nura1 am 19.08.2008 um 11:46 Uhr
In bezug auf meine vorherige Frage. Kann eine Ehe gutgehen ohne Liebe? Wenn man jemand heiratet und Ihn nur "gerne" hat, reicht das für ein Leben? Kommt die Liebe nach einer gewissen Zeit? Können Kinder eine Ehe zusammen halten ohne Liebe? Oder ist das eh alles zum scheitern veruteilt? Wenn die Ehe nur geschlossen wurde um Familie glücklich zu machen, irgendwann fragt man sich doch auch, ist das das?
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Eine Frau braucht drei Männer, einen Liebhaber, einen Freund und einen Ehemann.
was macht ihr, wenn ihr vom Standesbeamten gefragt werdet, ob ihr euch liebt ? "momentan noch nicht"
Djinndrache am 19. August 2008 12:00 lol
Verliebtheit und Liebe ist nicht dasselbe. Auch wenn man jemanden mehr als "gerne" hat und zu lieben glaubt, ist es zunächst nur Verliebtheit. Nicht immer wird Liebe daraus und man stellt sich dieselben Fragen. Bei einer reinen Lebensgemeinschaft ist es nicht anders. Ich würde also die Frage der Liebe nicht an der Institution Ehe aufhängen.
Anders gesagt: Echte Liebe kommt immer erst später, das was auf den ersten Blick geschieht ist Attraktivität und Verliebtheit. Für eine glückliche Ehe scheinen mir andere Faktoren wichtiger zu sein: Fähigkeit zur Toleranz (leben und leben lassen), gemeinsame Interessen, Humor, Respekt vor dem Anderssein. Voraussetzung ist allerdings, dass man die Entscheidung für die Ehe selbst aus voller Überzeugung trifft und nicht Familienmitglieder damit zufriedenstellen will.
Kinder können eine Ehe zusammenhalten, wenn die Eltern Verantwortungsbewusstsein haben, weil Kinder, wenn sie gewollt und geliebt werden, das familiäre Zusammenleben so bereichern, dass das auch eine abgekühlte Beziehung zum Partner wettmacht.
aurata am 20. August 2008 10:59 Hallo maganz, ich habe auch erst jetzt die anderen Fragen der Posterin gelesen. Die Frage bezog sich auf den Mann, der eine Frau geheiratet hat, mit der er schon 3-4 Jahre verlobt war. Wenn bis dahin keine Liebe entstanden ist, sehe ich es schwarz. Kinder können eine Ehe künstlich zusammenhalten, die Frage ist nur, welche Werte vermittelt man den Kindern, wenn man in einer lieblosen Partnerschaft lebt. Und DAS spüren Kinder sehr wohl und das prägt - prägt fürs Leben.
nura1 am 20. August 2008 11:02 Ich persönlich glaube eben, dass es keine Chance gibt. Irgendwann scheitert dies doch einfach, weil man unzufrieden wird, ob es Kinder gibt oder nicht. Ohne Gefühle ist man doch Tot, irgendwann.
Es gibt viele Zwischenstufen zwischen Gleichgültigkeit und heißer Liebe. Eine lieblose Partnerschaft muss nicht heißen, dass die Partner sich nicht mögen und respektieren - vor allem in ihrer Rolle als Elternteil. Die Liebe kann sich auf dem Niveau der Zuneignung bewegen, die man anderen Verwandten entgegenbringt.
Sicherlich wäre es wünschenswert, den Kindern auch bedingungslose Liebe zwischen Ehepartnern vorzuleben, aber wenn man sie ihnen entgegenbringt, erleben sie ja auch, wie das ist.
das kann man so nicht sagen. Manchmal kommt die Liebe doch, oder es ist die Gewohnheit. Aber ohne Liebe eine Ehe, das ist an und für sich keine so gute Grundlage. Auch werden trotz Liebesheirat viele Ehen geschieden, weil sich die Partner nicht mehr mögen. Wichtig sind immer noch der Respekt und das Vertrauen miteinander.

Eine Ehe ohne Liebe ist auf Dauer zum schweitern verurteilt! Liebe ist die Basis und die Grundlage einer Ehe! Sicherlich, so denke ich ist Liebe auch eine Entscheidung und spielt sich nicht nur im Herzen, sondern ein Stückweit auch im Kopf ab! Denn die erste Verliebtheit ist bei den meisten nach ein paar Monaten dahin. Plötzlich lernt man den anderen kennen und entdeckt auch nicht so tolle Eigenschaften an ihm. Dennoch ist die Ehe das stärkste Verbündnis was Menschen haben können. Sie wurde nicht umsonst geschaffen, um zwei Liebende zu verbinden! Es ist sicherlich sehr einfach zu heiraten, aber eine Ehe zu führen und auch daran zu wachsen ist sehr schwierig und bedarf die Kraft von Beiden! Ameise
Kermit65 am 19. August 2008 11:52 Nun vielleicht hält eine Ehe doch ohne Liebe, nach genaueren Nachdenken. Jedoch ist es keine Liebesehe so wie sie sein soll! Es ist ein bloßes Zusammenleben, in dem jeder seinen eigenen Interessen nach geht. Das wiederrum ist für mich keine Ehe, obwohl der Trauschein noch bestehen mag!
Sagen wir lieber "keine richtige Ehe", denn neben der Form des Zusammenlebens gibt es noch viele staatliche Regelungen, die ein Ehepaar von einem Nichtehepaar unterscheiden.

Das war früher an der Tagesordnung - da gab es überhaupt nur Vernunftsehen - wegen der Familien, Geschäftsübernahme, Besitzerhaltung und Traditionen.
Und meistens ging das sogar sehr viel besser, als heutzutage, wo Ehen im Rausch der Gefühle geschlossen und nach kurzer Zeit ernüchtert wieder geschieden werden.

Für mich wäre es nichts! Aber solche Zweckgemeinschaften sind ja nicht selten!
es gibt genug wirtschaftsehen, die auch ohne liebe funktionieren.
eines tages kann der schuss aber nach hinten losgehen, mein fall wäre das nicht.
Eine Ehe kann trotzdem ein Leben lang halten. Aber das heißt nicht, dass man deswegen glücklich wird. Eher arrangieren sich beide Partner.
Ist das das? Mit Sicherheit nicht.
Ein Ehepaar, wo beide nur in Glück schwelgen ist eine Illusion! Kein Ehepaar ist so identisch gestrickt, dass sich nicht beide immer wieder arrangieren müssen. Das ist die Realität - und es ist auch gar nicht schlimm, sich zu arrangieren!
aurata am 20. August 2008 13:02 Hallo nochmal, das stimmt. Aber gleicht gestrickt zu sein, braucht die Liebe nicht. Liebe bedeutet ja nicht, dass man gleich ist oder permanent im Glück schwelgt. Aber mit Liebe arrangiert man sich einfacher, Konflikte lösen geht leichter von der Hand, das Leben ist einfacher, unkomplizierter und schöner.
glaube wenn man sich wohlfühlt, dem anderen vertrauen kann, finanziell abgesichert ist, ein schönes leben hat, kann das schon passieren das man aus gemütlichkeit diesen kompromiss eingeht! Aber wie oft werden Ehen geschieden, denen eine große Liebe vorausging! gibt also auch das umgekehrte beispiel
nura1 am 19. August 2008 12:01 ohne liebe ist doch alles noch viel schwerer.

Meiner Meinung nach reicht das nicht, zum Glücklichsein. Manchmal gibt es aber Umstände, die es erzwingen oder erfordern.

Es geht aber nicht gut.
nura1 am 19. August 2008 12:57 was nicht gut geht hat irgendwann ein ende. vorallem wenn man noch jung ist.
Was ist der Grund ? Hat er viel Geld oder warum, verstehe Ich nicht.

Ein Bündnis fürs Leben braucht weit mehr, als ein nur sich mögen. Auch ist es verheerend und verantwortungslos KINDER als Grund oder auch als Zusammenhalteglied zweier Menschen zu nutzen. Wie oft hört man, dass sich ein Paar entschließt ein Kind zu bekommen um die Ehe zu retten? Und wie oft hat das geklappt? Ich kenne keinen einzigen Fall. Ganz im Gegenteil.
Meine Meinung ist, dass man sogar sehr viel Liebe braucht, um mit jemanden dauerhaft zusammen zu bleiben. Mit Liebe ist es eher einfach Kompromisse zu schließen, die in einem Zusammenleben notwendig sind. Und wenn Herz und Seele satt sind, ist das Leben schöner, einfacher und reicher. Genau DAS, was man unbedingt braucht, um eine glückliche Ehe zu führen.
Liebe ist ein Grundbedürfnis und wenn die nicht da ist, dann kann es schnell passieren, dass einer der sich-nur-gerne-habens Partner doch jemanden trifft, der einem emotional weit mehr gibt, als die bestehende Beziehung das kann.
Gleich von vorne herein eine solche fade Ehe einzugehen kann eigentlich nur schief gehen. Außer, man ist 80 ;-) und erwartet nichts mehr vom Leben.
Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.
nura1 am 20. August 2008 11:17 WOW, Deine Antwort ist überwältigend. Echt schön, wie genau das Du es beschreibst. Danke.
Schöne Worthülsen, aber was steckt dahinter?
Was Du beschreibst, ist Toleranz und Selbstzufriedenheit, nicht Liebe. Echte Liebe geht keine Kompromisse ein und verlangt keine Gegenleistung. Das Wohlergehen des anderen geht über das eigene.
Wann man in einer Ehe glücklich ist, definiert jeder selbst. Die Bedürfnisse sind so verschieden wie die Menschen selbst.
Grundbedürfnis ist nicht die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Menschen allgemein. Verwaiste Säuglinge, die von Hebammen gehätschelt werden, erfahren die Liebe, die sie brauchen, z.B. von Fremden.
aurata am 20. August 2008 23:37 Was für mich Liebe ist, unterscheidet sich wohl davon, was es für dich ist. Was du unter echten Liebe beschreibst, ist eine selbstlose Liebe (Null Erwartungen), die man eigentlich seltenst antrifft, die man höchstens den Kindern gegenüber empfinden kann. Jemanden zu lieben, der nicht zurück liebt (in einer Partnerschaft), ist frustrierend und unbefriedigend.
ich benutze keine Worthülsen, ich sage meine Meinung, meine Einstellung und Überzeugung dazu.
Du hast Recht, dass man KEINE Gegenleistung verlangen darf, aber wieso schließt man in der Liebe keine Kompromisse? Man kann Gleichklang der Seele haben, man kann sich lieben und dennoch muss man keine Zwillinge im Geiste sein, wo immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und man immer gleiche Meinung oder Bedürfnisse hat und keine Erwartungen oder Forderungen an den Partner stellt.
Und wieso ist das Wohlergehen des Anderen über alles? :-) Ich finde man muss sich auch selbst lieben und respektieren um Andere lieben zu können.
Klar, jeder sollte die Kriterien des Zusammenlebens für sich stellen, so auch du und ich :-).
Einer meinen Grundbedürfnisse IST, dass mich der Mann an meiner Seite liebt, wahrscheinlich fehlt es mir an Selbstlosigkeit (das meine ich jetzt nicht ironisch).
Aber für mich wäre ein Zusammenleben ohne die Liebe ein Gräuel.
nura1 am 21. August 2008 08:26 Wäre es für mich auch. Glaubst Du nicht, dass seine Frau irgendwann auch spürt, dass er sie nur mag und nicht liebt?
Hierbei wird häufig Liebe mit Verliebtheit verwechselt. In Indien wurde und wird z.T. häufig durch die Eltern arrangiert geheiratet. Die Anzahl Paare die nach einigen Jahren glücklich bzw. unglücklich sind, sind nicht häufiger, als bei Liebes-Heiratspaaren.
Liebe hat mit Verliebtheit nichts zu tun. Verliebtheit ist ein angenehmer Einstieg. Dieses Gefühl lässt jedoch früher oder später nach. Da es ohne Hinzutun gekommen ist, kann es ebenso auch wieder verschwinden.
Wenn es nachfolgend nicht durch Liebe ersetzt wird, ist das Paar ratlos und fühlt sich "auseinandergelebt". Liebe ist ein aktiver Prozess. Eine persönliche Entscheidung für einen Menschen, ihn kennenzulernen und zu ihm zu halten.
Somit ist es durchaus möglich, ohne Verliebtheitsgefühle eine Beziehung bzw. eine Ehe einzugehen. Das Problem dabei ist, dass heute kaum noch ein Mensch sich die Mühe machen will, etwas für die Beziehung zu tun - besonders wenn es schwierig wird. In einer Welt der (scheinbar) unendlichen Möglichkeiten geht man lieber den leichtesten Weg. Und so bleibt vieles dem Glück und Zufall überlassen, was man im Grunde selbst beeinflussen könnte.
nura1 am 21. August 2008 08:28 Das hat sicher was. Aber ich glaube nicht, dass wenn man das verliebt sein auslässt, dass man sich dann irgendwann liebt. Es fehlt doch was!
Nicht wirklich. Ähnlich dem Märchen, dass der Hochzeitstag der schönste im Leben einer Frau wäre. Wenn das stimmt, wollte ich keine Frau sein! Danach wird dann alles schlimmer!?
Das, was man dann vermisst, ist meist die Erinnerung daran, dass man in die betreffende Person verliebt war.
Diese Erinnerung ist nichts im Vergleich zu der Möglichkeit, dass man diese Person möglicherweise jetzt gerade liebt. Eventuell so wie noch nie jemand zuvor.
Es bleibt stets die Frage, wie man sein Leben leben will. In schlechten Zeiten lebe ich gerne von der Erinnerung. Ansonsten versuche ich das Hier und Jetzt zu den besten Zeiten meines Leben zu machen. Und da gehört der Partner genauso dazu. Was daraus wird, habe zum großen Teil ich alleine in der Hand.
nura1 am 22. August 2008 13:11 Ja das ist schon klar. Aber wenn schlechte Zeiten auf eine Beziehung zu kommen, und es hat nie ein verliebtheit und liebe gegeben, glaube ich es ist schwer das einem was zusammenhält.

die wissenschaft hat festgestellt, daß die größte liebe nur 5 jahre hält, wer daruber hinaus zusammenbleibt, verbindet: sympathie, gleiche hobbys, gutes verstehen. viele ältere ehepaare bleiben zusammen, weil sie von ihren eltern gelernt haben: scheidung ist eine schande. ich kenne viele alte ehepare die 40-60 jahre mit einander leben, aber jeder für in seinen raum, jeder für sich in seiner welt und in seiner einsamkeit. das einzige was ist, sie macht seine wäsche, bügelt und kocht..... na danke, da bleib ich allein. lg
Na, das ist jetzt doch ganz schön negativ... manche machen das schon, stimmt... aber man kann es ja auch anders machen...
Thanna am 20. Oktober 2008 11:42 ja, ich weiß, der wahrheit ins auge schauen ist nie eine schöne sache...... dabei habe ich noch was vergessen: viele bleiben zusammen, weil sie den besitz nicht verlieren wollen oder können....

klar kann das gut gehen, in der sog. "guten alten zeit" wurden bei monarchens die ehen nach politischen vorgaben geschlossen und wir wissen doch alle, dass sissi glücklich geworden ist.
DH
Und im günstigsten Fall findet sie diese drei Facetten an einem einzigen.
Den würde ich mir dann gerne mal ansehen. Muß dann ja so ähnlich sein wie ne Kuh mit 5 Beinen oder so.
Nein, denn alle drei Typen haben den gleichen männlichen Körperbau.