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Eigene Kinder überleben,wie wird man damit fertig?

gefragt von SissiingridSissiingrid am 07.04.2007 um 12:26 Uhr

Meine Kleine, mein Wunschkind, ist im Dezember 1995 gestorben. Sie starb noch am Tag der Geburt. Sie wurde nur knappe 10 Stunden alt. Der Schmerz in mir ist geauso wie am ersten Tag. Der Gang zum Grab.. wie sterben.. In meinen Träumen ist sie bei mir. Von den Anderen höre ich nur... man muß auch vergesen können. ICH kann es nicht.


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marina09
beantwortet von marina09 am 7. April 2007 12:55
17x
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Vergessen sollten sie auf keinen Fall...aber der Schmerz sollte nachlassen.Sie sollten sich vielleicht einer Gruppe anschließen,denen das gleiche Schicksal passiert ist.So können sie ihre Trauer und ihren Schmerz vielleicht besser verarbeiten.Als Betroffener fühlt man anders, als jemand der so etwas schlimmes noch nicht erlebt hat.Suchen sie den Kontakt zu anderen betroffenen Müttern oder Eltern,vielleicht hilft es ihnen.ich wünsche ihnen alles Gute !

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 13:15

Auch Ihnen vielen Dank für die schnelle Antwort und für den Trost. LG sissiingrid


Ysobel
beantwortet von Ysobel am 7. April 2007 12:50
15x
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Das tut mir so leid fuer Dich. Und wer sagt, dass man vergessen muss? Ich denke so ein einschneidenes Erlebnis kann man nicht vergessen. Das sollst du auch gar nicht. Ich denke auch nicht, das man Dir hier so pauschal einen Tip geben kann, wie du deine Trauer ueberwindest. Ich finde es zumindest sehr schwer. Da wird es sehr viel geben was du aufarbeiten musst. Such dir professionelle Hilfe, ich denke da bist du am besten mit beraten. Es gibt bestimmt auch Gruppen an die du dich wenden kannst, wo andere ihre Erfahrungen weitergeben. Aber ich denke das wichtigste ist, ueber deinen Kummer und deinen Schmerz zu sprechen. Versuche nicht allein damit fertig zu werden. Ich wuerde dir sehr gerne Helfen, aber leider kann ich das nicht. Ich druecke dich aber ganz herzlich unbekannterweise, und wuensche dir von Herzen, das du es irgendwann schaffst, deine Trauer zu akzeptieren und damit gut zu leben.

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 12:55

Danke für die schnelle Antwort und für deinen Trost. LG sissiingrid


ulrike1974
beantwortet von ulrike1974 am 7. April 2007 13:38
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Vergessen kann man so einen Schicksalsschlag nicht, das sollte man auch nicht. So schwer es auch ist, man muss lernen, damit zu leben und nach und nach wieder ein bisschen Freude zu empfinden.

Mein Sohn würde am kommenden Mittwoch 1 Jahr alt. Er klemmte sich während der Wehen die Nabelschnur zwischen seinem Kopf und meinem Becken ab. Zwar konnte er nach einem Notkaiserschnitt wiederbelebt werden. Sein Gehirn war aber zu dem Zeitpunkt schon zu lange ohne Sauerstoff, so dass er 27 Tage später verstarb. Zu Bewusstsein war er nie gekommen.

Ich kann daher nachvollziehen, wie es ist, zum Grab zu gehen; ich war erst gestern da, um es herzurichten für Ostern und seinen Geburtstag. Die Pflege seines Grabes ist alles, was mir geblieben ist. Ich verdränge den Gedanken, dass er dort in dem Grab liegt und sage mir immer, er lebt in mir, in meinem Herzen weiter.

Ich selber habe viel Positives auf den Seiten der "Verwaisten Eltern in Deutschland" (veid.de) erfahren und tausche mich dort mit betroffenen Eltern aus. Der Austausch der eigenen Gedanken war und ist für mich der wichtigste Teil der Trauerarbeit. Aber was die Trauer an sich angeht, da ist jeder Mensch anders. Mein Mann schweigt lieber und zieht sich zurück. Ich versuche, mit der Traurigkeit zu leben, sie von Zeit zu Zeit zu- und rauszulassen. Ich habe direkt nach Kai´s Tod für ihn einen Platz auf unserer Homepage gestaltet. Wenn Du magst, schau einmal vorbei: www.frey-u.homepage.t-online.de.

Ich wünsche Dir alles Gute & viel Kraft - und wenn Du magst, kannst Du Dich jederzeit per Mail an mich wenden: u.hammer@hotmail.com

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 14:52

Danke. Mein Sohn ist 1976 geboren, gesund ohne Komplikationen. Danach reichlich Fehlgeburten.1990 wurde mir mitgeteilt, das meine Eileiter total verklebt sind. Operativ kaum zu beheben. Change minimal. Man riet mir zur künstlichen Befruchtung. Beim 6. Mal wurde ich endlich Schwanger. Meine Tochter wurde per Notkaiserschnitt zur Welt gebracht. Ich habe sie nie gesehen. Wir beide kämpften ums überleben. Nur ich habe es geschafft. Danach hatte ich noch 2 erfolglose Versuche. Mein Traum von einer großen Familie ist zerbrochen. Nun habe ich 2 Pflegekinder, die all meine Liebe bekommen,aber die Leere ist trotzdem in mir.Meine Trauer bekommt keiner mehr in meinem Umfeld mit. Ich trauer wenn ich alleine bin, dann hänge ich meinen Gedanken nach. Keine Mutter oder Vater sollte sein geliebtes Kind zu Grabe tragen. Ich leide mit jedem der dieses durchmachen muß.Auf diesen Wege wünsche ich Ihnen und der Familie liebe Grüße. sissiingrid

Kommentar von 3b9995d86f1da6d1b7939216710ebd2asmallCredo74 am 7. April 2007 15:30

Ich finds aber toll,dass du dann "fremde" Kinder zu dir genommen hast und denen die Liebe geben kannst,die sie sonst vielleicht nie bekommen hätten!Alle Achtung!


Credo74
beantwortet von Credo74 am 7. April 2007 14:06
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Ich hatte das selbe Erlebnis wie du,unsere erste Tochter ist allerdings noch im Bauch verstorben während der 36.SSW an einem Nabelschnurknoten. Ich möchte dir den Tipp geben: TRAUERE!!! So lange wie du meinst.Ich habe das zu wenig getan,weil ich für andere stark sein wollte und anschliessend bin ich in ein tiefes Loch gefallen mit Alpträumen und so. Dann hatte ich erkannt,dass ich noch trauern muss. Ich habe dann ein Tagebuch angelegt,wo ich auch die Fotos von ihr hineingeklebt habe. Jedes Jahr mache ich an ihrem Geburtstag (ich feiere nicht den Todestag!)eine Kerze an.Bei mir sind mittlerweile 7 Jahre vergangen,ich habe noch zwei ganz tolle Kinder bekommen.Vergessen tu ich sie jedoch nie!Ach ja,mir wurde damals die "Initiative Regenbogen" ans Herz gelegt.Ich wünsche dir alles Liebe,ich fühle mit Dir,Du wirst es schaffen,liebe Grüsse Credo

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 14:57

Ich danke allen die mir hier Mut und Beistand geben. Es ist für keinen einfach. Es erfüllt mich mit Trauer, wenn ich nur daran denke wieviele Kinder hier nicht auf Erden leben dürfen. Danke für dir Namen, wo ich mir auch Hilfe holen kann.Die Kommentare, die ich hier und auch bei anderen reinschreibe, lest diese auch.Sonst wiederhole ich mich nur. Ich denke auch an deine Kleine.LG sissiingrid


doro52
beantwortet von doro52 am 7. April 2007 14:45
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Das tut mir sehr leid für dich. Vergessen wirst und musst du das nicht. Ich hatte eine Fehlgeburt anfang 1980 dieses Kind ist immer noch in meinem Herzen. Vergrabe auch deinen Kummer nicht. Ich hatte eine Tante die wurde 96 Jahre alt und hatte insges. 5 Kinder aber ihr kleiner Hubert der im Alter von 4 Jahren gestorben ist blieb in dieser Familie immer präsent.(NIcht traurig sondern er war einfach immer da.) Erzähle auch deinen kommenden Kindern von diesem Kind, in deinem Herzen wird es immer sein. Für mich war es sehr schlimm im Alter von 31 Jahren zu erfahren, dass ich noch einen Bruder hatte, man konnte mir noch nicht einmal mehr sagen ob er noch gelebt hat bei der Geburt. Seitdem sind 24 Jahre vergangen und ich kann immer noch nicht fassen, dass dieser kleine Mensch so vergessen wurde. Am Besten fände ich, wenn du Menschen finden könntest denen dies auch geschehen ist, denn die wissen wie es dir geht. Ich wünsche dir vor allem, dass du inneren Frieden findest.




Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 23:57

Jeder Mensch, der seine Kinder liebt, wird sie ein Leben lang nicht vergessen. Unsere kleinen Engel bleiben in unseren Herzen. Von dort kann sie keiner mehr wegholen. LG sissiingrid


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 7. April 2007 16:46
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Unser zweiter Sohn starb mit dreieinhalb Monaten am "plötzlichen Kindstod".

Auch wenn es hart klingt, aber man muss sich auch bewusst etwas dazu zwingen "loszulassen", sonst kommt man wahrscheinlich kaum darüber hinweg.

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 7. April 2007 23:54

Loslassen ist leichter gesagt als getan. Wenn ich an meinen Engel denke, schnürt es mir den Hals zu. Mein tiefstes Mitgefühl auch für Sie. Es ist für keinen einfach sein Liebstes herzugeben, egal wie lange es auf Erden verweilen durfte. LG sissiingrid


anonym
beantwortet von nivram am 28. April 2007 20:37
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Menschen,die dir raten solch furchtbaren verlust zu vergessen sind für mich dumm und haben kein herz.Du darfst und wirst auch nie vergesssen,der schmerz wird anders.Wir mussten auch unseren ergeborenen zu Grabe tragen,es war die hölle.Er ist 16 tage alt gewurden und war schwer krank.Was du aber machen musst ist loslassen,lass deine kleine ihren frieden finden und frage auch nicht nach dem "warum",es kann dir keiner beantworten.Erst als ich das verstanden hatte bekamen wir unseren 2.sohn und es ist alles gut gegangen.Ich weis das mein Paulchen auf unseren schatz vom himmel aus aufpasst.Das macht deine kleine auch,vielleicht spielen sie sogar da oben mit all den anderen kinderseelen zusammen.


anonym
beantwortet von poetvl am 8. April 2007 21:22
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Leider ist das Schicksal manchmal gnadenlos, und deine Schilderungen und auch die Antworten der ähnlich Mitbetroffenen haben mich zutiefst berührt. Habe selber 2 Kinder, und kann mir wohl trotzdem nicht im geringsten vorstellen wie du leidest. Habe jedoch im Bekanntenkreis ähnliche Schicksale, und bin teilweise sprachlos wie unbarmherzig das Schicksal zuschlagen kann. Ich weiss nicht ob du gläubig bist, oder ob du den Glauben vielleicht dadurch verloren hast.Ich habe vielleicht auch gut schreiben, und möchte auch nicht irgendwelche " frommen " Worte loswerden. - Aber es gibt ein kleines Taschenbuch von Peter Hahne, das heisst " Warum lässt Gott das zu ?" Obs hilft weiss ich nicht, aber vielleichts ist es ein Versuch wert. Wenn du willst, schreib mir und ich teile dir die Bestellnr. mit. Alles Gute

Kommentar von 8b72af5144b6a2d5d98785437da79859smallSissiingrid am 8. April 2007 23:43

Geglaubt an Gott hatte ich. War aber noch nie so gläubig, das ich jeden Sonntag in die Kirche ging. Aber nach den Tot meiner Kleinen habe ich den Glauben total aufgegeben. Mit Gott habe ich kein gutes Verhältnis. Aber wenn mich meine Kids bei Glaubensfragen um Rat fragen, stehe ich ihnen zur Seite. Das mit meinem Glauben mache ich mit Gott selber aus. Ich verbiete keinen zu Glauben. Das was Gott alles zulässt, ist mir unbegreiflich. Trotzdem vielen Dank.




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