Frage von Franky61, 27

Nebenkostenabrechnung?

Hallo,

bei uns wurden in den letzten Jahren immer der Einkauf des Heizöls als Grundlage für die Abrechnung genommen. Also 6000 Liter Einkauf wurde dann 6000 Liter als Grundlage genommen.

Im Jahr 2012 wurde nun von der Hausverwaltung vergessen zu tanken. Es wurde erst im Januar 2013 dann 4000 Liter getankt und im Dezember 2013 weitere 8000 Liter. Die Hausverwaltung beruft sich darauf das nach dem Tanken im Januar 2013, die Tankuhr im Heizraum nur ca.9000 Liter angezeigt hat und da es ein 13000 Liter Tank ist noch weitere 4000 Liter gefehlt hätten und deswegen 8000 Liter für 2012 berechnet wurden.

Für das Jahr 2012 wurde dann 8000 Liter geschätzt und als Grundlage für die Nebenkostenabrechnung genommen. Dagegen habe ich dann Einspruch eingelegt und darauf wurde dann nicht reagiert. Das hat sich dann für das Jahr 2013 und für das Jahr 2014 fortgesetzt. Seit dieser Zeit mache ich nun rum mit der mittlerweile Exvermieterin.

Ich bin der Meinung das man nicht einfach den Verbrauch schätzen kann zumal man nicht einmal den End- und Anfangsbestand nachweisen kann.

Kennt sich jemand mit der Rechtslage aus ?

Antwort
von Annaliese, 18

Das ist eine verzwickte Lage. Die Berechnung für 2012 mit den 8000 Liter ist so natürlich nur richtig, wenn Anfang 2012 der Tank komplett voll mit 13000 Liter gewesen wäre. Aber ehrlich gesagt bezweifele ich das dem so gewesen ist. Dann müßte ja der Tank Ende Dezember 2011 betankt und komplett voll gemacht worden sein. (Bei der Befüllung im Januar 2013 wurde der Tank aber auch nur auf 9000 l aufgefüllt.). Du kannst ja nur mal schauen, wann die Lieferung in 2011 stattgefunden hat.

Für die nachfolgenden Zeiträume sollte die Klärung aber möglich sein. Du hast für die Berechnung den Anfangsbestand vom Januar 2013 mit 5000 Liter (nach der Betankung mit 4000 l im Januar 2013 waren ja 9000 Liter drin). Ab diesem Zeitpunkt müßte dann eine vernünftige Berechnung möglich sein.Der Anfangsbestand kann ja mit dem Ölpreis der vorangegangenen Lieferung bewertet werden (6000lLieferung aus 2011). Am besten ist es natürlich immer die Restbestände am 31.12. eines jeden Jahres zu haben.

Bei uns ist die Rechnung folgende. Es wird der Anfangsbestand mit dem Durchschnittswert je Liter bewertet, dazu werden die Kosten für die Lieferungen innerhalb des Jahres addiert und am Ende durch die gesamte Menge an Öl (Anfangsbestand + Lieferungen) dividiert. Dadurch ergibt sich ein neuer Durchschnittspreis je Liter Öl. Dieser wird dann mit der verbrauchten Menge (Anfangsbestand + Lieferungen - Endbestand) multipliziert und ergibt die Gesamtkosten für das verbrauchte Öl.

Diese Vorgehensweise erscheint mir als sachlich richtig und hat noch den Nebeneffekt, daß Preissprünge durch die Anpassung des Durchschnittswertes je Liter Öl geglättet werden. Es wird immer nur das abgerechnet was verbraucht wurde.

Für Dein Problem mit der 2012-er Abrechnung habe ich aber nicht so richtig eine Lösung. Das müssen Dir andere beantworten, aber nach meinem Empfinden kann diese Vorgehensweise nicht richtig gewesen sein.

Antwort
von LittleArrow, 9

Der Heizölverbrauch wird offenbar falsch bepreist, wenn der Verbrauch des Jahres nicht mit dem Preis des Anfangsbestandes bewertet wird (FIFO-Methode). Eigenartig, dass die Hausverwaltung das gesetzlich vorgeschriebene und gerichtlich bestätigte Prinzip nicht kennt.

Hier ein Link für die Heizkostenüberprüfung:

http://www.mieterverein-hamburg.de/heizkostenabrechnung-kontrolle.html#energieko...

Kommentar von Franky61 ,

Hallo

toller Bericht, aber leider steht da der Mieterverein Stuttgart auf dem Schlauch. Im Dezember 2011 wurden ca. 6000 Liter getankt und als Grundlage gerechnet worden für die Abrechnung. Niemand weiß aber jetzt wie voll der Tank tatsächlich war und das ist es ja was ich bemängel. Man kann ja nicht dann auf einmal den Verbrauch schätzen wenn man den Anfangs- bzw. Endbestand nicht weiß. 

Antwort
von angy2001, 27

Im Grunde ist es egal, wann ihr es zahlt. Was getankt wurde, wurde verbraucht. Ansonsten wäre die Abrechnung in 2012 = 0 € gewesen und in 2013 hättet ihr doppelt gezahlt. Wichtig ist doch, dass die richtigen Preise in Rechnung gestellt worden sind und ihr beim Auszug nicht auch noch den vollen Tank zahlen sollt.

Man kann die Abrechnung auch mit einem Anfangsbestand und dann anhand des Tankstandes zum Ende des Abrechnungszeitraumes machen. Nur muß man das dann von Beginn an so machen. Gibt es keine Zwischenablesungen, dann geht das im Nachhinein nicht mehr, das ist klar.

Kommentar von Franky61 ,

das ist ja das Problem, es wurde im Jahr 2013 insgesamt 12000 Liter getankt und für das jahr 2012 insgesamt 8000 Liter und für das Jahr 2013 5500 Liter berechnet. Für mich ist das ein Einkauf von 12000 Liter und in Rechnung gestellt wurden 13500 Liter

Kommentar von angy2001 ,

Es kann nur berechnet werden, was auch getankt worden ist - also wofür es Rechnungen gibt. Da hast du Recht.

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