Frage von Lotharheckel, 73

Eigendlich müsste ein Satellit oder eine Raumstation einen schatten erzeugen?

theoretisch wird ja eine Raumstation von der sonne bestrahlt und erzeugt einen schatten... kann man ihn sehen,wie groß ist er, gibt es ihn überhaupt?

Expertenantwort
von Franz1957, Community-Experte für Physik, 19

Auf diesen Fotos sieht man, wie die ISS und ein Space Shuttle vor der Sonne vorbeiziehen.

http://www.astropix.com/HTML/Planetary/ISS\_Solar\_Transit.HTM

http://spaceref.com/onorbit/atlantis-and-iss-transit-the-sun.html

Deutlich wird darauf, wieso sie dabei keinen wahrnehmbaren Schatten auf die Erde werfen: Dafür sind sie, im Verhältnis zu ihrer Höhe (ca. 400 km) einfach zu klein. Um den ganzen scheinbaren Durchmesser der Sonnenscheibe zu überspannen (ca. 1/2 °), müßte die ISS schon 2,2 km lang sein. Um sie komplett zu bedecken, wie der Mond es bei einer totalen Sonnenfinsternis tut, wäre eine Scheibe mit mindestens diesem Durchmesser erforderlich.

Antwort
von Mojoi, 32

Das ist richtig.

Um den Schatten nur theoretisch (!) sehen zu können, müsste aber der Satellit exakt zwischen Beobachter und der Sonne stehen. Aufgrund der relativ großen Entfernung des Satelliten ist das relativ selten der Fall. Bei geostationären Satelliten in der Regel nur an zwei Tagen im Jahr (ggf. bis zu zwei Tage davor und danach auch noch) und nur zu einer bestimmten Tageszeit.

Das allein nur für einen theoretischen Treffer.

Dann das Praktische:

Dir ist sicherlich aufgefallen, dass der Schatten von hohen Gebäuden einen unscharfen Rand hat. Je höher das Gebäude bzw. je länger der Schattenwurf, um so verschwommener.

Das liegt daran, dass die Sonne zwar weit, aber nicht unendlich weit entfernt ist und auch keine punktförmige Lichtquelle ist.

Sobald das schattenwerfende Objekt für den Betrachter einen kleineren Winkeldurchmesser hat, als die Sonnenscheibe (0,5° ungefähr), gibt es sowieso keinen Totalschatten mehr, und der Schatten ist nur noch ein dunkler Schleier.

Der Winkeldurchmesser eines Satelliten ist vom Boden aus so winzig im Vergleich zur Sonnenscheibe, dass man mit bloßem Auge keinen Schatten mehr ausmachen kann. Ich bezweifle sogar, dass ein Lichtmessgerät die schwache Verdunklung registrieren würde.

Antwort
von Thather, 50

Jeder Gegenstand, der von einer Lichtquelle beschienen wird erzeugt auch einen Schatten. Die Art und Größe des Schattens hängt von der Größer der Lichtquelle, dem Abstand von Lichtquelle und Gegenstand und Größe des Gegenstands ab.

Bei Satelliten oder Raumstationen ist der Schatten zu klein und zu kurz, als das wir Ihn auf der Erde wahrnehmen könnten. Auch erzeugt die Atmosphäre zu viele Rückreflexionen, die den Schatten diffus werden lassen. 

Antwort
von PeterSchu, 30

Wenn du dir einen Satelliten vor der Sonne vorstellst (bitte nicht versuchen, mit den Augen nachzusehen, das wäre gefährlich), dann wäre das ein so winziger Punkt im Vergleich zu der riesigen Sonnenscheibe, dass es nicht reicht, einen Kernschatten auf die Erde zu werfen. Einen Kernschatten gibt es nur in kurzer Entfernung hinter dem Satelliten, wenn man noch dicht genug dran ist, dass es die Sonne komplett verdeckt.

Bei uns hier fällt aber bildlich gesprochen noch so viel Sonnenlicht "um den Satelliten herum" vorbei und gelangt zur Erde, so dass diese Verdeckung nicht mehr zu bemerken ist.

Antwort
von MagicalMonday, 44

Den Schatten gibt es, aber nur in unmittelbarer Nähe der Station. Ein Astronaut kann sich also im Schatten der Raumstation aufhalten, aber die Erde kann der Kernschatten nicht erreichen. Dafür ist die Station zu klein und die Sonne zu groß. Das bisschen Halbschattenraum, das übrig bleibt, ist viel zu diffus um noch irgendwie mess- geschweige denn sichtbar zu sein.

Antwort
von DinoSauriA1984, 32

Tut er auch - theoretisch. Er ist jedoch so weit weg und so klein, dass der Schatten auf der Erde nicht mehr wahrgenommen werden kann. Das Licht, dass den Satelliten passiert wird in der Erdathmosphäre noch so oft gebrochen, dass der größte Teil als diffuses Licht bei uns ankommt. Wenn es noch einen Schatten gäbe, wäre er so hell, und klein, dass er nicht mehr wahrgenommen werden könnte (der Satellit kann ja auch mit bloßem Auge nicht gesehen werden, wenn er "seine Bahn über den Himmelzieht" ;-)

Antwort
von dompfeifer, 12

Bei Erdsatelliten bildet sich am Boden so wenig ein Kernschatten heraus wie bei Mücken oder Schneeflocken in der Luft.

Antwort
von Richard30, 35

Ja theoretisch schon, es wäre aber ein Halbschatten und dieser wird auf der Erde so groß, dass man ihn mit bloßem Auge nicht erkennen würde (weil er dadurch sehr schwach wird).

Kommentar von misterstiegl ,

...Und die diffuse Strahlung trägt auch dazu bei 

Kommentar von Richard30 ,

Jep, deswegen ist es auch bei ner totalen Sonnenfinsternis nicht komplet dunkel.

Kommentar von PeterSchu ,

"...und dieser wird auf der Erde so groß..."

Der (Halb-)Schatten wird nicht merklich größer, wenn ein Objekt sich in der Erdumlaufbahn befindet. Denn im Vergleich zur Entfernung zur Sonne ist das immer noch ein sehr geringer Unterschied. Der Schatten ist meiner Ansicht nach deshalb nicht zu sehen, weil der Satellit nur einen winzigen Teil der Sonne bedeckt und noch jede Menge Licht "um ihn herum" auf die Erde fällt.

Antwort
von Rockuser, 28

Ja, den gibt es. Aber auf der Erde sieht man den nicht, weil die Unreinheiten der Luft das Licht streuen.

Aus dem Weltall, kann man den Schatten teilweise auf den Wolken sehen.

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