eigenen reiterhof beaitzen?

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6 Antworten

Man kann davon leben wenn man eine Größe von ca. 40 Pferden erreicht - drunter wird es sehr schwer, und die die ich kenne haben alle noch Nebenjobs um über Wasser zu bleiben.

Drüber wird es schon sehr groß und man hat wiederrum die Notwendigkeit für Mitarbeiter, zumindest zeitweise.

Ganz wichtig und Kostenrelevant ist, was einem selber gehört - gehört dir der Hof bzw. das Land dann kannst du da ganze relativ leicht auf bauen - gehört dir das ganze nicht oder mußt es gar von Anfang an Finanzieren, dann kommt man meiner Meinung nach niemals wirklich raus.

Die Zucht wirft heute kein Geld mehr ab, es sei den man züchtet nur extrem hochwertige Pferde und dazu braucht man schon mal einen Namen und das passende Material. So eine Zuchtstute bekommt man nicht unter 100000 Euro und das Risiko ist extrem hoch.

Landwirtschaft ist äußerst vorteilhaft. Wenn man selber das Futter und die Einstreu und das Kraftfutter der Pferde herstellt, (und den Mist entsorgen kann) braucht man nicht zukaufen (oder abfuhr zahlen), jedoch muß man dann wieder sehr viele Maschinen haben, diese kosten wieder Geld. Leihen kann man den Mähdrescher und die Ballenpresse zwar, aber auch das kostet Geld.

Zweite Option ist:

Normal arbeiten gehen und sich einen kleinen Reiterhof aufbauen max 8 bis 10 Pferde. z.B. 4 Eigene und der Rest Einsteller. Das ganze kann man relativ vereinfachen, indem man einen Selbstversorgerstall entwickelt.

Dritte Option ist:

Normal arbeiten gehen und nur die eigenen Pferde hinterm Haus (Pferdehaltung Erlaubnis vorausgesetzt) zu betreiben.

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Ich denke, du solltest Unterscheiden, ob es dir mit deinem Reiterhof in erster Linie darum geht, eigene Pferde zu haben oder tatsächlich Geld damit zu verdienen.

Um so viel Geld zu verdienen, dass man davon (gut) leben kann, muss der Reiterhof eine gewisse Größe haben. Eine gewisse Größe bedeutet aber auch wieder ein gewisses Risiko, weil du dann oft auch Personal brauchst. Das Personal kannst du dir aber nur leisten, wenn du auch die entsprechenden Einnahmen hast.

D.h., in der Regel viele Einsteller oder viele Reitunterrichtseinheiten.

Das bedeutet im Normalfall viele Menschen, die auf DEINER Reitanlage tagtäglich herumlaufen - und zwar oft 7 Tage die Woche. Die keine Rücksicht auf Sonn- oder Feiertage nehmen und ob du am Sonntagnachmittag mal ein bißchen Zeit für dich selber haben möchtest.

Viele Pferdemenschen auf einem Haufen heißt normalerweise auch oft Zickenkrieg untereinander oder eine Ansammlung von (Pferde)Verrückten (wobei manchmal die Betonung mehr auf "Verrückt" als auf Pferd liegt :-))

Bietest du eventuell auch die Ausbildung von Pferden an, riskierst du unter Umständen deine Gesundheit nicht nur beim Anreiten von jungen, noch rohen Pferden, sondern auch aufgrund "etwas geschönter Aussagen" der Besitzer, die irgendwie "vergessen" haben, dass sie schon in zig Ställen vorher aufgrund ihres unberechenbaren "Broncos" wieder gegangen (worden) sind.

Oder du investiert einen Haufen Zeit (in der Regel mehr, als du bezahlt bekommst) in das Pferd und hast es mit einem absolut ignoranten Besitzer zu tun. Das Wissen, dass das von dir ausgebildete oder korrigierte Pferd im Nullkommanix die gleichen Probleme wie vorher macht, weil der Besitzer nicht lernwillig ist, muss man meiner Meinung nach auch "wegstecken" können.

Oft kannst du deinem Geld hinterherlaufen - während du zähnenknirschend die letzte Schabracken-Kollektion des säumigen Einstellers bewundern darfst. Du könntest Besitzer haben, die du Monatelang nicht siehst, weil sie ihr Pferd bei dir nicht ein- sondern abgestellt haben. Oder das genaue Gegenteil - Besitzer, die dir zu jeder Tages- und Nachtzeit auflauern, weil ihrem "Püppi" die "Behandlung des Stallpersonals" nicht gefällt.... Oder das Heu zu grün/zu trocken/zu viel/zu wenig - aber auf jeden Fall immer "zu" ist ....

Zum Reiten deiner eigenen Pferde bist du dagegen schon lang nicht mehr gekommen :-)

Vielleicht dann doch lieber ein eigenes PFerdchen, eingestellt in einem gut ausgesuchten Stall und die Freiheit haben, sich wirklich um das Pferd kümmern zu können, anstatt um Menschen, die ein Pferd haben :-)

((Und nein, ich habe keinen eigenen Stall, aber ich bin lang genug Einsteller und eigentlich immer mit dem jeweiligen Stallbesitzer so gut befreundet, um hinter die Fassade schauen zu können))

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Kommentar von Sallyvita
06.07.2016, 19:54

Auf den Punkt gebracht👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻👍🏻

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Davon leben kann man im Regelfall nicht. Man kann aber natürlich züchten Und Unterricht geben oder so was. Problematisch ist halt das du ein sehr hohes startkapital brauchst.

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Kommentar von friesennarr
06.07.2016, 18:42

Man kann davon Leben, je nach dem wie groß der Hof ist. Durch Zucht kann man nicht leben. Das ist mittlerweile ein Draufzahlgeschäft.

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Es kommt darauf an was du in deinem leben möchtest.

Möchtest du geldverdienen? Sogar ein Mitarbeiter bei den großen lebensmitteldiskountern hat einen höheren Stundenlohn wie bei pensionspferdehaltung. Und du weißt immer wann du Feierabend hast. Und sonntags ist auch frei. Und wenn dich ein Kunde nervt, dann ist er auch schnell wieder weg. Die Einsteller siehst du immer und immer wieder. Und da immer noch nett bleiben ist eine der größten Herausforderungen. Kannst du das? Man muss sich natürlich nicht alles gefallen lassen, aber schon ein bisschen. Urlaub, wie wichtig ist das. Als normaler Mitarbeiter reicht man sein Urlaub ein und ist weg. Das geht mit Pferden nicht so einfach, wenn überhaupt

Der große Vorteil ist, du kannst deinen Tag zum großen teil selbstständig planen, ach heute keine Lust, ab auf die Couch. Kann auch zum Nachteil werden, wenn man es zu oft macht. Und die Arbeit mit Tieren. Wenn man morgens in den stall kommt freuen sich alle, dass sie dich sehen. Keiner Quatsch ein voll.

Alleine davon leben ist echt schwer. Geht in meinen Augen nur, wenn du Landwirtschaft hast, somit Prämien bekommst, mind. die Hälfte eigenland und eigenem Hof, der bezahlt ist. Dann reichen ca. 40 pensionspferde. Ohne Unterricht geben. Dafür hättest du dann auch keine Zeit mehr dafür. 

Sonst kann ich mich nur den anderen anschließen.

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Es kommt immer darauf an wie erfolgreich du wirst. Garantie das du davon leben kannst,gibt es keine manche können davon leben,andere nicht. Kommt auch darauf an ob du Pferde auch züchtest und in höheren Klassen auf Turnieren startest. Den Reiterhof und all das nebenbei zu machen denke ich ist schlauer. Nebenbei kann man einen ganz normalen (am besten gut bezahlten ;) Job machen.

Ich hoffe ich konnte dir helfen :)

Batid

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Kommentar von prettyHorse
06.07.2016, 13:40

jup konntest du und was studiert oder ausbildung braucht man

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Kommentar von Batid
06.07.2016, 13:48

Meinst du für züchten der Pferde und so? Oder für einen gut bezahlten Job?

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Klar kann man davon leben, die Frage ist halt nur wie.

Landwirtschaft ist dringend notwendig, du brauchst Heu, du brauchst Stroh, evtl. Grünhafer, musst den Mist der Tiere wegschaffen, du musst zumindest  einen Schlepper bedienen können, solltest handwerklich nicht gänzlich unbegabt sein, brauchst Land und zwar eigenes sonst geht das voll in die Binsen weil unbezahlbar

Züchten ist jetzt nicht mein Spezialgebiet, weiß aber von meinem Züchter, dass es sich schier nicht mehr lohnt. Keiner bezahlt 1500€ für ein rohes Pferd, der Markt ist einfach kaputt und überschwämmt.

Mit einem eigenen Hof oder einem kleinen Anwesen kann man da schon was machen. Wir haben vor 9 Jahren umgestellt von Milchvieh und Mutterkuhhaltung zur Pferdepension. Im Prinzip brauchten wir "nur" unsere 2. Hofstelle umbauen, also so dass die Pferde rein und raus können, haben eine Halle gebaut, einen schönen Sandplatz gemacht und die Koppeln entsprechend gesichert.

Hört sich alles toll an, geht aber sehr in´s Geld, noch mehr wenn man das alles pachten/mieten/finanzieren muss.

Bei uns ist es ein schönes Zubrot, 14 Pferde so gut es geht artgerecht zu halten. Leben könnte und wollte ich davon allein aber nicht.

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