Frage von 643800619, 72

Eifersüchtig auf Auszubildene?

Hallo Ich bin Mega eifersüchtig auf unsere Auszubildene (1 Jahr älter wie ich). Also ich habe letztes Jahr meine Ausbildung angefangen und war bis her die einzige Auszubildene. Mein Chef hat jetzt noch eine eingestellt die am 1.8 angefangen ist. Ich bin zurzeit im Urlaub und habe sie noch nicht einmal kennengelernt. Mir ist gerade aufgefallen das meine Arbeitskollegin schon mir ihr befreundet ist. Bei mir hat es ein Jahr gedauert. Was kann ich dagegen machen? Ich kenne sie noch gar nicht. Ich verstehe mich super mit all meinen Arbeitskollegen und ich habe angst das die sich besser mit ihr verstehen. Meine Kollegen erzählen mir alles (auch Sachen die ich gar nicht so genau wissen will) und die Männer aus der Produktion shakern immer mit mir rum... Auf der anderen Seite möchte ich auch gerne jemanden haben der die gleiche Probleme hat wie ich oder dem ich auch mal was zeigen darf.

Wie soll ich damit umgehen?

Ich habe eindeutig angst das sie besser ist und ich außenvor bin.

Antwort
von Tasha, 28

Du erkennst deutlich, dass DU das Problem hast und nicht sie es verursacht. Du bist unsicher. Warum hat es ein Jahr gedauert, bis du mit anderen befreundet warst? Vielleicht, weil du selbst unsicher warst und nicht so gut auf andere zugehen kannst (ist keine Schande, geht mir auch so).

Ihr seid aber alle Kollegen. Gehe nicht davon aus, dass sich Cliquen bilden, sondern dass alle gut miteinander auskommen. Du musst dort im Prinzip ja nicht die Freunde fürs Leben finden, sondern es reicht, wenn du gut mit anderen auskommst. Es reicht doch, wenn sich alle gut verstehen. 

ich würde dir raten: Gehe offen auf die Neue zu, sei freundlich, gehe davon aus, dass man mit mehr als einer Person befreundet sein kann.

Was du machen kannst: Stelle dir mehrfach vor, wie du wieder in die Firma kommst und die Neue sympathisch ist. Stelle dir vor, dass deine Kollegen dich noch genauso behandeln und respektieren wie vorher. Versuche, Situationen nicht überzubewerten, z.B. Insidersprüche, die sich vielleicht in dieser Woche ergeben haben, gemeinsames Lachen, wenn du nicht dabei bist. Gehe erst mal davon aus, dass es keine Konkurrenz gibt. Es ist für dich besser, mit ihr gut auszukommen, als eine Konkurrenz aufzubauen. Mit einer Konkurrenz würden sich die anderen Kollegen zwischen dir und ihr entscheiden müssen und in dem Fall hält man meist zu dem, den man als Opfer wahrnimmt. Wenn du wiederkommst und sofort nach Hinweisen darauf suchst, dass du ausgeschlossen wirst, werden die anderen dich als gestresst und zickig und grundlos eifersüchtig wahrnehmen und eher zu ihr halten. 

Wenn es jemanden in der Firma gibt, dem du sehr vertraust, kannst du mal allg. mit ihm darüber reden, dass du allg. Angst hast, ausgeschlossen zu werden (also nicht speziell auf die Firmensituation bezogen). Sage, dass du manchmal unsicher bist, wenn mehrere Leute zusammen sind oder neue dazu kommen und frage ihn, ob er solche Situationen kennt und was er dann tun würde. 

Wenn du niemanden hast, dem du dort so sehr vertraust, versuche einfach, offen zu sein und sieh es als Ziel, mit allen gut auszukommen und mal locker in den Pausen zu quatschen und nicht, dort beste Freunde zu finden. Lockerer, freundlicher Umgang sollte mit allen möglich sein. Daran wird auch die Neue ein Interesse haben!

Antwort
von jenjala, 32

Eifersucht, du suchst mit Eifrigkeit. Das kann zur Sucht werden. Da du eifrig dabei bist etwas zu finden. Die anderen müssen auch mit dir umgehen und nicht nur du mit den anderen. Du selbst stellst dich so nach aussen bist in deiner Person aber einzigartig, es gibt dich nicht zweimal. Denke mal drei Tag drüber nach was das bedeuten könnte. Es wird dir bestimmt Spass machen. ;-) Jeder Mensch ist auserwählt um sein eigenes Leben zu gestalten.

Kommentar von genau14zeichen ,

"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."

Musste ich gerade dran denken ;D

Kommentar von jenjala ,

Ja, wenn sie Leidenschaft ist, dann kann sie schon eine Sucht geworden sein. :)

Antwort
von genau14zeichen, 27

Vielleicht verstehen sich ja alle besser mit ihr, weil sie netter und umgänglicher ist und sich nicht schon vor dem ersten Treffen dazu entschließt, eine Person nicht zu mögen.

Mein Tipp für dein im Grunde höchstgradig banales Problem: Hör auf zu jammern und lern sie erstmal kennen

Antwort
von Diphora, 35

Ich denke, du hast einfach ein Problem mit dir selbst. Es geht nicht um sie, sondern um dich. Du bist der Meinung nicht gut genug zu sein. Du musst an deinem Selbstbewusstsein arbeiten, dann ist es dir auch egal wer besser ist und wer nicht.

Antwort
von Zyrober, 27

Wow, das ist diese Woche zwar die ehrlichste, aber auch die erbärmlichste Frage, die ich hier lese. Wie wär's mit folgender Taktik:

Sei freundlich, mach deine Arbeit gut, hilf anderen (auch ihr), lerne für gute Noten in der Berufsschule und alles wird gut. Ganz nebenbei wirst du erwachsen... hoffe ich.

Kommentar von 643800619 ,

Danke. Das erste Kompliment. Ich wusste gar nicht das ich erbärmlich bin.

Kommentar von Zyrober ,

https://de.wiktionary.org/wiki/erb%C3%A4rmlich

Und dann lies dir deine Frage doch noch einmal durch. Du missgönnst einer Person, die du noch gar nicht kennst, dass sie sich mit deinen Kollegen verstehst und fragst: (Zitat!) "Was kann ich dagegen machen?"

Du fragst nicht, wie du deine Beziehungen zu deinen Kollegen verbessern kannst, nein, du willst, dass sich ihre verschlechtert.

Das ist erbärmlich.

Kommentar von Tasha ,

Na ja, ehemalige Mobbingopfer haben oft solche Ängste. Leute, die erlebt haben, dass jemand nur nett zu ihnen war, wenn sie alleine waren aber sie ignoriert hat, sobald andere, die man als interessanter wahrnahm, dazu kamen. Hat man so etwas erlebt, kann man, auch Jahre später, Ängste entwickeln, wenn man in ähnliche Situationen kommt oder diese nur befürchtet. Trotzdem sollte man daran arbeiten, objektiv zu sein und diese Ängste nach und nach zu bewältigen/ abzubauen. Auch wenn es immer wieder vorkommen kann, dass man überreagiert, weil einzelne Aspekte an die Mobbingsituation erinnern. Dann sollte man aber ehrlich und ernsthaft analysieren, was passiert ist und sich ggf. entschuldigen, falls man jemanden mit seinem Verhalten beleidigt hat. 

Ich wurde als Teenie gemobbt und habe später ein paar kleine Situationen erlebt, bei denen ich völlig grundlos überreagierte. Einmal haben wir im (Erwachsenen-) Orchester ein Stück eingeübt und es wurde diskutiert, was gespielt werden sollte. Bei meinem Lieblinsstück protestierte ich laut, eine Strategie, die mir in der Schule geholfen hatte, meine "komischen" Interessen zu kaschieren. Ein anderes Mal fiel mein teurer Füller runter und ein Sitznachbar (beide erwachsen) hatte einen ähnlichen und ich bekam einen kleinen Panikanfall, wo mein Füller sein, weil ich früher gedemütigt wurde, indem jemand meine Sachen auf seinen Tisch schob und ich dann nicht beweisen konnte, dass es meine waren. 

Solche angelernten Strategien brauchen lange, bis sie abgebaut werden und manche legt man nie ganz ab, aber man kann lernen, schneller zu erkennen, was passiert und angemessener zu reagieren.

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