Frage von Noidea333, 29

Ehemann (ü50) von Kollegin im Urlaub gestorben, wie kann man ihr neuen Lebensmut geben?

Das Leben ist schon heftig manchmal. Meine Kollegin hatte sich so auf den Urlaub mit ihrem Mann seit Monaten gefreut. Sie wollten ca. 2 Wochen in Schweden in der schönsten Natur sich entspannen ...

Aber kaum angekommen, schon am ersten Tag ging es ihrem Mann nicht gut und er ist, wie im schlimmsten Alptraum, gestorben.

Die Frage, warum das Leben manchmal so ungerecht sein kann, möchte ich nicht stellen, weil man keinen Einfluss auf das Schicksal hat.

Ich frage mich nur, wie ich ihr helfen kann, weil ich und natürlich alle anderen Kollegen tief mit ihr trauern... Irgendwann wird sie ja wieder ins Büro kommen. Wir haben natürlich schon eine Trauerkarte ihr geschrieben. Aber in solchen Momenten möchte man mehr leisten, als "nur" eine Trauerkarte zu schreiben.

Vielleicht könnte ich persönlich ein paar schöne Worte noch an sie schreiben? Vielleicht ist das dann aber wieder zu viel und wühlt alles neu auf...

Na ja ... vielleicht hat jemand ein paar aufbauende Worte oder ähnliche Erlebnisse gehabt, wo plötzlich das Unerwartete geschah. Wie kann das Leben möglichst schnell wieder normal verlaufen?

Gruß Noidea333

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sonja66, 17

Ja, der Tod macht uns allen sehr zu schaffen.

Ich persönlich glaube daran, dass der Tod die selbe Türe nimmt, wie die Geburt, nur von der anderen Seite halt.

Aber die Hinterbliebenen trauern.
Eine Zeit des Trauerns ist sicherlich auch sehr wichtig für Betroffene.
Dieses Abschiednehmen braucht einfach seine Zeit. Würde man das zu schnell unterlassen, würde sich das sicherlich nur ungut innerlich als unverarbeitet festsetzen und im Leben dann immer wieder hochkommen.
Ein Möglichst-schnell-verlaufen könnte hier meiner Ansicht nach eher ungünstig sein.
Vielleicht wollen wir das auch nur, weil wir mit Trauer eher schlecht umgehen können.

Es gibt ein Trauerjahr. Es kann sich also durchaus schon mal bis zu einem Jahr ziehen. Dann aber sollte die Zeit des Trauerns auch mal abgeschlossen werden. Aber eine gewisse Zeit sollte man Betroffenen durchaus zugestehen.

Aber wie du schon schreibst, als Bekannte will man mehr leisten, um diese Trauer schnell zu beenden, um wieder normal zu sein, weil das Trauern eben als nicht normal angesehen ist.  ;-)

Ich sag mal so:
Alles was mit Tränen herausfließen kann, ist wohl besser versorgt, als wenn es mit Stimmungsaufhellern unterdrückt wird. Also nur so als Erklärung. Für Stimmungsaufheller kann ja alles Mögliche stehen.....

Meist schafft man Verdrängtes nicht aus der Welt, sondern es drängt innerlich weiter.
Von dem her wäre meiner Ansicht nach die beste Unterstützung für die Betroffene, sie trauern zu lassen, vielleicht einfach als eher stiller Zuhörer für sie da zu sein, um ihr zuzuhören.
Weiter könnte man ja eine Sensibilität für sie haben, was wohl gerade ihre Wünsche sind: heute eher mal Ablenkung, ein anderes Mal eher weinen dürfen..... oder sie einfach danach fragen.

Wie kann das Leben möglichst schnell wieder normal verlaufen?

Ich befürchte, so, also mit dem Abschiednehmen und Tod, ist es erst normal, nicht ohne.  ;-)

Der neue Lebensmut kommt nach einer gesunden Zeit des Trauerns auch wieder dann.

Kommentar von Noidea333 ,

Ja, da hast du schon recht.

Alles was mit Tränen herausfließen kann, ist wohl besser versorgt, als wenn es mit Stimmungsaufhellern unterdrückt wird.

Ich kann dem nur zustimmen. Ist halt irgendwie total komisch. Man wünscht dieser Kollegin noch einen schönen Urlaub und beneidet sie im Vorfeld total und gibt ihr viele Ratschläge, was sie machen könnte, wenn ihr langweilig werden würde ... und dann kommt alles ganz anders :-(

Kommentar von Sonja66 ,

Das verstehe ich natürlich vollkommen, hätte ich wohl dazu schreiben sollen!
Also da wäre ich natürlich auch erst mal wie vor den Kopf gestoßen und auch geschockt.
Das Leben schreibt unglaubliche Geschichten, so viele und täglich.
Vielleicht soll uns das auch daran erinnern, jeden Tag noch leichter und liebevoller zu begehen und zu genießen, mit Dankbarkeit im Herzen.

Ich machte in jüngeren Jahren eine Zusatzschule, die mehrere Monate andauerte. In dieser Zeit erhängte sich der Mann einer Mitschülerin.
Wir waren einfach nur für sie da. Mehr geht da nicht und weniger ist da schon mal mehr dann.

Kommentar von Noidea333 ,

Das Leben schreibt unglaubliche Geschichten, so viele und täglich.
Vielleicht soll uns das auch daran erinnern, jeden Tag noch leichter und liebevoller zu begehen und zu genießen, mit Dankbarkeit im Herzen.

Ja, das sind schöne Worte.

Mit der Sache in deiner Zusatzschule ist ja auch heftig. Bekommt man gleich eine Gänsehaut.

Ich habe auch die letzten drei Jahre ein Abendgymnasium neben der Schule besucht, um mein Abitur nachzuholen. Die Gesundheit macht einen im fortschreitenden Alter echt zu schaffen. Da bekommt man es auch manchmal mit der Angst zu tun.

Manchmal glaube ich förmlich zu spüren, dass man wirklich keinen Einfluss auf das Leben hat. Es kommt, als hätte es jemand vorherbestimmt, bzw. programmiert. Man fühlt sich wie Marionetten im Strom der Zeit.

Antwort
von Rosenblad, 18

Manchmal hilft ein in die Arme nehmen - ohne Worte - sie soll spüren, das sie mit ihrer Trauer und ihren Schmerz nicht allein ist. Sie wird euch dann schon zeigen ob sie mehr braucht, ob es Worte braucht oder irgendeine Art der Hilfe.

Antwort
von Kurpfalz67, 13

Ihr sollten nicht versuchen, so zu tun, als müsse alles wieder normal laufen!

Es muss auch nicht möglichst schnell gehen, jeder Mensch braucht seine Zeit zur Trauer und das ist nun mal sehr individuell. 

Vielleicht will sie gar nicht, dass ihr mehr leistet, vielleicht will sie trauern und will ihre Zeit dafür haben. Ich könnte das gut nachvollziehen, würde mir auch so gehen! Trauer ist nötig, es ist keine Krankheit, die man lindern muss. Sie ist zutiefst menschlich!

Eine schöne Geste ist es, ihr zu sagen, dass man mitfühlt und für sie da ist, wenn sie es braucht.

Mehr braucht es nicht. Manchmal ist weniger mehr!

Sie entscheidet dann, wann sie mit welcher Kollegin über was spricht.

Aber versucht nicht, künstlich eine normale Stimmung zu erzeugen oder sie zu irgendwelchen netten Aktionen oder Abende zu drängen.

Kommentar von Noidea333 ,

Schon klar. Wir waren alle auch total schockiert, als wir davon erfahren hatten. Und dann denkt man immer automatisch auch an sich selbst, bzw. an die Partner, wenn man in der gleichen Situation wäre ... oh man ... ich kann und will mir das einfach nicht vorstellen.

Antwort
von bastidunkel, 12

Da läuft gar nichts "möglichst schnell wieder" normal. Es kommt auf den einzelnen Menschen an, wie selbstständig er mit seinem Leben umgehen kann. Jeder verarbeitet Trauer anders und bei jedem dauert es unterschiedlich lang. 

Ihr könnt ihr nur Zeit geben und die Möglichkeit, drüber zu reden, wenn ihr danach ist. Ein aufmunterndes Wort könnte sein: Wir sind bei dir, wenn du uns brauchst. Das solltet ihr aber nur schreiben, wenn ihr das auch ernst meint, sonst könnt ihr euch solche Sätze besser sparen. 

Mit " Wir wünschen dir viel Kraft für die Zukunft" kann man meistens nichts falsch machen. Ihr dürft lediglich ihr keine Versprechungen machen, die ihr nachher nicht halten wollt.

Antwort
von comhb3mpqy, 8

Ihr könnt mit der Frau etwas schönes unternehmen, wenn Sie möchte. Auch könnt Ihr für Sie da sein, mit Ihr sprechen und Ihr Arbeit abnehmen.

Auch können Sie Ihr den Tipp geben mit einem Seelsorger zu sprechen. Es gibt auch kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ und glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn Sie Gründe/Argumente haben wollen, um an Gott und ein Leben nach dem Tod zu glauben, dann können Sie mich fragen oder auf mein Profil gehen, dort findet man Argumente.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community