Frage von leoniehorse, 87

Eigenes Pferd kaufen, verzweifelt?

Hallo
Ich bin total verzweifelt.
In den Sommerferien bin ich eine 11 jährige Stute probegeritten. Sie war total lieb und trotz 35 grad und wenig treiben lief sie einigermaßen voran.
Auf einem Auge konnte der Tierarzt nicht ganz durchgucken (meinte die Besitzerin) und meine Mutter dann zu mir so: ne lass die nicht nehmen die ist nichts für dich.
Ich hab mich in dieses Pferd verliebt gehabt und ich wusste: das ist mein Pferd!
Gestern bin ich einen 14 jährigen Wallach proberitten. Trotz 13 grad oder so und viel treiben war er langsam und blieb immer wieder am Tor stehen. Angeblich bis M Dressur ausgebildet.
Ich bin nicht schlecht mit ihm klargekommen, aber schon der kleinste "Fehler" brachte ihn zum Bocksprünge vollziehen.
Ansonsten ist er total lieb.
Aber der Funke ist nicht wirklich übergesprungen.
Ich hätte am liebsten diese Stute mitgenommen aber meine Mutter meint, der Wallach ist total toll...
Die Stute hab ich wenigstens ohne ausbinder über den Rücken geritten. Den Wallach musste ich mit ausbinder reiten, wahrscheinlich weil die Besitzerin mich als "schlecht" eingestuft hat.
Ich bin 14 Jahre alt und bin auf A Niveau.
Irgendwie seit die Stute verkauft wurde, denk ich mir immer "warum mach ich das überhaupt?"
Also das ganze mit probereiten und so. Bringt doch eh nichts. Meine Mutter findet immer die Pferde toll, die ich nicht mag.
Sie denkt nur an: ja der ist gut/weit ausgebildet, der ist gut.

Ich denke an: ich will mich auf das Pferd verlasen können und auch mal Spaß haben können.

Natürlich will ich von dem Pferd was lernen aber es soll doch Spaß machen und ich muss doch direkt klar kommen mit dem Pferd! (Was bei dem Wallach nur teilweise der Fall war.)
Ich weiß nicht, worauf ich mit Dieser Frage hinauswill, ich weiß noch nichtmal was ich für eine Frage habe.
(Ich weine dieser Stute immer noch hinterher)
War jemand schon mal in so einer Situation?
Vielleicht kann mir ja jemand "seelische" Unterstützung geben... Ich weiß zwar nicht wobei aber ich wollte das alles einfach mal loswerden... Tut mir leid für so eine unnötige "frage".

Antwort
von sukueh, 32

Ich würde mir in der näheren Zukunft an deiner Stelle kein Pferd mehr anschauen, so lange du dieser Stute noch hinterhertrauerst. Wenn du dich so auf diese Stute versteift hast, dürfte möglicherweise erstmal kein anderes Pferd an dieses Pferd herankommen und das wird dir beim Probereiten auch das "Potential" des zu reitenden Pferden möglicherweise verbergen. Auch weil du ständig am vergleichen bist.

Wie viel versteht deine Mutter vom Reiten / von Pferden ? Ich finde es sehr gut, dass sie sich nicht nur von deiner Sympathie beraten lässt, sondern schon auch darauf schaut, wie ein Pferd ausgebildet ist. Und dass sie vielleicht jetzt auch nicht sehr wild darauf ist, ein Pferd zu kaufen, welches vielleicht gesundheitliche Probleme hat, ist auch nachvollziehbar. Sie muss schließlich die Kosten tragen, sollten hier welche anfallen. Von Liebe alleine kann man keine Tierarztrechnungen bezahlen. Und sehenden Auges ein Tier zu kaufen, von dem man weiß, dass die eh schon hohen Unterhaltskosten auch noch durch so eine Geschichte steigen können, will man halt auch vermeiden.

Wie eingangs gesagt, ich würde mir an deiner Stelle so lange kein Pferd mehr kaufen, bis ich diese Stute aus meinen Gedanken verdrängt hätte.

Mach dir vielleicht vorher auch Gedanken, ob du jetzt evtl. lieber eine Stute oder einen Wallach willst. Unsere Stute läuft auch wesentlich fleissiger als mein Wallach.

Und laste dem Probe zu reitenden Pferd nicht deine Fehler an. Stehenbleiben an bestimmten Stellen liegt am Reiter, das Pferd tut das nur, weil es das "kann". Es liegt an dir als Reiter, ein Pferd daran zu hindern, etwas zu tun, nur weil es das "kann".

Und noch was zu dem Buckeln: Von einem Pferd, das dir klar und deutlich zeigt, wo DEINE Fehler liegen, kann man unendlich viel lernen. Viel mehr als von dem Pferd, was automatisch und brav seine Runden dreht. Erfordert halt zum einen mehr selbstkritische Reflexion seines eigenen Verhaltens (nicht das Pferd hat schuld) und dass man lernbereit bleibt. Aber auch mit solchen Pferden kann man Spaß haben und sich auf sie verlassen.

Mein Wallach wäre nämlich auch so einer.... er verzeiht ein gewisses Maß an Fehlern, wenn ich das Maß überschritten habe, zeigt er mir sehr deutlich, dass es jetzt genug ist. Ist natürlich für mich - gerade dann im direkten Vergleich mit der Stute meines Mannes - frustrierend(er), weil man halt leider doch noch nicht so viel gelernt hat, wie man meinte, aber gut, so ist es halt und so muss ich halt immer weiter lernbereit bleiben. Aber dadurch reitet man ja eher besser als schlechter ;-)

Viel Glück noch bei der weiteren Pferdesuche. Es kommt bestimmt eines, wo deine Mama und du euch einig seid. Den Pferdekauf muss man nicht übers Knie brechen und deine Mama sollte dich ja auch so gut kennen und so gut informiert sein (wenn sie dir schon ein Pferd kaufen möchte), dass sie weiß, was gut für dich ist !

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 21

Jede Woche posten hier verzweifelte Mädchen, die nicht wissen, wie sie ihre Eltern davon überzeugen können, ein eigenes Pferd zu kaufen. Sie erhoffen sich Ratschläge und Argumente und am liebsten einen gut funktionierenden Zauberspruch, der ihren sehnlichsten Wunsch wahr macht. Und bei den meisten dieser Fragen, weiß man schon beim bloßen Durchlesen, dass es bei diesem Mädchen voraussichtlich utopisch sein wird und dieser Traum nicht in Erfüllung gehen wird.

Du hingegen bist schon einen ganzen Schritt weiter. Du könntest ein Pferd bekommen, Deine Eltern/ Deine Mutter stehen/ steht hinter Dir. Du darfst Pferde ausprobieren und die Chance, tatsächlich einmal ein eigenes Pferd zu haben, ist greifbar nahe.

Und was machst Du? Du trauerst einer verpassten Chance hinterher und hast komplett vergessen, nach vorne zu gucken. Ja, die Stute war sicherlich toll und hübsch und lieb und lief und Du hast Dich wohl gefühlt. Und Du hast Dich in sie verliebt. Es ist aber nichts draus geworden, warum auch immer. Es wird Gründe gegeben haben.

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten:

  • entweder Du erkennst, die Chance, die Du hast und ergreifst sie, wissend, dass die Stute zwar ein absolutes Goldstück war, die Welt aber voller Goldstücke ist und unter Umständen der Diamant irgendwo noch auf Dich wartet. Glaube mir, es gibt nicht nur das eine Pferd - auch wenn es sich so anfühlt. Denn dann hätte ich schon vor vielen Jahren mit dem reiten aufhören müssen, als mein erstes Pferd mich verlassen hat. Seitdem hat es einige Pferde in meinem Leben gegeben. Und ich habe jedes einzelne davon geliebt. das ist ohne weiteres möglich.
  • oder aber Du versteifst Dich weiter auf die Stute, blockierst alles andere und jammerst einer verpassten Gelegenheit hinterher und versperrst Dich möglichen guten Chancen und Möglichkeiten im Leben. Es ist Deine Lebenszeit, die Du damit vertust. Wenn Du Dich in der Rolle siehst, dann fülle sie weiter aus und übe Dich im Jammern und in Selbstmitleid.


Wenn ich eines im Leben gelernt habe, dann dass es im Leben immer einen Grund hat, warum bestimmte Dinge nicht geklappt haben und dass es absolut keinen Sinn macht, verpassten Chancen ewig hinterher zu weinen, sondern dass es mir sehr viel mehr bringt, wenn ich nach vorne sehe und daran arbeite, aus dem, was sich mir bietet, immer das Optimum heraus zu holen.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 37

Abschied nehmen gehört zum Leben. Vielleicht möchtest Du ermuntert werden - am liebsten dazu, deiner Mutter diese Stute abzuringen...?

Aber weißt Du, mit dem Ermuntern, dass versuchen wir gerne. Allerdings wirst Du Dich von der Stute wirklich verabschieden müssen. Vielleicht kannst Du Deiner Mutter sagen, dass Du mit der Suche nach einem anderen Pferd pausieren möchtest, bis Du diese Entäuschung verwundn hast.

Und dann lasst es ganz rugig angehen. Bestimmt findet Ihr irgendwann ein Pferd, welches Dir und Deiner Mutter zusagt. 

Dass der angeblichr Ausbildungsstand mancher Pferde recht fragwürdig ist, stimmt leider zu gut! Und dass auch ein tatsächlich gut ausgebildetes Pferd keine Maschine ist, die zu jedem passt, stimmt auch. Und bei all diesem ist eben auch noch der Rat des Tierarztes  von sehr großer Bedeutung. 

Ein M pferd ist oft tatsächlich meist zu stark und zu sensibel für jemand, der grade auf a niveau ist. Es ist nie einfach, ein passendes Pferd auszusuchen. Vielleicht dauert es Monate, oder gar Jahre, bis Du das richtige findest.

Ich dnke, dies ist etwas, was Du schonend versuchen solltest, Deiner Mutter klarzumachen: Das Du sehr dankbar bist, dass sie Dir ein Pferd, (noch dazu ein gut ausgebildetes!) kaufen möchte. Dass es aber durchaus nicht ungewöhnlich, sondern normal  ist, bei so einer Anschaffung sehr wählerisch zu sein.

"Unverhofft kommt oft " - bestimmt findet Ihr das geeignete Pferd, wenn Ihr es locker angehen laßt und Euch keinen Stress macht.

Viel Glück!😺

Antwort
von Koala94, 14

Hmm also natürlich muss die Chemie zwischen Reiter und Pferd stimmen!! aber bedenke dass beim Probereiten das Pferd super lieb und brav sein kann und nach dem Umzug in deinen Stall läuft es auf einmal total anders! Das du der Stute hinterher trauerst kann ich verstehen aber wenn sie jetzt schon verkauft ist, dann kannst du das jetzt nicht mehr ändern. Was mir zu denken gibt ist, dass deine Mutter dir ein Pferd kaufen will, was wohl weiter ausgebildet ist als du.... lieber sollte sie auch ein Pferd kaufen was auf A Niveau ist und ihr erarbeitete euch zusammen weitere Fortschritte! Oft ist es so, dass man DENKT man kann A  Niveau reiten.....aber man kann es meistens nur auf bereits ausgebildeten Pferden die es eben schon von alleine machen. Wenn du den Hengst nicht über den Rücken bekommen hast dann fehlt dir da wohl doch noch die nötige Ausbildung (ist nicht böse gemeint ...bei mir war das auch so!! Hab auf Schulpferden locker ne A Dressur geritten und jetzt hab ich ein eigenes, dem ich alles beibringen musste und ich hab es erst jetzt nach 2 Jahren geschafft ihn durchs Genick zu reiten ohne Ausbinder.)  Aber glaub mir man lernt wirklich viel viel mehr wenn man sich so einiges noch mit dem Pferd zusammen erarbeiten muss :)

Auf dein Pferd kannst du dich sowieo nicht nach 2 Wochen schon verlassen das dauert mindestens 1 Jahr bis du es richtig kennst und das Vertrauen da ist.

Ich rate dir...such dir ein 8 -10 Jähriges Pferd (bitte keinen Hengst wenn du ein verlasspferd willst und angst vor Buckeln hast) das A Niveau oder vlt Anfang L ausgebildet ist.

Antwort
von frage01451, 14

Hallo,

Erstmal ist es nartürlich nicht besonders hilfreich wenn die Mutter versucht zu bestimmen obwohl es dein Pferd werden soll. Aber deine Mutter will bestimmt nur dass beste für dich und ich denke dass deine Mutter ungefair so denkt:

Die Stute hat ein Problem mit dem Auge, dass ist nicht gut. Der Wallach ist ein gut Ausgebildetes Pferd.

So wie ich es verstanden habe willst du ein Freizeit Pferd. Mit dem du Spaß haben kannst, von dem du Lernen kannst, mit dem du sicher ein Tunier reiten kannst und dem du blind vertrauen kannst. Wenn du merkst dass ist dass perfekte Pferd für dich dann versuch dass deiner Mutter so gut wie möglich zu erklären, dass du gerne dieses Pferd hättest und kein anderes. Und dann würde ich vielleicht mit dem Besitzer noch 2 oder 3 mehr Probereiten Termine ausmachen. Dann weißt du genau ob es dein Traumpferd ist und deine Mutter wird wahrscheinlich sehen dass du mit diesem Pferd glücklich bist.

Klar die Stute kannst du jetzt nicht mehr kaufen die ist ja schon verkauft worden aber du findest ganz ganz sicher ein neues Traumpferd.:)

Ich würde dir auch vorschlagen ein bisschen selber im Netz nach Pferden zu suchen und wenn dir von der Beschreibung eins gefällt dann mach ein Foto davon und rede mit deinen Eltern.

Ich hoffe dass konnte dir ein bisschen helfen :)

Ich persönlich bin noch im "kampf" meine Eltern davon zu überzeugen dass sich die kosten lohnen.

Liebe Grüße

 

Antwort
von supermoto148, 59

Hey leoniehorse,

ich finde deine Frage keinesfalls "unnötig". 

Eins vorneweg: Ich denke das Thema "Finanzierung" ist schon geklärt, denn dann hätte deine Mama nicht den Hengst in Erwägung gezogen.

Es ist offensichtlich, dass es bei der Stute und dir gefunkt hat. Die Chemie stimmt und ich denke - ohne jemals geritten zu sein - das ist ein super Zeichen. Das Tier hat dir direkt vertraut und fühlt sich wohl, obwohl du eine Unbekannte warst.

Versuche mit deiner Mutter nochmal in aller Ruhe darüber zu sprechen, vielleicht sieht es morgen ja schon wieder anders aus. Vielleicht machst du eine kleine Pro- und Contra-Liste für dich im Kopf, damit dir die Argumente im Gespräch im Hinterkopf bleiben.


Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg!


Antwort
von MessagefromA, 5

Es klingt zwar hart, aber komm darüber hinweg. Ich war über beide Ohren in die Mutter von meiner jetzigen Stute verliebt und habe diese aufgrund von ein paar Umständen, dann doch nicht kaufen können. Es hieß, die hat noch eine Tochter, dann kannst du die haben. Ja, da stand ich nun mit dem riesen Baby und wusste nicht wohin mit ihr. Am Anfang viel es mir unheimlich schwer mich auf das Pfed einzulassen, jetzt bin ich froh das ich es getan habe. Jedes Pferd kann zum Herzenspferd werden. Rede Klartext mit deiner Mutter, denn sie sitzt nicht auf dem Pferd, sondern du. Vor allem, kläre diese Situation erstmal selbst mit dir. Du kannst nicht voran kommen, wenn du wie ein Trauerkloß in der Ecke sitzt, mein Motto alles passiert aus einem guten Grund. 

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 27

Vielleicht solltest du mit einem eigenen Pferd warten! Verliebtheit ist der schlechteste Ratgeber. Nimm es mir nicht übel, aber ein eigenes Pferd ist noch nichts für dich.

Antwort
von veronicapaco, 38

Es macht kein Sinn ein Pferd zu kaufen das du nicht willst. Das musst du auch deiner Mama sagen.

Antwort
von Felixie1, 51

Hast du das Geld,um ein Pferd zu kaufen,um die Pflege zu bezahlen sowie den Stall und mit allem drum und dran?

Kommentar von leoniehorse ,

Was hat das jetzt mit der Frage zu tun? Aber falls es dich interessiert: ja das ist alles geklärt

Kommentar von Tavtav ,

Natürlich hat sie das, sonst würde die Mutter da nicht mitmachen oder den Kauf eines Pferdes in Erwägung ziehen.

Kommentar von MilleW ,

Ich interpretiere deine Antwort als 'Mutter zählt, Mutter bestimmt Pferd' was einfach falsch ist da die Mütter mit dem Pferd ja nicht so viel zu tun hat wie die Tochter.

Kommentar von sukueh ,

Die Mutter/Eltern sind verantwortlich für das Pferd und ihr Kind. Insofern bleibt ihnen natürlich die Entscheidung, welches Pferd letztlich gekauft wird. Ist bei einem Pferd bereits ein gesundheitlicher "Mangel" bekannt, hat derjenige, der den ganzen Spass finanzieren "darf", durchaus das Recht zu sagen "ne, das nehmen wir jetzt nicht", denn schließlich bleiben die Kosten an demjenigen hängen und nicht am Töchterchen. Und ganz ehrlich, gerade beim Pferdekauf ist ein gewisser Abstand nicht so schlecht, lässt man sich nur emotional leiten, kann der Katzenjammer groß sein, wenn das Pferd dann doch nicht alle Erwartungen erfüllt.

Gehen wir doch davon aus, dass die Mutter auch durchaus ein bißchen Pferdeverstand hat, also schon ein bißchen sehen kann, ob das Pferd für die Tochter geeignet ist oder nicht ....

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