Frage von Tabelle24, 206

Eigenes Pferd im Studium, wie viel von Eltern annehmen?

Hallo,

ich studiere seit 3 Jahren (kein Bachelor/Master, sondern auf Staatsexamen, wird noch 2 Jahre dauern) und meine Eltern finanzieren mir momentan: - 1 Pferd in Vollpension (380 Stallmiete + 40 Hufschmied + Impfungen usw. anteilig im Monat) - 1 Wohnung 450, Essens- und Trinkensgeld 400 - Wenn ich was fürs Studium brauche oder neue Klamotten für die Saison bekomme ich das extra

Also kann man sagen, dass ich ca 1300 Euro pro Monat bekome. Meine Eltern sind beide vollzeit berufstätig in sehr guten Berufen, müssen also hart arbeiten dafür, aber lieben ihren Job. Meiner Schwester, die wenig verdient in ihrem Job (Arzthelferin), finanzieren sie auch noch ein Pferd und einen Teil der Wohnung. Nun ist es so, dass sie trotzdem selbst in den Urlaub/Ski fahren gehen etc, also nicht total an sich sparen müssen, aber sie sagen auch, sie sind froh, wenn das mal weg fällt. Ich überlege nun, den Studiengang zu wechseln, aber was tue ich dann? Dann habe ich nochmal 3-5 Jahre Studium vor mir und ich kann ihnen doch nicht zumuten, das alles weiter zu zahlen. Selbst verdienen geht auch nicht, weil ich neben dem Studium und Pferd noch 2-3h Geige am Tag übe für Konzerte (worauf sie auch stolz sind), aber ich habe ja noch nicht mal Zeit für Freunde gerade.

Für alle mit eigenem Pferd, wie macht ihr das....

Antwort
von pipepipepip, 150

Das ist sehr sehr großer Luxus, aber das ist dir ja bewusst. Wie dringend ist denn der Studiengangwechsel? Ohne schlechtes Gewissen könnte ich die Entscheidung nicht hinter mich bringen, wenn mir meine Eltern so viel zahlen müssten. Vielleicht könntest du dir eine Reitbeteiligung suchen, gegen etwas Geld und dann an dem Tag noch irgendwo aushelfen (Geld verdienen).

Antwort
von macqueline, 88

Ich antworte mal aus Elternsicht.

Mein Sohn hat im Ausland studiert. Trotz Stipendium blieb immer noch ein beträchtlicher Batzen für mich zu zahlen. Ich habe damals recht gut verdient. Nach Zahlung von Lebenshaltungskosten  (Wohnung und Verpflegung) , Taschengeld und Auto blieb zwar für mich genug Geld übrig, aber an ein neues Auto war nicht zu denken. Der neue Computer ging natürlich an den Sohn, der ihn für das Studium brauchte. Zwischendurch gab es auch noch ca. 10 Langstreckenflüge nach Hause. 

Ich habe das alles gern auf mich genommen. Andererseits hat mein Sohn sein Teil dazu beigetragen, dass er das Studium zielgerichtet in der kürzesten Zeit absolviert hat. Falls ich gemerkt hätte, dass er bummelt, wäre ich schon auf seine Füße gestiegen. Bei einem Wechsel des Fachs hätte ich wohl die Bremse gezogen. Wenn jemand die Reifeprüfung (umgangssprachlich Abitur) bestanden hat, sollte er (oder sie) auch die Reife haben, eine geeignete Studienrichtung zu wählen, jedenfalls wenn er/sie das von anderen finanzieren lassen will. Wer sich allein durchboxen will, kann tun und lassen was er/sie will. 

Antwort
von Aristella, 40

Meine Eltern (Mama angestellt mit mittelmäßigem Lohn, Papa selbständig in einem aussterbenden Beruf, also unregelmäßiges und eher maues Einkommen) haben mir im Studium auch die Wohnung mit 300 Euro gezahlt und das Kindergeld von ca 200 Euro an mich überwiesen. Das Auto, Essen, Kleidung etc. hab ich mir selbst gezahlt mit geringfügiger Arbeit während des Semesters und eben Vollzeit in den Ferien, und wenn irgendwo Kellner auf einem Fest gebraucht wurden, war ich da auch immer dabei.

Mein Pferd wohnte damals gratis bei meiner Tante, ohne die wär das niemals gegangen - und jegliche Extrakosten (Hufe, TA, Ausrüstung) zahle ich seit meinem 16. Lebensjahr selber fürs Pferd (Das ist auch mit der Grund, warum ich den Führerschein erst mit 19 gemacht hab - Herr Hafi war nicht ganz günstig).

Ganz ehrlich, deine Eltern zahlen dir ein fürstliches Leben. Ich hatte schon mit meinen 300 Euro Zuschuss ein schlechtes Gewissen und hätte ich mich in meinem Studium so unwohl gefühlt, dass ich es wechseln hätte wollen, ich hätt mich niemals getraut länger als die fürs erste Studium nötigen 5 Jahre Geld anzunehmen.

Ich könnte in deiner Situation nicht wechseln und so weitermachen wie bisher. Dann müsste eine meiner Annehmlichkeiten fallen, damit ich meinen Eltern nicht so sehr auf der Tasche liege. Und wahrscheinlich wärs das Pferd - dann wäre ein großer Kostenfaktor weg und du hättest Zeit, zusätzlich noch zu arbeiten.

Antwort
von Finda, 115

Frag doch mal deine Eltern wie sie das für sich planen und ob sie dein Studienwechsel mittragen wollen. Wenn sie das selbst gutheißen, weil es für dich besser ist, dann zahlen sie auch gerne länger.
Bei deiner Schwester ist ja auch kein Ende in Sicht, weil sie nie viel mehr verdienen wird, oder? Also bei ihr wäre es ja quasi ein Lebenszuschuss.

Antwort
von ibetulol, 57

Du schröpfst deine Eltern ja ziemlich arg. Andere schaffen es doch auch neben dem Studium zu arbeiten und sind nicht auf das Geld der Eltern angewiesen. Trotzdem kommt man da gut und gerne auf 500€ im Monat. Ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn mir meine Eltern alles und vor allem meine Hobbies finanzieren würden.

Arbeite für dein Pferd und dann genießt du es auch viel mehr.

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