Ehescheidung und ihre Finanziellen Folgen?

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4 Antworten

Hallo, 

tut mir Leid zu hören, dass dir die Scheidung bevorsteht:

Frage 1 - das Haus:

Ihr steht im gesetzlichen Güterstand, der Zugewinngemeinschaft. Der dort vorzunehmende Zugewinnausgleich bedeutet, dass der Ehegatte, der während der mehr Vermögen erlangt hat als der andere, 50 Prozent von dieser Differenz (Differenz zwischen des einen Vermögen und dem Vermögen des anderen, der weniger hat) an diesen als Zugewinn zahlen muss.

Zur genauen Feststellung des Vermögenswachstums wird das Anfangs- und das Endvermögen bestimmt. Das Anfangsvermögen ist das Vermögen, das bei Eheschließung jeder Ehegatte hat. Das Endvermögen ist das Vermögen, das jeder Ehegatte bei Zustellung des Scheidungsantrags hat.

Erbschaften werden dem Anfangsvermögen fiktiv zugerechnet, damit genau diese nicht in den Zugewinnausgleich fällt (höheres Anfangsvermögen = kein Vermögenszuwachs) Ehegatten erwerben damit bei Scheidung grundsätzlich keinen Anspruch  auf die Erbschaften, die der andere Ehegatte erhalten hat.

Hier kannst du gern noch einmal alles zum Zugewinn nachlesen: https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungsrecht/zugewinnausgleich

Zur Frage 2: Kindesunterhalt 

Der Unterhalt für das Kind ist unabhängig vom Ehegattenunterhalt.  Daher müsste der Kindesunterhalt grundsätzlich auch anfallen, wenn der betreuende Elternteil etwas mehr verdient. Um die Unterhaltspflicht zu reduzieren, wo der betreuende Eltenteil sich an dem Unterhalt beteiligen müsste,  müsste schon ein krasses Missverhältnis vorliegen, dass die Mutter viel mehr verdient.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen

Viele Grüße und viel Erfolg

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Du bist gut beraten, wenn du dich mit einem Rechtsanwalt für Familienfragen in Verbindung setzt und dir von ihm alles erklärten lässt. Dort bekommst du eine kompetente Antwort, auf die du dich verlassen kannst! Gerade wo du keinen Ehevertrag hast, über das geerbte Haus gesprochen werden muss  und das Sorgerecht und die Unterhaltszahlungen für dein Kind noch zu klären sind, dafür ist m.E. ein Rechtsanwalt unerlässlich.

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Ich glaube in dem fall gilt dieses Gesetz:alle schulden/gewinne die während der Ehe gemacht werden,müssen geteilt werden. Wo das Kind lebt,hat damit nichts zu tun.Und an den unterhaltskosten musst du dich trotzdem beteiligen.Aber ein Anwalt kann dir da wirklich genauer Auskunft geben. Alles Gute!

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Kein Ehevertrag => gesetzlicher Güterstand => Zugewinngemeinschaft (§ 1363 BGB)

Erbschaften und Schenkungen zählen nicht zum normalen ehelichen Zugewinn, welchen die Eheleute erwirtschaftet haben. Deshalb erhöhen solche Vermögenszuwächse das Anfangsvermögen. Der andere Ehepartner bekommt davon nichts ab (§ 1374 (2) BGB).

Aber: In den Zugewinnausgleich fällt der Mehrwert, den die Erbschaft oder Schenkung seit dem Erhalt erfahren hat. Hatte Deine Immobilie zum Zeitpunkt der Erbschaft einen Wert von € 130.000,00 und ist bei Scheidung € 200.000,00 wert, so fallen € 7.000,00 in die Zugewinnbilanz (§ 1373 BGB).


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