Frage von FragerHH, 56

Ehegatten-Unterhalt: Ist eine Einzelveranlagung zwingend nötig bei der Steuererklärung?

Hallo,

Ich erstelle gerade meine Einkommensteuererklärung für 2015.

Ich lebe seit dem 1.8.2015 dauerhaft von meiner Ehefrau getrennt.

Ich wollte nun versuchen den Ehegattenunterhalt, den ich an meine Frau zahle, steuerlich geltend zu machen (Anlage U)

Ich benutze die WISO Software und diese gibt mir meiner Meinung nach zu diesem Thema widersprüchliche Angaben:

Erst sagt WISO mir beim Erfassen der Unterhaltszahlungen, die ich an meine Frau leiste, folgendes:

"Im Jahr der Trennung können die Leistungen nur bei Einzelveranlagung von Ehepartnern geltend gemacht werden"

Wenn ich dann am Ende die Steuererklärung erstellen lasse wird mir aber die "Zusammenveranlagung" als steuerlich am günstigsten empfohlen.

Und das verstehe ich nicht, denn zuerst wurde mir angezeigt, dass im Jahr der Trennung nur eine Einzelveranlagung möglich sei.

Nun meine Frage:

Stimmt es, dass im Jahr der Trennung nur eine Einzelveranlagung möglich ist?

Falls ja, warum sollte mir die WISO Software dann am Ende eine Zusammenveranlagung vorschlagen?

(Sollte es sich bei diesem Vorschlag nicht um einen Fehler in der Software handeln dann wäre das doch ein Widerspruch?)

Antwort
von petrapetra64, 11

Im Trennungsjahr kann man entweder gemeinsam oder eine getrennte Veranlagung wahlweise machen. Absetzen kannst du den Unterhalt an deine Frau aber nur, wenn du eine Einzelveranlagung machst. Bei der Zusammenveranlagung macht ihr beide die Finanzen ja zusammen und man hat die Vorteile durch das Ehegattensplitting. Und dann Unterhalt absetzen, wäre ja ein doppelter Vorteil, das ist nicht möglich. 

Da aber fast immer die gemeinsame Veranlagung günstiger ist, sagt das Programm eben, dass gemeinsam günstiger ist. Nur den Unterhalt absetzen kannst du dann nicht. Und mit deiner Frau musst du auch irgendwie teilen, bzw. mit Unterhalt verrechnen. 

Antwort
von Lumpazi77, 27

Das ist kein Fehler der Software.

Wenn die gemeinsame Veranlagung günstiger für Dich ist als die Einzelveranlagung unter Berücksichtigung des Unterhalts, dann solltest Du das so machen.

Kommentar von PatrickLassan ,

Für die Zusammenveranlagung ist die Zustimmung von beiden Ehegatten erforderlich.

Kommentar von Hefti15 ,

Na ja, so pauschal stimmt dies auch nicht. Einfach mal hier nachlesen:

http://www.iww.de/fk/archiv/steuerliche-veranlagung-die-steuerliche-veranlagung-...

Und weiterhin kann sich derjenige der sich "legal" weigert eine gemeinsame Steuererklärung einzureichen, dem anderen gegenüber Schadensersatzpflichtig machen....

Antwort
von Petz1900, 12

Kurz gesagt:
Du kannst keine Unterhaltszahlungen an die Ehefrau geltend machen, weil Ihr noch die Möglichkeit der Zusammenveranlagung habt.
Ihr könnt auch Einzelveranlagung machen, trotzdem geht der Abzug von Unterhaltszahlungen nicht.

Antwort
von wurzlsepp668, 29

Wenn Unterhaltsleistungen über die Anlage U geltend gemacht werden, so kann mit dem Unterhaltsempfänger keine Zusammenveranlagung mehr eingereicht werden.

im Jahr der Trennung ist selbstverständlich noch eine Zusammenveranlagung möglich.

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