Frage von FragerHH, 29

Ehegattenunterhalt und Zugewinn?

Hallo,

ich lebe aktuell von meiner Frau getrennt, das Verhältnis zwischen uns ist nicht das Beste und ich habe eine Frage bzgl. Ehegattenunterhalt und Zugewinn :

Die Situation:

  • aktuell seit 13 Monaten getrennt lebend
  • 2 Kinder, 9 und 10 Jahre. Leben bei meiner Frau
  • Meine Frau wohnt in unserer ehemaligen gemeinsamen Wohnung (Eigentümer bin ich, sie zahlt keine Miete)
  • Meine Frau befindet sich in einer Umschulung, hat kein Einkommen und kein eigenes Vermögen.
  • Ich zahle für die Kinder lt. Düsseldorfer Tabelle Unterhalt.
  • Ich zahle für meine Frau 300 Euro Ehegattenunterhalt
  • Vermögen (Wohnung und Aktien) wird lt. Zugewinngemeinschaft 50/50 nach der Scheidung geteilt.
  • Meine Frau hat kein Vermögen in die Ehe eingebracht, ich war Alleinverdiener

Da ich im Trennungsjahr meine Steuerklasse nach einer Weile ändern musste hat mein Anwalt errechnet, dass ich diese 300 Euro Ehegattenunterhalt nun nicht mehr zahlen muss sondern nur noch den Unterhalt für die Kinder.

(Mir bleibt nach Abzug aller Kosten gerade mal 1.200 Euro Selbstbehalt)

Ich habe die 300,-- dann doch noch 2-3 Monate weiter gezahlt und jetzt meiner Frau mitgeteilt, dass ich diese 300 Euro Ehegattenunterhalt nicht mehr zahlen werde da ich dazu nicht mehr verpflichtet bin bzw. es mir auch nicht leisten kann.

Meine Frau ist daraufhin zu ihrem Anwalt gegangen und mich anschließend wissen lassen, daß "ich mich noch sehr wundern werde" denn lt. ihrem Anwalt stünde ihr viel mehr zu.

Und sie könne diesen Anspruch auf "viel mehr" auch gerichtlich erfolgreich geltend machen.

Mehr wollte sie mir nicht sagen ausser, dass ich noch von ihrem Anwalt höre werde.

Ich weiss also nun leider nicht auf was sich die Aussage "viel mehr" bezieht:

  • auf den Ehegattenunterhalt
  • auf den Zugewinn

Da mein Anwalt zur Zeit im Urlaub ist kann ich ihn leider nicht fragen, daher hier meine Fragen:

  1. Was könnte meine Frau dazu berechtigen, Unterhalt zu erhalten selbst wenn mir dann nicht einmal 1.200 Euro Selbstbehalt übrig blieben?

  2. Was könnte meine Frau dazu berechtigen, mehr als 50% des aktuellen Vermögens zu beanspruchen ?

Danke

Antwort
von Menuett, 16

Wenn Dir keine 1200€ Selbstbehalt bleiben, dann bekommt Deine Frau nichts. Und genau das wird ihr auch ihr Anwalt gesagt haben.

Aber Anwalt wie Frau können natürlich mehr verlangen - ob sie dass dann auch bekommen?

Zugewinn - eigenes Eigentum bleibt eigenes Eigentum.

Wenn ihr die Aktien und die Wohnung nicht gemeinsam erworben habt, dann bleiben diese auch in Deinem alleinigen Eigentum.

Nur der Zugewinn wird 50/50 geteilt.

D.h. wenn Deine Wohnung am Anfang der Ehe 100 000€ wert war und am Ende der Ehe 110 000€ wert ist, dann geht der Zugewinn von 10 000 zu 50% an die Ehefrau.

Gleiches gilt für die Aktien.

Du kannst übrigens Miete von Deiner Ex verlangen. Die Miete kann auch als Unterhaltsleistung gerechnet werden.

Es wäre vermutlich besser gewesen, Du hättest die LSK 3 behalten - noch seid ihr ja nicht geschieden. So geht euch Geld verloren.

Kommentar von Menuett ,

Nachtrag : Nach Abzug aller Kosten?

Du darfst den Unterhalt der Kinder abziehen, sonst nix.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community