Frage von Alex92fromHell, 24

Effiziente Elektroheizung?

Hallo :) Gibt es eigentlich Elektroheizungen die effizienter sind als andere? Viele Hersteller werben ja damit, siehe Quarz Heizer, Infrarot, usw... Nach meinem Elektro Verständnis ist es so: wenn man strom Mithilfe eines ohmschen Widerstands (Heizlüfter o.ä.) in Wärme umwandelt liegt meiner Meinung nach der Wirkungsgrad schon nahe 100%, wenn man vom Ventilator absieht,... Weil es gibt ja keine Möglichkeit wie da Verluste auftreten können.. Wozu dann die anderen heizungsarten? Alles nur Marketing?

Antwort
von dompfeifer, 16

Das ist alles nur Marketing, soweit richtig, nur viel schlimmer als Du vermutest. Damit werden „Zaubergeräte“ gelegentlich zum hundertfachen Preis verkauft im Vergleich zu Geräten, die den völlig gleichenZweck erfüllen. Zunächst kostet die Elektroheizung etwa 4,5 mal so viel im Verbrauchwie eine Verbrennerheizung. Wer keine Alternative zur Elektroheizung hat, kann sich für ca. 10 Euro einen Heizlüfter mit 2 kW Leistung kaufen. Wenn 2 kW nicht reichen für den Wohnraum, dann braucht er eben mehrere davon. „Stromsparende Heizgeräte“ sind wie „Eier sparende Eierkocher“ und werden oft für einige tausend Euro verkauft. Und gegen solche Gauner bist Du auch noch nicht so richtig gefeit:

…. liegt der Wirkungsgrad schon nahe 100%, wenn man vom
Ventilator absieht, …

Da irrst Du Dich gleich doppelt. Der Wirkungsgrad bezeichnet das Verhältnis von Nutzleistung zur zugeführten Leistung dort, wo nutzloseAbwärme entsteht, wie z.B. bei Wärmekraftmaschinen. Bei der kaminlosen Raumlufterwärmung ergibt die Unterscheidung von Nutzwärme und nutzloser Abwärmekeinen Sinn. Dass die erzeugte Wärme letztlich durch Fenster, Türen und Mauerwerk nutzlos entweicht, liegt keinesfalls an der Art der Wärmeerzeugung. Damit ist hier ein Wirkungsgrad nicht zu berücksichtigen bzw. als genau 100% anzusetzen. Und insofern der Ventilator des Heizlüfters keine Energie aus der Wohnung exportiert, bleibt seine aufgenommene Energie auch in der Wohnung, bis sie sich restlos in Wärme gewandelt hat. Es gilt also: 

Bei der elektrischen Raumlufterwärmung wird für jede erzeugte kWh Wärme vom Stromverkäufer genau 1 kWh nach vereinbartem Tarif abgerechnet. Sparen lässt sich somit bei der Elektroheizung auf genau zwei Arten: Stromtarif senken oder weniger heizen. 

Stromkosten lassen sich z.B. durch die Inanspruchnahme von Nachtstromtarifen sparen.

Weniger heizen heißt, den Wärmebedarf senken. Das ist zu erreichen durch eine verbesserte Wärmedämmung (incl. ökonomischesLüften) oder durch die Absenkung der Raumlufttemperatur.

Die Absenkung der Raumlufttemperatur führt zunächst zu einem körperlichen Unbehagen. Dem lässt sich begegnen durch eine direkte Wärmebestrahlung des menschlichen Körpers nach dem Drehspießprinzip im Strahlungskegel des Strahlers in kalter Umgebungsluft. Das ist dort sinnvoll, wo die Umgebungsluft nicht oder nicht wirtschaftlich zu beheizen ist, z.B. in Gartenlokalen, Messehallen oder Gästetoiletten. Dafür werden elektrische Heizstrahler angeboten, meistens unter dem modischen Namen „Infrarotheizung“. Damit lassen sich natürlich Heizkosten sparen, wenn man die Raumlufttemperatur absenkt und sich im Strahlungskegel des Heizstrahlers dreht. Aber genau das verraten die betrügerischen Händler nicht. Die behaupten in aller Regel, man könne mit ihren Zaubergeräten die Wohnung komfortabel aufheizen auf Strom sparende Weise“. Und das ist platt gelogen! Für die Geräte nehmen die bis zu 500 Euro pro kW Leistung anstelle 5 Euro wie nötig für den vorgegebenen Zweck.

Antwort
von wombatsupply123, 15

Elektrische Heizungen haben, von der elektrischen Seite, einen Wirkungsgrad von 0%, da die ganze Energie in Wärme umgewandelt wird. Wie du richtig erkannt hast sind das 100% bezogen auf die Wärmeausbeute.

Der Wesentliche Unterschied ist die Verteilung der Wärme im Raum. Willst du gezielt eine Fläche beheizen, sind Infrarotstrahler oder eine Direktheizung in oder unter der Fläche das Mittel der Wahl.

Zur Verteilung im Raum empfiehlt sich ein Lüfter. Du sieht, es kommt ganz auf die Anwendung an :)

PS: In der Energiewirtschaft gibt es einen Spruch: Strom ist die edelste Energiesorte, damit heizt man nicht! ;)

Kommentar von Alex92fromHell ,

der Spruch gefällt mir ;) alles klar, also kommt es echt nur drauf an wie man die Wärme verteilen will.. danke :)

Kommentar von dompfeifer ,

"Art der Wärmeverteilung" trifft die Sache etwas unscharf. Siehe meine Beiträge oben.

Antwort
von herja, 14

Hi,

natürlich Marketing, wobei Infrarot ja ein anderes Heizsystem darstellt.

Kommentar von Alex92fromHell ,

unterscheidet sich das wirklich so sehr? es macht aus Strom Wärme, natürlich, es ist ein anderes system weil es nicht direkt die Luft heizt sondern Objekte bzw Menschen... aber im Endeffekt kommts doch aufs gleiche oder? :)

Kommentar von dompfeifer ,

Es kommt bei den Stromkosten tatsächlich auf das Gleiche hinaus, soweit es um die Raumlufterwärmung geht. Wenn man dagegen schnell seinen Körper im Biergarten oder einer großen Messehalle aufwärmen will, macht die Raumlufterwärmung aber keinen Sinn. Da hilft der Heizstrahler mit dem Drehspießprinzip. Der Schwindel der Verkäufer liegt darin, dass die ihre "Infrarotstrahler" als "Strom sparende" Mittel anpreisen zur "komfortablen vollständigen Wohnungsbeheizung". Dafür nehmen die eingebildeten Stromsparer schwindelerregende Anschaffungskosten in Kauf. Die Dummen werden immer mehr. Siehe dazu meine ausführliche Antwort oben!

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Strom, 14

NEIN!

der wirkungsgrad einer elektroheizung ist immer 100% weil 100% der hinein gesteckten energie in wärme umgewandelt wird.

das Problem ist der wirkungsgrad der kraftwerke, der wirkungsgrad der hausverkabelung und der wirkungsgrad der transformatoren und überlandleitungen....

rechnet man das alles zusammen, dann kommen von 1 Tonne braunkohle die in garzweiler in den Kessel geschmissen werden gerade mal so 150 bis 200 kg in Form von Strom in Dillenburg aus der Steckdose....

bedenkt man dann noch dass mit 23 bis 26 cent je kWh strom so mit der für den endverbraucher teuersten energieträger ist, dann sollte sich die frage doch schon erübrigt haben.

lg, Anna

Antwort
von AntwortMarkus, 12

Du hast Recht.  Es ist nur Marketing und Bauernfängerei.

Kommentar von Alex92fromHell ,

dachte ich mir :)

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