Frage von coldwinterrain, 186

Ebay Verkäufer bricht einfach Kauf ab und behauptet Modell "Sei dem Sohn zum Opfer gefallen", was mache ich jetzt?

Hallo, ich bin gerade ziemlich enttäuscht über das Verhalten des Ebay-Verkäufers, bei dem ich ein wirklich sehr seltenes Werbemodell gekauft habe für 25,- €. Heute morgen gucke ich meine Mails nach, da ich davon ausging, dass er die Sendungsnummer mir übermittelt, da ich das Geld längst überwiesen hatte an Paypal. Samstag erworben (Montag sollte man meinen, es wird versendet) und was steht in der Mail: "Mein Sohn hat das Modell mit in den Kindergarten genommen... es wird wahrscheinlich unbrauchbar sein", er hat einfach den Kauf abgebrochen, ohne mir Chancen zu geben, mich dagegen zu wehren.

Habe jetzt ebay eingeschaltet und dafür gesagt das er von Ebay aus angeschrieben wird, da ich das nicht mitmachen möchte. Kann doch nicht einfach sein, einfach einen Kauf, als Verkäufer abzubrechen! Außerdem war es ein Modell was sehr viel mehr an Wert hatte als ich das gekauft hatte... fühle mich hier total ver.... ja ihr wisst was ich sagen will. Einfach dreißt sowas, nicht mal reagieren konnte ich auf den Abbruch. Zumindest wird mir von Ebay Zuspruch gegeben, dass das Verhalten nicht i.O. war...

Könnte ich i.d.r zum Anwalt gehen, wenn ich das Modell nicht bekomme?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Saltbomb, 121

Ja, könntest du. Immerhin seid ihr einen Vetrag eingegangen beim dem Handel und du hast die Ware nicht erhalten.

Wahrscheinlich war es im zu wenig und für 25€ den Anwalt einschalten ist doch pillepalle...

Kommentar von coldwinterrain ,

für mich geht es um den Wert des Modells als Liebhaberpreis gehandelt wird, auch wenn es der wert des Kaufs ist - aber trotzdem bin ich enttäuscht

Kommentar von Saltbomb ,

Ich verstehe dich, aber auch den Verkäufer. Es ist nun mal so das in der Regel jeder Mensch bei eBay das beste für sich raus holen möchte. Leider ist das aufgrund der eBay Kosten nicht immer möglich und es muss auf Taktiken zurück gegriffen werden, die meist für den Bieter ärgerlich und oft laut der Geschäftsbedingen nicht ganz sauber sind. 

Wie wäre es, wenn du den Verkäufer ehrlich anschreibst und ihm einen realistischen Preisvorschlag machst. Natürlich schreibst du ihm das du ihm keine böse Absichten unterstellen möchtest und das ganze verstehst.

Kommentar von Xipolis ,

Der Kaufvertrag und das Gesetz geben hier allerdings dem Fragesteller recht. Selbst bei einem tatsächlichem Verlust besteht ein Anspruch auf einen gleichwertigen Ersatz oder, falls dies nicht möglich ist, dann besteht Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises und weiterer Schadensersatz.

Kommentar von Saltbomb ,

Da gebe ich dir völlig recht und dessen bin ich mir auch bewusst.

Aber welcher Schaden ist denn entstanden ?
Die 25€ hat der Fragesteller noch in der Tasche.
Kann man Verärgerung als Schaden geltend machen ? Ich weiß es nicht, vermute aber mal nicht.

Eventuell könnte man auf einen Schadensersatz für die aufgewendete Lebenszeit, Internetkosten und Stromkosten klagen.

Natürlich könnte man darauf bestehen, diesen Artikel auch zu dem Preis haben zu wollen. Und notfalls den Artikel woanders zu kaufen und die Differenz vom bösen Bieter zahlen zu lassen...

Jedenfalls wäre es meiner Meinung nach trotzdem kleinlich, deswegen den Anwalt einzuschalten.

Kommentar von Xipolis ,

Der Schaden liegt hier in den Mehrkosten ein gleiches Modell in vergleichbarem Zustand zu erwerben. Und je seltener Sammlerstücke sind, desto teurer wird der Preis.

Ich würde hier, wenn mir der Artikel wichtig genug wäre, dem Verkäufer schriftlich und nachweisbar eine ausreichende Frist setzen mir einen gleichwertigen Ersatz zu liefern. 

Erst bei Fristablauf einen Anwalt mandatieren.

Die letzte Zahlungsklage, die ich gesehen habe, war im Vereinsrecht die Durchsetzung einer Umlage über 35.- € gegen ein Mitglied.

Letzlich muss man abwägen ob es einem die Zeit wert ist, ob der Verkäufer solvent ist und ob man die 100 € Gerichtskosten und die 300.- € Anwaltskosten vorauslegen kann.

Verfahren läuft dann vor dem Amtsgericht üblicherweise ohne mündliche Verhandlung und Berufung ist ausgeschlossen.

Kommentar von Saltbomb ,

Schon klar. Der Fragesteller wäre vom Gesetz her im Recht.

Aber meiner Meinung nach, ist durch die Vorgehensweise des Verkäufers nicht tatsächlich ein finanzieller Schaden entstanden. Der Käufer ist lediglich entäuscht bzw. verärgert und diesem "Schaden" wird dann mit den potenziellen Mehrkosten für die Anschaffung des gleichen Models Rechnung getragen.

Ich finde das irgendwie unverhältnismässig und unlogisch dies Methode als Maßstab zu nutzen.

Kommentar von Xipolis ,

Ich kenne den Artikel natürlich nicht, aber wenn beispielsweise nur ein eher niedriger Verkaufspreis erzielt worden ist und der Käufer den Artikel seinerseits nun teuer verkaufen könnte, ist das ein Schaden.

Ich kann auch nicht für den Käufer die Fragestellung beantworten, belasse ich es dabei oder bestehe ich auf Vertragserfüllung.

Das Gesetz macht bewusst keinen Unterschied bezüglich des materiellen Wertes. Der einzige Unterschied ergibt sich nur aus der ZPO, der hier, wie ich oben schrieb, für eine vereinfachte Verfahrensführung sorgt und auch keine weiteren Verhandlungen zulässt.

Sonst stellt sich ja auch zwangläufig die Frage, ab wann ist es denn verhältnismässig.

Kommentar von Saltbomb ,

Der potentielle Weiterverkauf und damit einhergehende Gewinn ist für mich irrelevant. Dieser sollte keinesfalls als Schaden geltend gemacht werden können, da dieser nicht wirklich stattgefunden hat. Unherblich ob vom ursprünglichen Verkäufer verursacht oder nicht.

Ich auch nicht.

Hier wirds etwas schwer für mich. Ich bin recht ungebildet und musste erst mal eine Suchmaschine bemühen um heraus zu finden was ZPO bedeuted. Den Absatz habe ich jedenfalls nicht verstanden.

Da braucht sich keine Frage zu stellen. Der Käufer hat Ware im Wert von 25€ gekauft und nicht erhalten. Der Wert der Ware macht in diesem Fall den Kaufpreis aus.

Da er die Ware nicht erhalten hat sollten neben der Erstattung des bezahlten Betrages, alle während des Biet- bzw. Kaufvorgangs entstandenen Kosten als Schaden geltend gemacht werden können. Auch sollte man hier über eine Entschädigung der aufgewandten und vergeudeten Lebenszeit nachdenken. Wobei ich jetzt nicht weiß, woran man diese bemessen könnte und ob das ethisch vertretbar wäre.

Kommentar von Xipolis ,

Der potentielle Weiterverkauf und damit einhergehende Gewinn ist für mich irrelevant. Dieser sollte keinesfalls als Schaden geltend gemacht werden können, da dieser nicht wirklich stattgefunden hat. Unherblich ob vom ursprünglichen Verkäufer verursacht oder nicht.

Das habe ich auch eher als weiteres Beispiel gemeint.

Ob ein Weiterverkauf bereits statt gefunden hat oder nicht, spielt allerdings keine Rolle. Eine Rolle spielen bei entgangenem Gewinn andere Komponenten.

Im konkreten Fall liegt der Schaden des Käufers eher in einem Mehraufwand für die Beschaffung des Artikel.

Hier wirds etwas schwer für mich. Ich bin recht ungebildet und musste erst mal eine Suchmaschine bemühen um heraus zu finden was ZPO bedeuted. Den Absatz habe ich jedenfalls nicht verstanden.

ZPO = Zivilprozessordnung

https://dejure.org/gesetze/ZPO

Kommentar von Xipolis ,

FORTSETZUNG

Es wird ein Unterschied gemacht bei der Höhe des Streitwertes in einem Gerichtsverfahren.

In solchen Verfahren ist es üblich, dass nur Schriftsätze ausgetauscht werden und das Urteil auf dem Büroweg erfolgt (§ 495a ZPO). 

Berufung wird hier mit Sicherheit nicht zugelassen (§ 511 ZPO).

(Sprung-)Revision ist möglich (§§ 542 ff. ZPO).

Es bliebe für dem Unterlegen nur eine theoretisch denkbare Gehörsrüge (§ 321a ZPO).

Der Wert der Ware macht in diesem Fall den Kaufpreis aus.

Nein, so einfach ist es leider nicht.

Dann wäre beispielsweise ein Mercedes-Benz 280 SL denn man vor 50 Jahren mit 21.000 DM bezahlte heute auch nicht mehr wert, obwohl Preis über 100.000 € (im Top-Zustand) aufgerufen werden.

Da er die Ware nicht erhalten hat sollten neben der Erstattung des bezahlten Betrages, alle während des Biet- bzw. Kaufvorgangs entstandenen Kosten als Schaden geltend gemacht werden können.

Das wäre nur bei einem Rücktritt durch den Käufer möglich, wenn ihm hier überhaupt ein Schaden entstanden ist.

Sollte ihm allerdings ein Schaden entstehen, weil er den Verkäufer nun mahnt und auf Lieferung besteht, dann kann dieser geltend gemacht werden.

Auch sollte man hier über eine Entschädigung der aufgewandten und vergeudeten Lebenszeit nachdenken. Wobei ich jetzt nicht weiß, woran man diese bemessen könnte und ob das ethisch vertretbar wäre.

Das ist nie (und unabhängig vom Unrecht) erstattbar, da dies zum einen nicht messbar ist und vom Geschädigten auch eine Mitwirkung erwartet werden kann.

Kommentar von xTheEnergy ,

Nein, FS hat ja schon gezahlt.

Kommentar von Saltbomb ,

Und durch den Abbruch des Kaufes, sein Geld auch zurück erhalten.

Kommentar von coldwinterrain ,

Hallo, danke für eure ganzen Antworten!!! Das Modell ist tatsächlich weiterverkauft worden und derzeit in klein.anz. zu finden für das 4-fache... der Ebay nutzer wird nun von Ebay angeschrieben und ich hab mein Geld zurück, dennoch, ist es ein Verkaufswert unter dem Wert an sich hab 25 und hätte wie gesagt +100 dafür bekommen können, da der Verkäufer keine Ahnung hatte ... 

Kommentar von coldwinterrain ,

na ja nun hat er den Kauf abgebrochen gehabt, dreist gelogen und das modell weiterverkauft. tja, ebayer gibt es... 

Kommentar von Saltbomb ,

Das ist in der Tat ärgerlich. Ich wünsche dir jedenfalls, das du dieses Modell irgendwann noch zu einem günstigen Preis bekommst. Ach und danke für dieses Sterndings ;-).

Kommentar von Xipolis ,

Du musst Dich entscheiden, ob Du es dabei belassen oder am Vertrag festhalten willst inkl. der Schadenersatzforderung.

Antwort
von dresanne, 61

Auf solche dumme Ausreden braucht keiner reinzufallen. Wenn der Preis zu niedrig ausfällt, war es die Katze, der Hund, das Kleinkind...
Es kommt darauf an, wie weit Du gehen willst. Ich würde - schon auf Grund der Frechheit - den Artikel einklagen. Du bekommst garantiert recht und alle anfallenden Kosten hat der Verkäufer zusätzlich zu tragen.

Kommentar von coldwinterrain ,

Ja, hat sich bestätigt als Wahr... der Käufer hat es weiterverkauft... 

Kommentar von dresanne ,

Na und? Du lässt Dir das gefallen? Nur so kommen solche zwielichtige Verkäufer immer wieder durch.

Antwort
von martinzuhause, 77

er wird da zu wenig bekommen haben - seiner meinung nach.

wenn du den artikel gekauft hast muss er liefern. hat er den artikel nicht mehr kannst du ihn woanders erwerben und ihm die mehrkosten in rechnung stellen

Kommentar von coldwinterrain ,

Hallo, das ist ein Artikel der sehr selten ist und nur in limitierter auflage und Neu OVP werde ich den Preis nicht nochmal bekommen... leider 

Kommentar von Nemo75 ,

@martinzuhause

Ich würde ich es gern sehen wollen wie Du den Differenzbetrag vom Ebayverkäufer holen willst😂

Kommentar von martinzuhause ,

das geht übers gericht ganz einfach.

er hat etwas verkauft - aber nicht geliefert. damit hat der verkäufer den geschlossenen vertrag nicht erfüllt.

und da kann der käufer auf erfüllung klagen. ersatzweise auf erstattung der mehrkosten oder schadenersatz (wenn nachweisbar)

Kommentar von Nemo75 ,

Wenn Nachweisbar😂
Und der Verkäufer hat ja wegen (Defekt) den Kauf abgebrochen. Geld wird ja erstattet.

Und was willst einklagen?
Die (defekte) Ware?

Kommentar von martinzuhause ,

der verkäufer kann einen besehenden vertrag nicht einseitig ändern. der käufer muss zustimmen.

als beweis sollte er erst mal eine bild der "zerstörten" ware fordern.

Kommentar von Nemo75 ,

Was für Schadensersatz?
Ist ja kein Schaden aufgetreten

Kommentar von Nemo75 ,

Das kann der Verkäufer sicher!
Nimmt ein anderes Modell das so beschädigt ist das man nichts mehr erkennen kann!

Und nun?
Willst Du dann beweisen das er Dich betrogen hat?

Wegen 25€?
Lachhaft

Kommentar von martinzuhause ,

dem käufer geht es nicht um die 25euro sondern um den ideellen wert der ware.

ich hätte dem verkäufer da geschrieben das ich demnächst in der nähe bin und defekte ware da natürlich abholen komme.

Kommentar von Nemo75 ,

Das geht nicht!
Erstens in Artikel Beschreibung neu und OVP.
Dann kann der Verkäufer sagen bis Du kommst hat das Kind es verschlampt, im Kindergarten liegen gelassen oder ausversehen weggeworfen.

Kommentar von Xipolis ,

Nemo 75, 

das ist alles absolut falsch, denn Verkäufer ist in der Pflicht den Kaufvertrag zu erfüllen und im Falle einer Zerstörung muss er selbst verständlich für den Schaden aufkommen. Bei einem seltenen Sammlerstück kann man sehr wohl einen materiellen Wert bestimmen, nämlich die Kosten den Artikel jetzt anderweitig zu erwerben. 

Solche pauschalen Behauptungen sind alle durch die Bank weg von Gerichten bereits abgeurteilt worden. Vielmehr muss der Käufer den Schadensfall nachweisen (möglicherweise kommt ja auch seine Haftpflichtversicherung auf) und auch darlegen, warum ihn kein Verschulden trifft.

Kein Verschulden wäre beispielsweise ein nachweisbarer Hochwasserschaden. 

Antwort
von Frangge, 75

Ist eine beliebte Masche, wenn der Preis dem Verkäufer nicht hoch genug war. Hol dir dein Geld zurück und gut ist's. Willst du wegen 25,- Euro wirklich den Anwalt einschalten?

Kommentar von coldwinterrain ,

Mir geht es darum, das er einfach den Kauf abgebrochen hatte ohne mich vorher, sondern danach zu informieren wo es schon zuspät war...

Kommentar von Frangge ,

Nunja, die Welt ist manchmal schlecht......

Kommentar von Nemo75 ,

Vor allem Anwalt?
Was kannst beweisen?
Das der Kauf abgebrochen wurde. Mehr aber nicht

Kommentar von martinzuhause ,

der kauf wurde den angaben nach nicht abgebrochen. es wurde bereits bezahlt - also die aution gewonnen. damit gibt es einen kaufvertrag. diesen kann nicht einer allein "abbrechen"

Kommentar von Nemo75 ,

Doch kann man! Wenn mir die Vase beim verpacken kaputt geht brauch ich die nicht wegschicken sondern kann dem Käufer das mitteilen und sein Geld zurückerstatten

Kommentar von Xipolis ,

Der Käufer kann allerdings auf einen gleichwertigen Ersatz bestehen.

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