Frage von DerTypMitDurex, 77

Eigenentlassung nach Nasenscheidewand-OP?

Hey!
Am Mittwoch hatte ich eine Nasenscheidewandbegradigung. Mir geht es mittlerweile super und alles ist Top. Der Arzt will mich aber noch nicht gehen lassen (nach 4 Tagen), weil er seine Vorschriften hätte, die besagen, man müsse mindestens 6-7 Tage bleiben. Ich möchte mich heute dann selbst entlassen, doch auch die Pflegerinnen machen mir permanent Angst und sagen, dass es daheim anfangen könne zu Bluten und ich daran sterben könne , ....

Wäre es wirklich viel zu riskant heute gegen ärztlichen Rat heim zu fahren?

Antwort
von MedDeutsch, 22

Letztendlich ist die Aufenthaltsdauer sehr vom Krankenhaus und auch dem behandelnden Arzt abhängig.

Im Krankenhaus in dem ich momentan arbeite macht der HNO Arzt in der Regel so, dass wenn es keine Komplikationen während der OP gab und die Tamponaden gezogen wurden die Patienten nur noch etwa 2-3 Tage bleiben. Das waren dann meist 4-5 Tage Aufenthalt insgesamt.

Manche Ärzte gehen aber auch lieber auf Nummer sicher und behalten die Patienten noch ein oder zwei Tage länger, weil du musst es auch aus der Sicht des Arztes sehen: 

Wenn er dich normal entlässt bedeutet das ja juristisch gesehen, dass er davon ausgeht, dass du gesund genug bist um vorläufig keine weitere ärztliche Behandlung zu benötigen. Solltest du jetzt zuhause doch Probleme kriegen (für die der Arzt wahrscheinlich nichtmal verantwortlich ist) und du entscheidest dich warum auch immer gegen den Arzt zu klagen, muss der Arzt irgendwie nachweisen, dass er mit der Entlassung seine Sorgfaltspflicht nicht missachtet hat.

Das klassische Beispiel ist die Gehirnerschütterung: Wenn man hinfällt und sich den Kopf anschlägt und ins Krankenhaus kommt, ist der Arzt verpflichtet dich für mindestens 24 Stunden (besser 48h) zu überwachen. In 95% der Fälle ist das nicht nötig, da nichts passieren wird in den 24 Stunden, aber in den restlichen Fällen können eben Komplikationen wie z.B. Hirnblutungen auftreten. Sollte jetzt jemand von einem Arzt vor den 24h regulär entlassen werden und derjenige verstirbt zuhause an einer Hirnblutung innerhalb dieser 24h wird der Arzt wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt und vermutlich auch verknackt, da er sich da kaum rausreden kann.

Ich weiß, dass ist ein sehr langer Beitrag, aber ich hoffe er bringt dir etwas Klarheit.

Also zusammengefasst: Wenn du sonst gesund bist und aktuell keine Probleme hast, kannst du dich selbst entlassen, musst aber, da der Arzt dich länger überwachen will, einen Zettel unterschreiben, dass du dich gegen ärztlichen Rat entlässt. Solltest du zuhause dann Probleme kriegen musst du eben schauen, wie du schnell wieder ins Krankenhaus kommst.

Antwort
von Akka2323, 10

Das mit den belegten Betten sind wirtschaftlicher,  stimmt schon lange nicht mehr. Das Krankenhaus wird pro Fall bezahlt, sie bekommen eine Fallpauschale, egal wie lange der Patient bleibt. Sie verlieren Geld, wenn Patienten länger bleiben als notwendig und entlassen so früh wie möglich. Nur bei Privatpatienten ist das anders. Daher würde ich an Deiner Stelle bleiben, wenn Du Kassenpatient bist. Wenn Du mit der Nase Ärger kriegst, wirst Du es bereuen, früher gegangen zu sein.

Antwort
von AuroraRich, 37

Also 7 Tage ist wohl bei den meisten KH normal. Ich durfte nach 5 Tagen gehen.

Das kam aber daher, dass man nicht mehr täglich absaugen musste und die Wunde schon gut am heilen war. Andere mussten 7 Tage bleiben. Kam immer sehr auf die Situation an.

Aber ja, wenn etwas passiert ist es natürlich einfacher, wenn man im KH bleibt. Zu Hause ist niemand da. Meine Bettnachbarin hat am 5. Tag auf einmal richtig heftiges Nasenbluten bekommen und total Panik bekommen. Und das obwohl der Arzt innerhalb von ein paar Minuten da war. Zu Hause wäre das eben nicht so gewesen.


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