Frage von diebaluna, 57

Eidetik - "fotografisches gedächtnis", was nun?

Folgendes: nachdem ich mit meinem mann mal darüber philosophiert habe, wie er "denkt", und wie ich es mache, kamen wir auf dsn zweig, dass ich ein fotografisches (eidetisches) gedächtnis habe. Darüber habe ich mir noch nie gedanken gemacht, weil für mich klar war, dass jeder mensch in bildern denkt... Im Internet finde ich nur semiwissenschaftliche tests dazu und spirituellen Unfug...

Nun meine Frage: kann mir irgendjemand eine informative seite empfehlen oder ist vielleicht selbst mit einem solchen visuellen hirn unterwegs? Könnt ihr damit was anfangen, wie lebt ihr damit? So viele fragen auf einmal in mir und keiner, der sie mir beantworten kann :p

Antwort
von chris2912, 12

Für viele sicherlich erstmal ein tolle Fähigkeit, die wir alle wohl in Ansätzen auch haben (zumindest als Kinder), aber verlernen, nicht trainieren. Heute würde ich von mir sagen: Ich denke nicht in Bildern, sondern in abstrakten Begriffen. So habe ich z. B. zu  "Freiheit" kein visuelles Bild vor mir sondern assoziiere passende Begriffe dazu, z. B. "Verantwortung". So entsteht ein Netz von verknüpften Begriffen.

Ich kannte jemanden, der Sprachen dadurch gelernt hat, dass er sich eine doppelseitig Tabelle mit Wortformen etwa 3 Minuten lang angesehen hat. Er hat sie nicht im eigentlichen Sinne "gelesen", auch nicht wiederholt oder "auswendig gelernt", sondern einfach nur das Bild dieser Tabelle angesehen, sich darauf konzentriert und als visuelles Bild, als Ganzes "in sein Hirn gebrannt" (so seine Worte). Danach "konnte" er diese Tabelle. Das heißt er konnte sie für den Rest seines Lebens (!) wieder abrufen, quasi vor dem geistigen Auge darin nachschlagen und eine Lösung "heraussuchen". Geht es dir aus so?

Dieser Mensch hat auf diese Weise mehrere Sprachen gelernt und gilt auch sonst als "Überflieger", gutes Abitur, guter Uni-Abschluss. Sein Problem: Er kann nicht vergessen. Ich meine damit das negative, die "schlimmen Bilder".

Ich bin froh, dass ich vergessen kann.... Was nicht heißen soll, dass es komplett weg ist. Aber es drängt sich nicht mehr in den Vordergrund.

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