Sind eigentlich nicht alle Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge?

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3 Antworten

Nein, sind sie nicht. Ausschlaggebend für die Bezeichnung und kategorische Einordnung in "Wirtschaftsflüchtling", "Klimaflüchtling", "politisch Verfolgter" oder "Kriegsflüchtling" übernimmt nämlich nicht die Subjektivität des einzelnen Bürgers, sondern eine festgelegte Definition der UNHCR (-> Genfer Flüchtlingskonvention) sowie das deutsche Asylrecht. Aus dieser geht hervor, wer als Kriegsflüchtling gilt und wer nicht und dass im Endeffekt die Asylgesetzgebung des Aufnehmer-Landes über Verbleib oder Abweisung des Geflüchteten bzw. Asylbewerbers entscheidet. 

An dieser Stelle ist relevant, was die signifikanten Fluchtgründe bzw. Fluchtursachen waren und wie diese einzuordnen sind. Wirtschaftsflucht geschieht, wenn ein Mensch in der Hoffnung auf eine bessere soziale/ wirtschaftliche Situation sein Land verlässt - wobei dies ein Euphemismus für die Zustände in den Balkanstaaten ist. Kriegsflucht ist eben dann, wenn ein Mensch vor Krieg flieht.

Dazu, dass die Flüchtlinge bis nach Deutschland etc. weiterflüchten, kommen u.a. diese beiden nicht juristische, aber logische sowie humanistische Gründe:

- Die südlichen EU-Staaten, also der Balkan, Griechenland, Italien und Spanien sind allein wegen der Wirtschaftskrise sehr belastet und, besonders Griechenland, behandeln die Flüchtlinge menschenunwürdig (was auch gegen die Genfer Flüchtlingskonvention in den Artikeln bzgl. der Rechte eines Flüchtlings widerspricht und gerade für das deutsche Grundgesetz ("Die Würde des Menschen ist unantastbar.") interessant ist.). Auch fernab davon ist es nur logisch, dass man diese Staaten entlasten muss.

- Für die Flüchtlinge selbst ist natürlich die wirtschaftl. Kraft eines Staates relevant, da man weder Obdach- noch Arbeitslos sein oder bleiben will (das ist nicht nur im Interesse des Geflüchteten, sondern auch in dem des Aufnehmerstaates). Entsprechend versucht man in die Länder zu gelangen, wo dieser gesellschaftliche Aufstieg bzw. die innerstaatliche Integration eher leichter fällt. Dies ist in Deutschland eher der Fall, als in bspw. Ungarn, welches einen Grenzzaun errichtet hat, um die Flüchtlinge aus dem Land zu halten.

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Kommentar von EddyLS
21.11.2015, 15:33

Top Antwort! Danke.

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Natürlich sind die Kriegsflüchtlinge in der Türkei, Griechenland, Mazedoien, Albanien in Sicherheit.

Aber die Türkei hat schon 2,5 Mio. Flüchtlinge aufgenommen, bei vergleichbarer Bevölkerungsgröße. Also ist die Türkei schon mal überlastet.

Griechenland hat 11 Mio. Einwohner ca. 1/8 von Deutschland, wie sollen die 1Mio., Flüchtlinge versorgen udn unterbringen?

Albanien, Kosovo, Mazedonien sind arm udn noch kleiner. Die können den Flüchtlingen auch keine Unterkunft gewähren.

Auf der anderen Seite brauchen die Bewohner von Albanien, Kosovo usw. keinen Schutz vor Krieg. Die Länder werden schon von der EU unterstützt um die Wirtschaft aufzubauen. Wenn sie sich korrupte Regierungen wählen, die das Geld zum Teil für sich selbst verwenden, sollen sie sich andere wählen.

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Kommentar von EddyLS
21.11.2015, 13:26

Die erste vernünftige Antwort. Danke.

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Kommentar von EddyLS
21.11.2015, 14:55

Was heißt hier "Troll dich"? Er hat es nachvollziehbar erklärt. Du wolltest mir erzählen, dass die Flüchtlinge innerhalb von Europa vor dem Krieg flüchten.

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Warst du schon in kaledonien, kosovo usw.? Dort herrscht armut pur, die menschen hungern. Es ist schon sehr vermessen so eine frage zu stellen. In syrien steht nach 6 jahren krieg kein stein mehr auf dem anderen. Die gesamte infrastruktur ist wie in deutschland vor der industriealisierung. Diese flüchtlinge retten nur och ihre eigene haut weil sie nur leben wollen.

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Kommentar von EddyLS
21.11.2015, 12:44

Ja, ich war schon oft im Balkan unterwegs. Und ich weiß, dass da Armut herrscht, aber wieso werden Syrer aufgenommen und die Balkaner nicht? Beide flüchten vor der Armut. Die Syrer sind in meinen Augen, sobald sie Europa erreichen Wirtschaftsflüchtlinge.

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Kommentar von EddyLS
21.11.2015, 12:52

Ja, aber wenn sie die Balkanländer erreichen, fliehen sie weiter, aber vor was? Da herrscht nur Armut, aber kein Krieg.

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