nichts gegen eine Bereicherung der deutschen Sprache, Nur was sich verändert, bleibt lebendig.
Sprache dient der Verständigung. Deswegen ist es wichtig, dass wir lernen bewusst und präzise mit der Sprache umzugehen. Umgehen mit Sprache lernt man in der Familie, in der Schule, in der Ausbildung, bei der Mediennutzung uvam. Sprache stellt jedoch auch unabhängig von ihrem Bedeutungsinhalt eine soziale Mitteilung dar, die dem anderen Zustimmung oder Ablehnung signalisiert (Soziolekte). In diesem Zusammenhang spielen auch fremdsprachliche Elemente eine wichtige Rolle (z.B. in der Jugendsprache oder in der Sprache der Werbung; Türken u.a. Ausländer bringen durch bestimmte Schlüsselwörter den Zusammenhalt mit ihresgleichen oder erfahrene Unterdrückung/Zurückweisung zum Ausdruck.
Wenn wir den Ruf des "Dichters" und "Denkers" der deutschen Sprache haben wollen, wäre es wichtig, selber einen reflektierten Umgang mit deutschen Worten zu pflegen (um so indirekt Vorbild für andere zu sein). Darüber hinaus sollte man sich intensiv mit deutscher Dichtung befassen (auch mit modernen Schriftstellern), damit dieser Kulturbereich gefördert wird. Es gibt viel zu wenig Menschen, die lesen, weil alle am PC oder vor anderen Bildschirmen hocken.
Übrigens beschäftigen sich die Lingustik und die Kommunikationswissenschaft mit der gestellten Frage. Es gibt viele - auch populärwissenschaftlich (also leicht) geschriebene Bücher.
Alle Sprachen werdenn durch Einflüsse von anderen Sprachen bereichert. Im Übrigen: Englisch besteht zur Hälfte aus Worten, die aus dem Französischen übernommen wurden....
Und zur anderen Hälfte aus geklautem Latein... :)
Zu Zeiten des Walkman (80er Jahre) hat Frankreich den Namen Walkman gebannt und ein eigenes Wort kreiert! Heute heißt es beim Auto: Createur de Automobile und nicht Creater of Automobile! e-Gouvernment, (sinngemäß elektronische Verwaltung), Manager statt Geschäftsführer, public Relations statt Bürgerorientierung, die Bahn-Auskunft wird zum Service-Point! Verabschieden wir uns langsam von der aussterbenden einheimischen Sprache ! Ein Trost: Latein ist auch gestorben - und lebt weiter, alle Inländer werden in Zukunft Mediziner, kein Mangel mehr an ländlichen Allgenmeinmedizinern!

schaut doch die Bahn an - sprechen die überhaupt noch deutsch? Inter-Regio, Länder-Ticket, Inter City Express, DB Lounge, InterRail, City Night Line, ...

Wir haben die deutsche Sprache selbst zugrunde gerichtet.

ich mag die deutsche sprache eh nicht...klingt einfach schrecklich...
dann wander aus dahin wos ne schönere gibt...
Arwen45 am 6. Dezember 2008 00:43 Dann sprich sie doch nicht!!!
eizzim am 6. Dezember 2008 00:44 omfg....deutsch ist nicht meine muttersprache und ich hab nur meine meinung gesagt... ja, ich werd ab heute nicht mehr deutsch reden, weißte...
warum war mir das klar?
Arwen45 am 6. Dezember 2008 00:49 Welche ist denn Deine Muttersprache?
polarfuchs am 6. Dezember 2008 00:44 Ich respektiere Deine Einstellung, aber das war nicht meine Frage :)
eh, krass, du kummst hia net rein, klingt das besser???

Also Migranten als ausländische Sprachelemente zu bezeichnen, das habe ich auch noch nie gehört...Da muss in den Elternhäusern, Kitas und Schulen enorm viel getan werden, damit die Deutsche Sprache wieder das wird, was sie mal war.
Ruhig Brauner, hooooo.... ;) Vielleicht sind gar nicht Migranten gemeint? Sondern die Anglizismen, die überall rumschwirren? ;)
Arwen45 am 6. Dezember 2008 00:49 lach, das ist doch sarkastich gemeint - grins
polarfuchs am 6. Dezember 2008 00:51 Dann wäre es nett, wenn Du es auch so ausdrücken oder kenntlich machen würdest:) Gestik und Mimik und Stimmlage fallen beim Geschriebenen nämlich aus.
Arwen45 am 6. Dezember 2008 00:57 Entschuldigung, aber ich denke doch, meine Antwort ist klar verständlich. Das erste habe ich noch nie gehört. Das zweite ist Tatsache, in den Elternhäusern verschlampt die Sprache schon, statt lesen ist RTL an.